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Der Abschnitt über die Müttersterblichkeitsrate, also der Kennzahl, sollte – wie im Englischen (en:Maternal mortality ratio), in einen eigenen Artikel ausgelagert werden, um sie von der Müttersterblichkeit (en:Maternal death) zu unterscheiden. Anschliessend sollte die Kennzahl mit dem Wikidata-Eintrag https://www.wikidata.org/wiki/Q28545394 verlinkt werden. Michael Cieslik (Diskussion) 19:38, 28. Nov. 2018 (CET)
Tod der Francesca Tornabuoni im Kindbett (15. Jhdt.) von Andrea del Verrocchio, Bargello, Florenz

Müttersterblichkeit wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert als „Tod einer Frau während der Schwangerschaft oder 42 Tage nach Schwangerschaftsende, unabhängig von der Dauer der Schwangerschaft oder dem Ort, an dem sie stattfindet oder die Maßnahmen, die in Bezug auf sie getroffen wurden, jedoch nicht wenn die Todesfälle auf Zufälle oder Versagen zurückzuführen sind.“[1]

Die Müttersterblichkeitsrate (Zahl der Todesfälle pro 100.000 Lebendgeburten) wird als Kriterium für die Qualität der Geburtshilfe in einem Land herangezogen. In den Industrienationen ist die Müttersterblichkeitsrate aufgrund der verbesserten medizinischen Versorgung seit Beginn des 20. Jahrhunderts von 300 auf etwa 8–12 gesunken. Jedoch wurde in den Niederlanden ein Anstieg der Müttersterblichkeitsrate von 9,7 im Zeitraum von 1983 bis 1992 auf 12,1 im Zeitraum von 1993 bis 2005 beobachtet.[2] In der Schweiz wurde zwischen 2000 und 2013 ähnliches beobachtet (Anstieg von 19 %), die Ursachen dafür sind nicht grundsätzlich geklärt, vermutet wird, dass vermehrt risikoreiche Schwangerschaften vorkommen, beispielsweise durch steigendes Alter oder durch eine vermehrte Anzahl an Kaiserschnitten.[3] In Nepal betrug sie 2007 830.[4]

Die absoluten Zahlen weltweit gingen von 523.000 Fällen im Jahr 1990 auf 289.000 Fälle im Jahr 2013 zurück.[5] Doch sterben noch immer jeden Tag ungefähr 800 Frauen an vermeidbaren Komplikationen im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Geburt, 99 Prozent davon in Entwicklungsländern.[6] In den 48 am wenigsten entwickelten Ländern stirbt jede 260. Frau an den Folgen einer Schwangerschaft oder Geburt, in den Industriestaaten jede 6.600.[7]

UrsachenBearbeiten

Als Hauptursachen für die Müttersterblichkeit gelten[8]

Engagement der Vereinten NationenBearbeiten

Die Senkung der Müttersterblichkeit wurde im Jahr 2000 von den Vereinten Nationen als 5. Millennium-Entwicklungsziel formuliert. Bis zum Jahr 2015 sollte die weltweite Müttersterblichkeit um drei Viertel gegenüber dem Stand von 1990 gesenkt werden. Stattdessen wurde sie bis 2015 lediglich um 45 Prozent gesenkt.[11]

Als Ursachen der hohen Müttersterblichkeit in Entwicklungsländern gelten vor allem

Gestärkt werden soll daher die Rolle der Mädchen und Frauen allgemein, der Zugang zu Bildung, Familienplanung und Sexualaufklärung sowie Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Ernährung.[12][13]

LiteraturBearbeiten

  • Angela Cristina Rossi, Patrick Mullin: The etiology of maternal mortality in developed countries: a systematic review of literature. In: Archives of Gynecology and Obstetrics. Bd. 285, Nr. 6, 2012, S. 1499–1503, doi:10.1007/s00404-012-2301-y.
  • Herrmann Welsch, Arthur Wischnik, Rainer Lehner: Müttersterblichkeit. In: Henning Schneider, Peter Husslein, Karl Theo M. Schneider (Hrsg.): Die Geburtshilfe. 3. Auflage. Springer, Heidelberg 2006, ISBN 3-540-33896-9, S. 1207–1223.

WeblinksBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. UNICEF-Information zum Thema Müttersterblichkeit (PDF; 39 kB)
  2. J. Schutte, E. Steegers, N. Schuitemaker, J. Santema, K. de Boer, M. Pel, G. Vermeulen, W. Visser, J. van Roosmalen, the Netherlands Maternal Mortality Committee: Rise in maternal mortality in the Netherlands. In: BJOG. 117, 2009, S. 399–406. PMID 19943828, doi:10.1111/j.1471-0528.2009.02382.x
  3. swissfamily.ch: Mütter-Sterblichkeit in der Schweiz höher als vor 15 Jahren
  4. Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Gesundheitsreform Nepal@1@2Vorlage:Toter Link/www.bmz.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., abgerufen am 30. Aug. 2009.
  5. UNICEF-Statistik, abgerufen am 8. Januar 2014.
  6. WHO-Factsheet zur Müttersterblichkeit, abgerufen am 8. Januar 2014.
  7. Datenreport 2015 der Stiftung Weltbevölkerung, abgerufen am 20. August 2015.
  8. Gruber, Basics Gynäkologie und Geburtshilfe
  9. ABC News: Murder Is One of Top Causes of Death for Pregnant Women. 26. Juni 2007, archiviert vom Original am 4. Juni 2011; abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
  10. Isabelle L. Horon, Diana Cheng. Enhanced Surveillance for Pregnancy-Associated Mortality—Maryland, 1993–1998. 21. März 2001.
  11. Millenniums-Entwicklungsziele – Bericht 2015
  12. Vereinte Nationen: 5. Entwicklungsziel – Gesundheitsversorgung der Mütter (Memento des Originals vom 20. September 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.un-kampagne.de
  13. MDG 5 – Verbesserung der Gesundheit von Müttern. (Memento des Originals vom 30. August 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bmz.de