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Der Landesfeuerwehrverband Hessen e. V., kurz LFV Hessen, mit Sitz in Kassel, ist der Fachverband der hessischen Feuerwehren. Er vertritt als Dachorganisation die Interessen der 32 Kreisfeuerwehrverbände (KFV)[1][2], die über drei Bezirksfeuerwehrverbände (BFV)[3] organisiert sind. Die beiden Landesgruppen Berufsfeuerwehr (BF) und Werkfeuerwehr (WF) sind ebenso ordentliche Mitglieder mit Stimmrecht. Die Hessische Jugendfeuerwehr (HJF) ist satzungsgemäß Teil des LFV Hessen. Der LFV Hessen ist Mitglied des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) mit Sitz in Berlin.

Landesfeuerwehrverband Hessen
(LFV Hessen)
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Rechtsform eingetragener Verein
Zweck Förderung des Feuer-, Arbeits-, Katastrophen- und Zivilschutzes
Sitz Kassel
Gründung 21. April 1954

Präsident Ralf Ackermann
Geschäftsführer Harald Popp
Organisationstyp Landesverband
Website https://www.feuerwehr-hessen.de

Der Landesfeuerwehrverband repräsentiert die hessischen Feuerwehren im Deutschen Feuerwehrverband. Der LFV Hessen ist Herausgeber des LFV-Infodienstes, der halbjährlich erscheint.[4]

Der Verband und seine Mitglieder sind regelmäßig im Hessischen Landtag, in Gremien, Anhörungen und Ausschüssen in Hessen präsent, um die Positionen des hessischen Feuerwehrwesens zu vertreten.

GeschichteBearbeiten

Die ersten Feuerwehrverbände im heutigen Hessen waren die heutigen Bezirksfeuerwehrverbände:

Am 21. April 1954 gründete sich der Landesfeuerwehrverband Hessen vor dem Hintergrund der Bundesländergliederung in der Nachkriegszeit und nach jahrelangen zähen Verhandlungen in Frankfurt am Main.[6] Die erste der Gründung folgende Verbandsversammlung fand am 10. September 1955 in Gießen statt. Der erste Hessische Feuerwehrtag wurde vom 12. bis 13. September 1969 in Bensheim ausgerichtet.[7]

Präsident des Hessischen Landesfeuerwehrverbandes ist seit April 1994 Ralf Ackermann.

AufgabenBearbeiten

Die Förderung des Feuerschutzes, Arbeitsschutzes, Katastrophen- und Zivilschutzes wird insbesondere verwirklicht durch die Erfüllung folgender Aufgaben:[8]

  • die Förderung des Feuerwehrwesens in Hessen,
  • die Vertretung der Interessen der Feuerwehren,
  • die Pflege der Grundsätze des freiwilligen Brandschutzes, insbesondere durch Informations- und Ausbildungsveranstaltungen,
  • die Förderung des Brand- und Katastrophenschutzes, der Allgemeinen Hilfe, des Umweltschutzes und des Rettungsdienstes,
  • die Unterstützung und Förderung der sozialen Vorsorge für die Feuerwehrmitglieder,
  • die Förderung der gesundheitlichen Vorsorge der Feuerwehrmitglieder von Beginn der Mitgliedschaft bis zum Ausscheiden, besonders durch Präventionsmaßnahmen zusammen mit den Versicherungsträgern,
  • die Mitgestaltung der Aus- und Fortbildung der Feuerwehrmitglieder,
  • die Durchführung von Öffentlichkeitsarbeit, Brandschutzerziehung und -aufklärung,
  • die Zusammenarbeit mit den am Brandschutz interessierten und den verantwortlichen Stellen und Organisationen im In- und Ausland,
  • die Betreuung und Förderung der Jugendfeuerwehren im Land Hessen, die in der Hessischen Jugendfeuerwehr organisiert sind,
  • die Pflege und Förderung der Feuerwehrmusik in den Hessischen Feuerwehren,
  • die Pflege und Förderung der Kindergruppen der Feuerwehren im Land Hessen.

OrganeBearbeiten

Die Organe des Landesfeuerwehrverbandes Hessen sind:

  • Verbandsversammlung
  • Landesfeuerwehrausschuss
  • Präsidium

ArbeitsweiseBearbeiten

Der Landesfeuerwehrverband Hessen unterhält in Kassel eine Geschäftsstelle mit mehreren hauptamtlichen Mitarbeitern.[9] Jeder Verbandsvorsitzende eines hessischen Kreisfeuerwehrverbandes ist im Landesfeuerwehrausschuss vertreten. Die Vorsitzenden der Bezirksfeuerwehrverbände gehören dem Präsidium an.

