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LiNZ AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste

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Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 2000 durch Fusion [1]
Sitz Linz, Österreich
Leitung Erich Haider, Vorstandsvorsitzender
Klaus Luger, Aufsichtsratsvorsitzender
Mitarbeiterzahl 3020[2]
Umsatz 748 Mio. Euro
Branche Öffentliches Versorgungsunternehmen
Website www.linzag.at
Stand: 5. März 2018

Die Linz AG (Eigenschreibweise LINZ AG) ist eine stadteigene Linzer Holding, die Energieversorgung, kommunale Dienste und öffentlichen Nahverkehr in Linz und weiteren 115 Gemeinden in Oberösterreich anbietet. Sie ging im Oktober 2000 aus den ehemaligen Einzelbetrieben Elektrizitäts-, Fernwärme und Verkehrsbetriebe AG (ESG) und Stadtbetriebe Linz (SBL) hervor.

2015 erwirtschaftete die Linz AG einen Umsatz von rund 697 Millionen Euro.

GmbHs innerhalb der Linz AGBearbeiten

Die Linz AG ist in drei Gesellschaften aufgeteilt, die sich mit der Strom- und Fernwärmeversorgung sowie dem öffentlichen Nahverkehr beschäftigen. Diese sind die

  • Linz Strom GmbH, die
  • Linz Gas/Wärme GmbH sowie die
  • Linz Linien GmbH.

Die vierte GmbH, die Linz Service GmbH, beschäftigt sich mit allen weiteren Dienstleistungen und Infrastrukturangelegenheiten, die in die Zuständigkeit der Linz AG fallen. Die fünfte GmbH ist die Management Linz GmbH, welche sich mit den internen Dienstleistungen des Unternehmens befasst.

Linz Strom GmbHBearbeiten

 
Gasheizkraftwerk der Linz Strom GmbH im Linzer Industriegebiet

Die Linz AG betreibt ein 8021 km langes Energieübertragungsnetz, 27 Umspannwerke und mehr als 3000 Trafostationen, um die Stromversorgung von etwa 242.000 Kunden in Linz und 82 Gemeinden zu gewährleisten. Darüber hinaus werden drei Fernheizkraftwerke, ein Biomassekraftwerk und vier kleinere Wasserkraftwerke (bis zu 9 MW) zur eigenen Stromerzeugung genutzt.

Innerhalb der Linz Strom GmbH gibt es folgende Geschäftsbereiche: Asset Service (Elektrizitätsverteilung), Energieerzeugung (mit den Fernheizkraftwerken Linz-Mitte und Linz-Süd und dem Biomassekraftwerk), Energiemanagement und Telekom. Der Strom-Verkauf erfolgt über die Tochtergesellschaft Enamo.

Geschäftsbereich TelekommunikationBearbeiten

 
Niederlassung der Linz AG GB Telekommunikation in der Wiener Straße

Die Linz AG Telekom ist als Informations- und Kommunikationsprovider ein eigenständiger Geschäftsbereich der Linz Strom GmbH. Mit rund 100 Mitarbeiter/innen und einem seit 1986 ausgebauten Lichtwellenleiter-Netz von insgesamt 2000 km Länge, ist sie einer der größten heimischen Glasfasernetzbetreiber.

Das Kernversorgungsgebiet erstreckt sich auf die Region Oberösterreich. Mittels nationaler und internationaler Partner-Vernetzungen sind Gesamtlösungen der Linz AG Telekom auch österreichweit und international umsetzbar. Das Leistungsspektrum umfasst Business-IT-Lösungen aus den Bereichen Vernetzung & Internet, Telefonie & Video, Security & Monitoring sowie Housing & Hosting für mittelständische und große Unternehmen. Das Unternehmen verfügt über Zertifizierungen in den Bereichen Informationssicherheits-Managementsystem (ISO/IEC 27001:2013), Qualitätsmanagement-System (ISO 9001:2015) und Sicherheitsmanagement-System (ISO45001:2018).

