Luka Schidjata

Bischof von Nowgorod (1035–1060)

Luka Schidjata (russisch Лука́ Жидя́та) war der zweite Bischof von Nowgorod (1035–1060). Er wird in der russisch-orthodoxen Kirche in Nowgorod als Heiliger verehrt. Gedenktage sind der 10. Februar und der 4. Oktober.

LebenBearbeiten

Über sein Leben ist wenig bekannt. Er war möglicherweise jüdischer Herkunft[1]

1034 wurde er zum Bischof von Nowgorod gewählt.

1052 wurde durch ihn die neu errichtete Sophienkathedrale von Nowgorod eingeweiht.

Um 1055 wurde Luka vom Metropoliten Ephrem verurteilt und für drei Jahre im Höhlenkloster von Kiew interniert. Die Gründe dafür sind nicht bekannt.[2] Seinem Knecht Dudik wurden Nase und Hände abgehackt.

1059 oder 1060 starb Luka wahrscheinlich auf dem Rückweg nach Nowgorod.

Er liegt heute in der Sophienkathedrale von Nowgorod, wo seine Überreste bis heute verehrt werden.

Von Luka ist eine kurze Unterweisung der Brüder erhalten. Diese zeugt von einem hohen Interesse an geschichtlichen und literarischen Themen. Sie ist in einer einfachen bildhaften Sprache verfasst und gibt einen Einblick in Glaubensvorstellungen und Laster seiner Zeit.

LiteraturBearbeiten

  • Michael C. Paul, A Man Chosen by God: The Office of Archbishop in Novgorod Russia 1165-1478. Ph.D. dissertation. University of Miami, 2003

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Der Beiname Schidjata leitete sich wahrscheinlich von altrussisch žid, Jude ab, vgl. Schydatschiw. Luka war ein griechischer Name, er könnte aber als christlicher Name später angenommen worden sein
  2. 1054 wurde Isjaslaw neuer Großfürst von Kiew, 1054/1055 Ephrem neuer Metropolit. Es war eine Maßnahme der neuen Amtsträger. In der heutigen Literatur wird meist vermutet, Luka habe sich gegen die Ernennung der Bischöfe durch die Großfürsten geäußert. Dieses stand nach kirchlichem Recht nur den Patriarchen von Konstantinopel zu. Hinweise für eine kritische Position von Luka zu dieser Praxis gibt es in den Chroniken aber nicht.