Löhma (Leutenberg)

Ortsteil der Stadt Leutenberg

Löhma ist ein Ortsteil der Stadt Leutenberg im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt in Thüringen.

Löhma
Koordinaten: 50° 35′ 31″ N, 11° 27′ 52″ O
Höhe: 520–540 m ü. NN
Eingemeindung: 1900
Eingemeindet nach: Munschwitz
Postleitzahl: 07338
Vorwahl: 036734
Ortslage
Ortslage

LageBearbeiten

Löhma liegt im Norden der Stadt auf einer Hochfläche über dem Sormitz- und dem Saaletal in einer Höhe von 520 m in eine Geländesenke.

GeschichteBearbeiten

Gegründet wurde der Ort wahrscheinlich von sorbischen Siedlern. Erstmals urkundlich erwähnt wird die Siedlung als Lemane im Jahr 1074. Zu dieser Zeit gehörte der Ort zum Benediktinerkloster Saalfeld und war eine der ersten Siedlungsinseln in diesem Gebiet. Ab circa 1300 wurde hier ein Rittergut errichtet, das als Wohnort eines niederen Adligen diente. 1434 ging das Rittergut von Bernhard von Könitz auf Burg Eichigt in das Eigentum Familie von Beulwitz über. Im Laufe der Jahre wurde das Dorf in ein Gutsdorf umgewandelt. Um 1850 verließ der letzte eigenen Grund und Boden besitzende Bauer den Weiler. Um 1860 lebten in Löhma 60 Menschen aus sechs verschiedenen Familien. 23 waren im Rittergut beschäftigt. Zum Gut gehörte auch eine Brauerei und eine Branntweinbrennerei. Noch im 19. Jahrhundert wurde Löhma nach Munschwitz eingemeindet. Der Ort gehörte bis 1918 zur Exklave Leutenberg der Oberherrschaft der Grafschaft bzw. des Fürstentums Schwarzburg-Rudolstadt.

1956 bis 1963 wurde auf der Flur der Gemeinde das Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Hohenwarte II errichtet. 1997 wurde Löhma gemeinsam mit Munschwitz nach Leutenberg eingemeindet.

BauwerkeBearbeiten

HohenwarteBearbeiten

Das Oberbecken des Pumpspeicherwerkes Hohenwarte II wurde 1956 bis 1963 in einer Geländemulde errichtet. Zwei Seiten des Beckens bestehen aus einer Gewichtsstaumauer aus Beton und eine Seite aus einem Steinschüttdamm.

SanatoriumBearbeiten

Die Unterkunft für die Bauarbeiter des Pumpspeicherwerkes wurde 1965 in ein Kursanatorium für Magen- und Darmdiät mit einem Sozialgebäude, einem Kulturgebäude, einem Zwischenbau und einem Schwesternwohnheim umgewandelt. Seit 1994 stehen die Gebäude leer.[1]

LiteraturBearbeiten

  • Luise Grundmann (Hrsg.): Saalfeld und das Thüringer Schiefergebirge. Eine landeskundliche Bestandsaufnahme im Raum Saalfeld, Leutenberg und Lauenstein (= Landschaften in Deutschland. Bd. 62). Böhlau, Köln u. a. 2001, ISBN 3-412-10800-6, S. 189 f.

WeblinksBearbeiten

Commons: Löhma – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. André Winternitz: Kneipp-Sanatorium Löhma wird vermutlich abgerissen. In: rottenplaces.de. 22. April 2017, abgerufen am 9. November 2021 (deutsch).