Die Linz AG Telekom leistet auch einen Beitrag hinsichtlich ihrer sozialen Verantwortung. An einem 2012 initiierten EU-weiten Projekt zum Thema „energiesparendes Verhalten als Beitrag zum Klimaschutz“ nimmt die Linz AG Telekom teil: Durch das Projekt «eSESH – Saving Energy in Social Housing with ICT» soll das Energiebewusstsein von Wohnungsmietern erhöht und damit langfristig Energie gespart werden.[3][4]

Linz Gas/Wärme GmbHBearbeiten

Das Erdgas-Netz der Linz AG versorgt Linz und 29 weitere Gemeinden mit Erdgas. Die Linz Gas Vertrieb GmbH & Co KG ist der Erdgas-Lieferant der Linz AG und versorgt Kunden in diesen Gemeinden, sowie Kunden die vom liberalisierten Erdgasmarkt Gebrauch machen aus ganz Österreich.

Mit Fernwärme aus den drei Fernheizkraftwerken und dem Biomassekraftwerk werden Linz und 26 weitere Gemeinden versorgt. Die Erzeugung von Fernwärme wurde am 1. Oktober 1970 erstmals vom Fernheizkraftwerk Linz-Mitte aufgenommen.

Linz Linien GmbHBearbeiten

 
Zwei inzwischen ausgemusterte Busse der Linz Linien AG beim Volksgarten
 
Linzer Erdgasbus an der Haltestelle Karlhof
 
Der Cityrunner: die neue Straßenbahn-Generation in Linz

Die Tochtergesellschaft Linz Linien GmbH betreibt die Straßenbahn Linz, die Pöstlingbergbahn, die Oberleitungsbusse Linz und die städtischen Buslinien. Auf den insgesamt 33 Linien (4 Straßenbahnlinien, Pöstlingbergbahn, 4 Oberleitungsbuslinien, 10 reguläre Autobuslinien, 5 Schnellbuslinien und 9 Stadtteilbuslinien) befördern 188 Fahrzeuge jährlich über 113 Millionen Fahrgäste. Das Streckennetz in Linz umfasst rund 210 Kilometer. Auf die einzelnen Linien heruntergebrochen, haben die Straßenbahnlinien die höchsten Fahrgastzahlen zu verzeichnen, wobei die Linie 1 (Universität bis Auwiesen) ist mit 23,2 Millionen Personen die meisten Menschen befördert. Nach ihr folgen die Linie 2 (Universität bis solarCity) mit 22,6 Millionen Fahrgästen, die Linie 4 (Landgutstraße bis Schloss Traun) mit 10,5 Millionen Fahrgästen und die Linie 3 (Landgutstraße bis Trauner Kreuzung) mit 8,7 Millionen Fahrgästen. Die angegebenen Zahlenwerte beziehen sich auf das Geschäftsjahr 2018 (1. Oktober 2017 bis 30. September 2018).[5] Neben den erwähnten 33 Linien verkehren seit März 2009 in den Morgenstunden (zwischen dem Betriebsende um ca. 0:00 Uhr bis zum Betriebsbeginn um ca. 4:00 Uhr) der Samstage, Sonntage und Feiertage auch Nachtlinien. Im Dezember 2016 wurden die Nachtlinien völlig neu gestaltet und tragen nun eine neue Linienkennung, die jeweils mit "N8" ("Nacht") beginnt.[6] Zu den Linz Linien gehört ebenso die Linzer Grottenbahn am Pöstlingberg.

Im Sommer 2009 wurden anlässlich des Kulturhauptstadtjahres erstmals die Haltestelleninformationen der Linie 3 in Mundart angesagt. Auch wurden neue künstlerisch gestaltete Tickets aufgelegt und es sind neue Uniformen zum Einsatz gekommen.

Das Unternehmen erhielt im August 2010 den 30.000 Bus der Citaro-Baureihe.[7]

Linz Service GmbHBearbeiten

Die Linz Service GmbH ist für kommunale Dienstleistungen und Infrastruktur zuständig. Die Linz Service GmbH beinhaltet die kommunalen Geschäftsbereiche Wasserversorgung, Abwasserentsorgung, Abfallentsorgung, Hafen, Bäder, Bestattung & Friedhöfe und IWA. Eng verbunden mit dem Linzer Hafen ist die Österreichische Donaulager GmbH, eine 100 %ige Tochtergesellschaft der Linz Service GmbH.

GB WasserversorgungBearbeiten

Aus sechs Wasserwerken (Scharlinz, Goldwörth, Plesching, Fischdorf, Heilham und Haid) wird über ein Wassernetz die Wasserversorgung von Linz und 21 Vertragsgemeinden betreut. Die Wasserförderung im Geschäftsjahr 2011/12 betrug etwa 20,3 Mio. m³. Neben der Wassergewinnung, zu der u. a. die Wasserwerke gehören, gibt es noch die Abteilungen Wasserverteilung Linz, Wasserverteilung Umlandgemeinden und die Abteilung Planung und Dokumentation.

GB AbwasserentsorgungBearbeiten

Über ein 1108 km langes Kanalnetz (davon 572 km in Linz) wird das Abwasser zur Regionalkläranlage Asten geleitet; das Abwasser der nördlich der Donau liegenden Regionen wird dabei durch den Donaudüker gepumpt. Insgesamt 41 Gemeinden sind an das Abwassernetz angeschlossen. Weitere Abteilungen dieses Geschäftsbereiches sind neben der Regionalkläranlage Asten die Grundstücksentwässerung, der Kanalbauhof der Stadt Linz und die Abteilung Kanalbau und -planung.

GB AbfallentsorgungBearbeiten

Die Mülldeponie Asten (HMD Fisching) wird ebenfalls von der Linz AG – Linz Service GmbH betrieben. Im Geschäftsjahr 2011/12 wurden 38.717 t Restabfälle entsorgt, 12.232 t Biomüll und 17.130 t Altpapier.
Zu diesem Geschäftsbereich gehören zusätzlich vier Altstoffsammelzentren (ASZ Wiener Straße, ASZ Mostnystraße, ASZ Nebingerknoten und ASZ Dallingerstraße), eine Mechanisch-biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA), die 2012 eröffnete Reststoff-Aufbereitungsanlage (RABA) und eine Bioabfall-Kompostieranlage.

GB BäderBearbeiten

Ebenfalls in den Bereich von der Linz Service GmbH fällt die Betreuung von vier Hallenbädern mit Sauna (Fitnessoase Parkbad, Wellnessoase Hummelhof, Erlebnisoase Schörgenhub, Familienoase Biesenfeld) – drei davon mit angeschlossenem Freibad, und einer reinen Saunaanlage (Saunaoase Ebelsberg). Weiters werden sieben kleinere Kinderfreibäder und drei Badeseen (Pichlinger See, Pleschinger See, kleiner Weikerlsee) betreut.

Des Weiteren betreibt die Linz Service GmbH zwei Eishallen, drei Kunsteisbahnen sowie den Camping- und Zeltplatz am Pleschingersee.

GB Bestattung und FriedhöfeBearbeiten

 
Urnenhain zu Allerseelen

Die vier im Eigentum der Stadt Linz befindlichen Friedhöfe Stadtfriedhof Linz/St. Martin, Urnenhain Urfahr, Urnenhain Kleinmünchen und Bergfriedhof Pöstlingberg stehen unter der Verwaltung der LINZ AG. Die Gesamtfläche der Friedhöfe beträgt rund 675.000 m².

Am Urnenhain Urfahr betreibt die Linz AG ein Krematorium mit 2 Öfen, 38 Kühlkammern und 8 Aufbahrungsräume mit nachfolgendem Verabschiedungsraum. Pro Jahr werden rund 3000 Kremierungen durchgeführt, die Kapazitäten reichen für 3600 Fälle pro Jahr.

GB HafenBearbeiten

 
Der Handelshafen

Im Linzer Handelshafen werden jährlich etwa 3,1 Mio. t Güter umgeschlagen (Stand Geschäftsjahr 2011/12). Die Lagerfläche der Linz AG beträgt 48.000 m² gedeckter Fläche und 7.500 m² Freilagerfläche. Es werden hier jährlich an die 210.000 Container (TEU) umgeschlagen.
Eine Attraktion des Hafens ist der MS Eduard, ein Eisbrecherschiff, welches auch für Hafenrundfahrten gemietet werden kann.

GB IWABearbeiten

Zusätzlich, als kleinster Geschäftsbereich der Linz Service GmbH, wird noch das Institut für Wasseraufbereitung, Abwasserreinigung und -forschung (kurz: IWA) betrieben, welches Trinkwasser- und Abwasseruntersuchungen, Emissionsmessungen, Bodenuntersuchungen u. v. m. im Auftrag der Linz AG, aber auch für Privatpersonen und Gewerbe- und Industriebetriebe tätigt.

Managementservice Linz GmbHBearbeiten

Diese GmbH nimmt interne Aufgaben wahr. Auch Bauprojekte, wie zum Beispiel die Errichtung der neuen Hauptbibliothek, fallen als Tochtergesellschaften in den Bereich der Managementservice Linz GmbH. Folgende Servicebereiche sind dort angesiedelt: Informationsmanagement, Beschaffung, Facility Management, Kundenservice und Baumanagement.

