Lismir

Dorf im Kosovo
Lismir/Lismiri1
Dobri Dub/Добри Дуб2
Lismir führt kein Wappen
Lismir (Kosovo)
(42° 38′ 28″ N, 21° 3′ 38″O)
Basisdaten
Staat: KosovoKosovo Kosovo3
Bezirk: Pristina
Gemeinde: Fushë Kosova
Koordinaten: 42° 38′ N, 21° 4′ OKoordinaten: 42° 38′ 28″ N, 21° 3′ 38″ O
Höhe: 527 m ü. A.
Einwohner: 758 (2011)
Telefonvorwahl: +383 (0) 28
Kfz-Kennzeichen: 01
1 albanisch (unbestimmte / bestimmte Form),
2 serbisch (lateinische / kyrillische Schreibweise)
3 Die Unabhängigkeit des Kosovo ist umstritten. Serbien betrachtet das Land weiterhin als serbische Provinz.

Lismir (albanisch auch Lismiri, selten auch Dobërdup, serbisch Добри Дуб Dobri Dub) ist ein Dorf in der kosovarischen Gemeinde Fushë Kosova.

Der Ortsname ist in beiden Landessprachen gleichbedeutend (deutsch „gute Eiche“).

Die Hügel rund um Lismir

LageBearbeiten

 
Grund- und Mittelschule im Ort

Lismir liegt im Amselfeld gleich westlich neben der Stadt Fushë Kosova. Die beiden Orte sind durch den Fluss Sitnica getrennt. Das Dorf ist mit einer Nebenstraße mit dem Zentrum von Fushë Kosova verbunden. Die Distanz beträgt rund dreieinhalb Kilometer. In unmittelbarer Nähe liegen der Bahnhof von Fushë Kosova in drei Kilometern Entfernung sowie der Flughafen Pristina in fünfzehn Kilometern Entfernung. Lismir wird mehrheitlich von Hügeln umschlossen. Sie entstanden aufgrund der Ausbaggerungen für den sich ca. drei Kilometer nördlich befindenden Kohleabbau. Es wurden Bäume angepflanzt, um die Umgebung zu verbessern. In Lismir befindet sich eine Grund- und Mittelschule, sowie eine Moschee, welche sich genau im Zentrum des Dorfes befindet. Außerdem befindet sich ein Friedhof westlich des Dorfes.

GeschichteBearbeiten

Am 4. April 1998 wurde das Dorf vom jugoslawischen Militär umzingelt. Die Zivilbevölkerung wurde vor der Moschee zusammengetrieben und musste dort ihre Ausweisdokumente auf ein auf dem Boden ausgebreitetes Laken legen. Wer sich weigerte sollte "Auf der Stelle hingerichtet" werden. Serbische Einheiten zündeten anschließend die Dokumente an und brannten alle Häuser nieder. Die gesamte Bevölkerung musste daraufhin zum Bahnhof in Fushë Kosova fliehen, wo sie und weitere Albaner mit Zügen ins Flüchtlingslager bei Blace (Nordmazedonien) gebracht wurden.[1]

Am 29. Juni 1998 wurde ein Kind des Dorfes, welches kurz zuvor zurückgekehrt war, tödlich verletzt. Außerdem wurde ein Mann schwer verwundet.[2]

Zu Beginn des Jahres 2010 wurden laut Angaben der OSZE serbische Gräber im Dorf geschändet.[3]

BevölkerungBearbeiten

EthnienBearbeiten

Bevölkerungsentwicklung
Jahr Einwohner
1948 538
1953 607
1961 731
1971 921
1981 1 061
1991 1 208
2011 758

Gemäß Volkszählung 2011 leben in Lismir 758 Einwohner. Von ihnen bezeichnen sich 757 als Kosovo-Albaner, lediglich von einer Person ist keine Angabe zur Ethnie vorhanden.[4][5]

ReligionBearbeiten

2011 bekannten sich von den 758 Einwohnern 757 zum Islam und eine Person gab keine Antwort bezüglich seines Glaubens.[6]

ProblemeBearbeiten

Die Bevölkerung hat mit folgenden Problemen zu kämpfen:

  • Luftverschmutzung durch die Kohlekraftwerke Kosova A und B in Obiliq (Gruppe C)
  • Ackerlandverlust aufgrund der durch den Tagebau entstandenen Hügel
  • regelmäßige Stromreduktion
  • illegale Mülldeponien

TagebauBearbeiten

Die Regierung des Kosovo plant, im Jahre 2032 den Tagebau nach Süden in Richtung des Dorfes zu vergrößern. Dies würde bedeuten, dass ca. 110 Millionen Kubikmeter Erde ausgegraben werden müssten. Außerdem wird die Umsiedlung des Dorfes in Betracht gezogen.[7]

PersönlichkeitenBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. BBC News | Monitoring | Serbian media sees Tirana's hand in Kosovo. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  2. Wolfgang Plarre - übernommen von e-mail Ibrahim Sh. Makolli: Wochenbericht 421 von KMDLNJ/CDHRF - Weekly report 421 - from June 27 until June 30, 1998. Abgerufen am 23. Juli 2017.
  3. Janine Natalya Clark: International Trials and Reconciliation: Assessing the Impact of the International Criminal Tribunal for the Former Yugoslavia. Routledge, 2014, ISBN 978-1-317-97475-8 (google.de [abgerufen am 24. Juli 2017]).
  4. Regjistrimi i Popullsisë në Kosovë 2011. (PDF) Statistikagentur des Kosovo, S. 28, abgerufen am 3. August 2016 (albanisch).
  5. Bevölkerungsentwicklung von 1948-2011. Abgerufen am 24. Juli 2017.
  6. Tim Bespyatov: Religious composition of Kosovo 2011. Abgerufen am 24. Juli 2017.
  7. Qeveria devijon kahen e minierës së “Kosovës së Re” për tenderin milionësh. In: Telegrafi. 1. Juni 2018 (telegrafi.com [abgerufen am 19. Oktober 2018]).