Die Positionen des LFV Hessen basieren auf den Ergebnissen der 12 Bereiche innerverbandlicher Facharbeit, deren Erkenntnisse sowohl der politische Verbandsarbeit, als auch der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen.[10]

FeuerwehrangehörigeBearbeiten

Im Jahr 2016 waren in den mehr als 2.400 Feuerwehren rund 73.600 aktive Feuerwehrangehörige registriert, der Frauenanteil betrug hierbei 12,0 %. Hinzu kamen etwa 1.700 Berufsfeuerwehrleute und 2.200 Werkfeuerwehrleute.[11][12]

Jugend- und KinderfeuerwehrBearbeiten

Wesentliches Instrument der Nachwuchsgewinnung sind die Jugendfeuerwehren und die Kinderfeuerwehren (für Kinder ab 6 Jahre). In den rund 2.000 Jugendfeuerwehren sind 25.000 Jungen und Mädchen in der originären Jugendfeuerwehr und 3.400 in der Kinderfeuerwehr aktiv.[11] Interessenvertretung der Jugendfeuerwehren ist die im Jahr 1964 gegründete Hessische Jugendfeuerwehr im Landesfeuerwehrverband Hessen.

FeuerwehrwettbewerbeBearbeiten

 
X. Internationale Feuerwehrsportwettkämpfe 1993 in Berlin, Sieger in der Disziplin Löschangriff – FF Beselich-Obertiefenbach

Vom Land Hessen werden jährlich Hessische Feuerwehrleistungsübungen auf Kreis-, Bezirks- und Landesebene ausgeschrieben bzw. veranstaltet. Sie beinhalten einen theoretischen Teil (Fragebogenbeantwortung) und einen praktischen Teil (Feuerwehrübung mit Brandbekämpfung und Menschenrettung unter Anwendung von Atemschutz und Digitalfunk).

Einzelne Freiwillige Feuerwehren aus Hessen beteiligen sich auch an Feuerwehrleistungswettbewerben, die vom LFV Hessen organisiert und unterstützt werden. Durch Ausscheidungswettkämpfe auf Landes- und Bundesebene qualifizieren sich immer wieder hessische Mannschaften für die alle vier Jahre stattfindenden Internationalen Feuerwehrwettkämpfe des Weltfeuerwehrverbandes CTIF. Bei den Traditionellen Internationalen Feuerwehrwettbewerben wurde die Freiwillige Feuerwehr Nidderau-Eichen im Juli 1985 in Österreich Weltmeister. Bei den Internationalen Feuerwehrsportwettkämpfen des CTIF im Juli 1993 in Berlin siegte die Freiwillige Feuerwehr Beselich-Obertiefenbach in der Disziplin Löschangriff und wurde Weltmeister, nachdem sie vier Jahre zuvor bei dieser so genannten Feuerwehrolympiade in Warschau/Polen den 3. Platz und die Bronzemedaille errang.[13]

Siehe auchBearbeiten

  Portal: Feuerwehr – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Feuerwehr
 Wiktionary: Feuerwehr – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

LiteraturBearbeiten

  • Landesfeuerwehrverband Hessen (Hrsg.): Alle Kraft der Feuerwehr! – 50 Jahre Landesfeuerwehrverband Hessen. Kassel 2004, ISBN 3-927006-48-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kreisfeuerwehrverbände Landesfeuerwehrverband Hessen, abgerufen am 29. Juni 2018.
  2. Stadtfeuerwehrverbände Landesfeuerwehrverband Hessen, abgerufen am 29. Juni 2018.
  3. Bezirksfeuerwehrverbände Landesfeuerwehrverband Hessen, abgerufen am 29. Juni 2018.
  4. LFV-Infodienst. Landesfeuerwehrverband Hessen e. V., abgerufen am 7. Juni 2018.
  5. Franz-Josef Sehr: Die Gründung des Nassauischen Feuerwehrverbandes. In: Jahrbuch für den Kreis Limburg-Weilburg 2012. Der Kreisausschuss des Landkreises Limburg-Weilburg, Limburg-Weilburg 2011, ISBN 3-927006-48-3, S. 65–67.
  6. Landesfeuerwehrverband Hessen (Hrsg.): Alle Kraft der Feuerwehr! – 50 Jahre Landesfeuerwehrverband Hessen. Kassel 2004, ISBN 3-927006-48-3, S. 20–45.
  7. Landesfeuerwehrverband Hessen (Hrsg.): Alle Kraft der Feuerwehr! – 50 Jahre Landesfeuerwehrverband Hessen. Kassel 2004, ISBN 3-927006-48-3, S. 128.
  8. Satzung des LFV Hessen. Landesfeuerwehrverband Hessen e. V., abgerufen am 7. Juni 2018.
  9. Geschäftsstelle des Landesfeuerwehrverbandes Hessen. Abgerufen am 7. Juni 2018.
  10. Fachgremien des Landesfeuerwehrverbandes. Abgerufen am 7. Juni 2018.
  11. a b Innenminister Peter Beuth: „Freiwillige Feuerwehren leisten Herausragendes“. Hessischer Innenminister Peter Beuth, 23. August 2017, abgerufen am 30. Mai 2018.
  12. Feuerwehren in Hessen – Organisationen im Brandschutz. Hessisches Ministerium des Innern und für Sport, abgerufen am 30. Mai 2018.
  13. Franz-Josef Sehr: X. Feuerwehr-Olympiade 1993 in Berlin. In: Florian Hessen 9/1993. Munkelt Verlag, Wiesbaden 1993, S. 24–26. ISSN 0936-5370.