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Der Lloyd 400 war ein Kleinstwagen, den die Lloyd Motoren Werke G.m.b.H. in Bremen von 1953 bis 1957 als Nachfolger des Lloyd 300 bauten. Die 400 in der Modellbezeichnung steht für den (aufgerundeten) Hubraum in cm³.

Lloyd
Lloyd LP 400, Bj. 1955
Lloyd LP 400, Bj. 1955
400
Verkaufsbezeichnung: LP 400 / LC 400 / LS 400 / LK 400
Produktionszeitraum: 1953–1957
Klasse: Kleinstwagen
Karosserieversionen: Limousine, Cabriolimousine, Kombi, Kastenwagen
Motoren: Ottomotor:
0,4 Liter (9,6 kW)
Länge: 3355 mm
Breite: 1410 mm
Höhe: 1400 mm
Radstand: 2000 mm
Leergewicht: 510 kg
Vorgängermodell Lloyd 300
Nachfolgemodell Lloyd 600
Lloyd LP 400 im August 1961 an der Kontrollstelle Brandenburger Tor in Berlin

Motor und FahrwerkBearbeiten

Wie der Motor des Vorgängers war der Zweizylinder-Zweitaktmotor des Lloyd 400 mit Flachstromvergaser Solex 30 BRFRH vorn quer eingebaut. Die Bohrung war gegenüber dem Lloyd 300 um 8 mm vergrößert (Bohrung × Hub = 62 mm × 64 mm); die Leistung auf 13 PS (9,6 kW) bei 3750/min und das Drehmoment auf 28,45 Nm bei 2750/min gestiegen. Der Motor brauchte ein Benzin-Öl-Gemisch im Verhältnis 1 : 25.

Ab 1956 gab es eine „Sparausführung“ mit 250-cm²-Motor für die Besitzer des alten Führerscheines Klasse IV. Sie wurde als Lloyd 250 angeboten.

Die Wagen hatten eine Einscheibentrockenkupplung, ein nicht synchronisiertes Dreiganggetriebe mit Krückstockschaltung, Frontantrieb und Zahnstangenlenkung. Die Vorderräder waren an zwei Querblattfedern aufgehängt, die hintere Pendelachse an halbelliptischen Längsblattfedern.

In den ersten Monaten wurden die Trommelbremsen noch, wie beim Vorgänger, mechanisch per Seilzug betätigt, ab März 1953 hydraulisch. Die mechanisch betätigte Handbremse wirkte auf die Vorderräder.

Rahmen und KarosserieBearbeiten

Wie der Lloyd 300 hatte der 400 einen Zentralrohrrahmen und einen Plattformboden. Zunächst übernahm er auch die aus kunstlederbespannten Sperrholzschalen bestehende Karosserie vom Vorgänger. Lediglich die Fahrzeugfront wurde etwas moderner gestaltet. Der Spitzname „Leukoplastbomber“ traf also weiterhin zu.

Bereits ab März 1953 wurden die Seitenteile aus Stahlblech gefertigt; ab Januar 1954 auch die Motorhaube und das Fahrzeugheck. Ab November 1954 bestand schließlich das Dach ebenfalls aus Stahlblech.

Neben der Limousine mit der Zusatzbezeichnung LP gab es einen Kombi mit der Zusatzbezeichnung LS und einen Kastenwagen (LK). Ab August 1955 wurde auch eine Cabriolimousine (LC) angeboten. Die beiden Seitentüren aller Karosserievarianten waren hinten angeschlagen.

Preise und FertigungszahlenBearbeiten

Die zweitürige Limousine LP 400 war 1953 für DM 3780,-- erhältlich. Bis 1955 sank ihr Preis auf DM 3350,--. Der dreitürige Kombiwagen LS 400 kostete anfangs DM 3970,--. Bis 1955 sank auch sein Preis bis auf DM 3480,--. Teuerstes Modell war die ab September 1955 angebotene Cabriolimousine LC 400 für DM 3680,--.

In fünf Jahren entstanden insgesamt 109.878 Lloyd 400.

QuelleBearbeiten

  • Werner Oswald: Deutsche Autos 1945–1990. Band 4. 1. Auflage. Motorbuch Verlag, Stuttgart 2001. ISBN 3-613-02131-5. S. 446–447

WeblinksBearbeiten

  Commons: Lloyd LP400 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  Commons: Lloyd LS400 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien