Hauptmenü öffnen

Ludwig Heilbrunn

Rechtsanwalt und Politiker

Ludwig Heilbrunn (* 6. Oktober 1870 in Frankfurt am Main; † 3. April 1951 in einem Sanatorium in Bühl/Baden) war Rechtsanwalt in Frankfurt am Main. Als Freund und Mitarbeiter des Oberbürgermeisters Franz Adickes erwarb er sich große Verdienste um die Gründung der Frankfurter Universität.

LebenBearbeiten

Heilbrunn besuchte das Städtische Gymnasium und studierte Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten in Straßburg, Heidelberg, Leipzig und Berlin. Er war von 1907 bis 1919 Herausgeber der Monatsschrift für Handel und Bankwesen. Seit 1893 arbeitete er als Rechtsreferendar, 1898 Gerichtsassessor, später Rechtsanwalt in Frankfurt am Main.

Heilbrunn war von 1910 bis 1928 Stadtverordneter, von 1915 bis 1918 Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses für den Wahlkreis Wiesbaden 11 (Stadtkreis Frankfurt am Main) und Mitglied der Fraktion der Freisinnigen Volkspartei.[1] Von 1919 bis 1921 war Heilbrunn Mitglied der Verfassunggebenden Landesversammlung (DDP) und von 1919 bis 1933 Vorstand der Anwaltskammer Frankfurt.

Heilbrunn wurde Ehrenbürger der Universität Frankfurt und erhielt die Ehrendoktorwürde in Politikwissenschaften (Dr. rer. pol. h. c.).

Er emigrierte 1939 nach England und kehrte 1950 in die Bundesrepublik zurück; nach 1945 war er Ehrenmitglied der Anwaltskammer Frankfurt am Main. Er förderte die Frankfurter Bibliophile Gesellschaft und war selbst ein bedeutender Sammler von Kunst und Francofurtensien. Neben juristischen und volkswirtschaftlichen Fachbüchern veröffentlichte er mehrere Schriften zur Frankfurter Geschichte.

Sein ältester Sohn Rudolf war mit der Übersetzerin Lore Grages verheiratet.

Werke (Auswahl)Bearbeiten

  • Die Gründung der Universität Frankfurt am Main, Frankfurt am Main 1915
  • Frankfurt im Sezessionskrieg, Frankfurt am Main 1926
  • Kaiserreich, Republik, Naziherrschaft, Hamburg 1947

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Mann, Bernhard (Bearb.) : Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. 1867-1918. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 171 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3); zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 672–675.

LiteraturBearbeiten