Linz AG HoldingBearbeiten

Über diesen fünf GmbHs steht die Linz AG Holding. Diese nimmt ebenfalls interne Aufgaben wahr und umfasst die Kernbereiche Konzernentwicklung, Marketing, Finanzen, Personal, Recht, Revision und Public Relations.

BeteiligungenBearbeiten

Die Linz AG hält zahlreiche Beteiligungen an anderen privaten und öffentlichen Unternehmen. Unter anderem ist die Linz AG mit 10,31 % an der Energie AG Oberösterreich beteiligt. An der Oberösterreichischen Ferngas Aktiengesellschaft werden im Moment 21 % gehalten. Auch an der LIWEST Kabelmedien GmbH, einem regionalen Kabelfernsehanbieter, hält die Linz AG in Form von der Managementservice Linz GmbH einen 87 %-Anteil. Die Linz AG selbst ist eine 100 %ige Tochter der Stadt Linz.

Geschichte der Vorläufergesellschaft ESGBearbeiten

 
Das letzte Logo der ESG
 
Ehemalige ESG-Direktion im Balzarek-Haus in der Museumstraße

TEG und Vorläufer (1880 bis 1923)
Die Betreibergesellschaft der Linzer Pferdetramway (eröffnet 1880) war die Linzer Tramway Gesellschaft, 1885 umbenannt in Tramway Linz–Urfahr, L. Ph. Schmidt & Cie. 1887 kaufte der Linzer Kaufmann Hermann Hofmann die Gesellschaft, die nun unter Tramway Linz–Urfahr, H. Hofmann firmierte. Hofmann verkaufte die Tramway 1896 an das Consortium für die Errichtung elektrischer Anlagen in Linz. 1897 wurde die Tramway- und Elektrizitäts-Gesellschaft Linz–Urfahr (TEG) gegründet, die das Kraftwerk und die elektrische Straßenbahn mit allen Rechten und Pflichten vom Consortium übernahm.

ESG (1923 bis 2000)
Am 5. Juni 1923 wurde die Gesellschaft in Elektrizitäts- und Straßenbahn-Gesellschaft Linz (ESG) umbenannt. 1939 wurde wegen des deutschen Aktiengesetzes die Firma in Linzer Elektrizitäts- und Straßenbahn Aktiengesellschaft geändert. 1975 erfolgte aus steuerlichen Gründen eine Übertragung der Gesellschaft auf die am 12. Dezember 1975 gegründete Linzer Elektrizitäts-, Fernwärme- und Verkehrsbetriebe Aktiengesellschaft. Die alte Gesellschaft war zu einem kleinen Teil (1,8 %) in Privatbesitz, weswegen einige Steuer- und Gebührenbefreiungen nicht ausgenützt werden konnten. Die neue ESG (die Abkürzung wurde beibehalten) gehörte zu 100 % der Stadt Linz.

Vorläufergesellschaft SBL – Stadtbetriebe Linz GmbHBearbeiten

Die zweite Vorläufergesellschaft der Linz AG waren die SBL-Stadtbetriebe Linz GmbH. Gegründet wurden diese 1970 und gingen aus den ehemaligen Stadtwerken hervor. Die SBL beinhaltete folgende Geschäftsbereiche: Wasser, Abwasser, Abfall, Hafen, Bäder, Bestattung und Friedhöfe, IWA, die heute in der Linz Service GmbH angesiedelt sind. Zusätzlich gab es noch die Geschäftsbereiche Gas, Installation (beide heute in der Linz Gas/Wärme GmbH), Baumanagement und Zentralwerkstätten und Fuhrpark (beide heute in der Managementservice Linz GmbH).

Knapp vor der Fusion mit der ESG zur Linz AG übernahm die SBL die Betreuung der Friedhöfe (vorher nur Bestattung) im Jahr 1997 und im Jahr 1999 wurde der Geschäftsbereich Abfall (vom Magistrat) eingegliedert.
In den Stadtwerken (Vorläufer der SBL vor 1970) gab es noch die Bereiche städtische Volksküchen und städtischer Schlachthof.

KritikBearbeiten

Im Jahr 2015 wurde der LINZ AG der Negativpreis Big Brother Award in der Kategorie Behörden und Verwaltung verliehen, für die zwingende Umstellung auf Smart-Meter.[8]

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten