London Eye

Riesenrad in London
London Eye (Millennium Wheel)
London Eye (Millennium Wheel)
Daten
Typ Riesenrad
Ort London, England, Vereinigtes Königreich
Eröffnung 9. März 2000
Höhe 135 Meter
Gondeln 32
Fahrgäste pro Gondel 25–28
Geschwindigkeit 1 km/h

Das London Eye (engl. „Auge von London“), auch bekannt unter der Bezeichnung Millennium Wheel, ist mit einer Höhe von 135 Metern[1] das höchste Riesenrad Europas. Es steht im Zentrum von London am Südufer der Themse nahe der Westminster Bridge und gilt als eines der Wahrzeichen der britischen Hauptstadt.

London Eye

Baubeginn des Riesenrades war 1998. Am 10. Oktober 1999 wurde die Konstruktion aufgerichtet.[2] Die Eröffnung für Besucher verzögerte sich wegen technischer Probleme bis zum 9. März 2000.

Das London Eye sollte ursprünglich nur eine begrenzte Zeit von etwa fünf Jahren betrieben werden, doch angesichts des großen Erfolges wurde dies verworfen.

London Eye bei Nacht
Kabine mit Lagerungsmechanismus
Detailansicht des London Eye
Blick von oberer Kabine auf nachfolgende

Merkmale

Das London Eye besitzt 32 bodentief verglaste und klimatisierte Gondeln, in denen jeweils 25–28 Personen Platz finden.[3] Dabei sind die Glas-Gondeln in zwei rotierenden Ringen gelagert, so dass die Gondeln sich immer in der Waagerechten befinden.

Die ellipsoiden Gondeln befinden sich außerhalb des Rades, was eine fast uneingeschränkte Panorama-Aussicht ermöglicht. Das Rad dreht sich mit einer Geschwindigkeit von 0,26 m/s (knapp 1 km/h) und braucht für eine Umdrehung ca. 30 Minuten.[4] Durch die geringe Geschwindigkeit wird der Fahrgastwechsel während der Fahrt möglich, so dass das Rad nur anhält, um u. a. Rollstuhlfahrenden den Einstieg zu ermöglichen. Der Antrieb erfolgt durch 16 Antriebsräder in vier Einheiten mit je vier Reifen, die als Reibräder von beiden Seiten am Radkranz ansetzen und ihn drehen.

Sind die Sichtverhältnisse optimal, kann man vom Riesenrad aus bis zu 40 km weit sehen, unter anderem bis zum etwas außerhalb Londons gelegenen Schloss Windsor.

Planung und Bau

Das Riesenrad wurde von den Architekten David Marks und Julia Barfield entworfen. Tragwerksplaner war John Roberts, der auch später mit Marks Barfield beim British Airways i360 Aussichtsturms in Brighton zusammenarbeitete. Marks und Barfield hatten versucht, nach dem Erfolg des London Eye die Idee an weitere Städte zu verkaufen, sie erwies sich aber als zu teuer, weshalb sie als kostengünstigere Alternative den Aussichtsturm i360 entwarfen. Für das London Eye war ursprünglich Arup als Ingenieursfirma eingebunden. Diese stieg jedoch aus, als die Baufirma Mitsubishi, mit der sie verbunden war, sich zurückzog.[5] Das Design der Gondeln stammt von Nick Bailey. Die Realisierung erfolgte durch das niederländische Stahlbau-Unternehmen Hollandia. Die Drehachse und die einseitige, schräge Stütze aus Rohren und Spannelementen wurden von der tschechischen Maschinenbaufirma Škoda geliefert. FAG Kugelfischer entwickelte und baute in Schweinfurt das riesige Pendelrollenlager an der Nabe.[6] Die Kapseln und das Stabilisations-System stammen von der französischen Firma Sigma. Der Antrieb wurde von Bosch Rexroth geliefert. Am 10. September 1999 versuchte die niederländische Spezialfirma Smit-Tak mit einem der größten Schwimmkräne der Welt, das liegend zusammengebaute Rad des London Eye aufzurichten, doch der Versuch schlug fehl. Erst einen Monat später konnte das Rad zunächst um 60 Grad aufgerichtet werden. Es dauerte eine weitere Woche, um es in seine endgültige Position zu heben.

Betreiber

Die Merlin Entertainments Group besitzt und betreibt das Riesenrad. Sponsor seit Februar 2020 ist die Online-Reisesuchmaschine lastminute.com[7]. Zuvor waren von 2011 bis Ende 2014 EDF Energy und von 2015 bis Ende Januar 2020 Coca-Cola die Sponsoren.[8][9] Bei der Eröffnung 2000 gehörte es noch der Tussauds Group, British Airways und der Architektenfamilie Marks Barfield gemeinsam. 2006 erwarb Tussaud die Anteile der anderen Eigentümer und wurde 2007 dann selbst von Merlin übernommen.

Einordnung

Das London Eye ist das viertgrößte Riesenrad der Welt. Bis zum 4. Januar 2006 war es das höchste Riesenrad der Welt, wurde aber dann durch das 160 Meter hohe Riesenrad „Stern von Nanchang“ in Nanchang, China, abgelöst, das wiederum mit der Eröffnung des Singapore Flyer am 1. März 2008 als damals größtes Riesenrad der Welt ersetzt wurde (siehe auch Dubai Wheel). Seit 2014 ist der High Roller in Las Vegas das größte Riesenrad.

Zur Kolonialausstellung Empire of India Exhibition stand von 1895 bis 1907 im Earls Court Exhibition Centre das Great Wheel, das mit 94 Meter zum Errichtungszeitpunkt höchste Riesenrad der Welt.

4D-Erfahrung

Das „4D Experience“ ist ein 4D-Kino in der Nähe des London Eyes, das der Besucher mit der normalen Eintrittskarte besuchen kann. Gezeigt wird ein vierminütiger 4D-Film, in dem Wind, Wolken, Schnee oder Feuerwerk simuliert werden.[10]

Weblinks

Commons: London Eye – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. London Eye, Structurae
  2. The 10th of October 1999 AD, London Eye Erected, information-britain.co.uk
  3. Terms and Conditions - London Eye. Abgerufen am 16. November 2018.
  4. How long will I be on the London Eye? Abgerufen am 27. Februar 2017 (amerikanisches Englisch).
  5. Porträt von John Roberts in Structural Engineer, 2018, Nr. 2
  6. Spiegel-Online: Panne beim London Eye. Abgerufen am 14. August 2018.
  7. London Eye will be in the pink with Lastminute.com. In: Travelweekly. 14. November 2019, abgerufen am 22. Februar 2020 (englisch).
  8. EDF Energy signs three-year London Eye sponsorship. (Nicht mehr online verfügbar.) Brandrepublic.com, archiviert vom Original am 11. November 2012; abgerufen am 14. August 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.brandrepublic.com
  9. Coca-Cola to sponsor London Eye. The Guardian, 16. September 2014, abgerufen am 18. Januar 2015 (englisch).
  10. 4D Experience at the EDF Energy London Eye. (Nicht mehr online verfügbar.) Archiviert vom Original am 24. September 2011; abgerufen am 18. September 2011 (englisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.londoneye.com

Koordinaten: 51° 30′ 12″ N, 0° 7′ 11″ W