Kulturlandschaft Grand Pré

Park in Kanada

Die Kulturlandschaft von Grand Pré liegt am Südufer des Minas-Beckens, etwa 85 Kilometer nordwestlich von Halifax, in der kanadischen Provinz Nova Scotia und umfasst etwa 1320 ha, zuzüglich Pufferfläche, im östlichen Kings County. Sie wird im Osten und Süden vom Gaspereau River sowie im Westen vom Cornwallis River begrenzt. Ihr Zentrum liegt bei der Ansiedlung Grand-Pré, welche namensgebend für diese Kulturlandschaft ist.

Kulturlandschaft Grand Pré
UNESCO-Welterbe UNESCO-Welterbe-Emblem

Grand-Pré National Historic Site.jpg
Die Landschaft bei Grand Pré
Vertragsstaat(en): KanadaKanada Kanada
Typ: Kultur
Kriterien: (v), (vi)
Fläche: 1323 ha
Pufferzone: 5865 ha
Referenz-Nr.: 1404
UNESCO-Region: Europa und Nordamerika
Geschichte der Einschreibung
Einschreibung: 2012  (Sitzung 36.)

Die Kulturlandschaft zeigt die Entwicklung der Landwirtschaft sowie der zu ihrem Schutz angelegten Deiche und Schleusensysteme beginnend durch die Akadier im 17. Jahrhundert. Zum Schutz des niedrig gelegenen Sumpfes vor den Gezeiten des salzhaltigen Meerwassers der Bay of Fundy nutzten die französischen Siedler die traditionellen Deichbautechniken ihrer Heimat. Sie ist damit ein außergewöhnliches Zeugnis einer landwirtschaftlichen Lebensweise in einer Küstenregion mit einer der höchsten Gezeiten der Welt. Der Tidenhub im Minas-Becken bei Hantsport beträgt etwa 10 bis 15 Meter.[1] In dem Marschland betrieben sie eine Polderwirtschaft und gewannen dem Meer fruchtbare Kleieböden ab. Das Land eingedeichte Land ist durchzogen mit Entwässerungsgräben. Damit das Wasser dieser Gräben abfließen kann, sind in den Deichen sogenannte „aboiteaux“ verbaut worden.[2] Dabei handelt es sich um hölzerne Rückschlagventile unter den Dämmen welche bei Ebbe aufschwingt und bei Flut zuklappen.

Gleichzeitig ist sie auch ein Denkmal für die Akadier und ihre Lebensweise sowie deren ab 1755 erfolgende Deportation (Le Grand Dérangement). Bis zu diesem Zeitpunkt war das Gebiet der Mittelpunkt von Les Mines, einem der akadischen Siedlungsgebiete. Mit der Deportation der Akadier befasst sich auch das Gedicht Evangeline von Henry Wadsworth Longfellow.

Im Jahr 2012 wurde die Stätte von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt.[3]

Bevor die Landschaft zum Weltkulturerbe wurde, wurden bereits 1982 Teile zur National Historic Site of Canada, der Grand-Pré National Historic Site of Canada, erklärt.[4]

WeblinksBearbeiten

Commons: Grand-Pré – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Hantsport (#282) Tidal Prediction. Fisheries and Oceans Canada, abgerufen am 1. August 2019 (englisch).
  2. M. G. Hatvany: The Origins of the Acadian Aboiteau: An Environmental Historical Geography, Historical Geography, 30 (2002): 121–137.
  3. Sites in Iran, Malaysia, Canada, Slovenia, Spain, Germany, Portugal and France on UNESCO’s World Heritage List. UNESCO World Heritage Centre, 30. Juni 2012, abgerufen am 9. Juli 2019 (englisch).
  4. Grand-Pré National Historic Site of Canada. In: Canadian Register of Historic Places. Abgerufen am 1. August 2019 (englisch).


Koordinaten: 45° 7′ 6″ N, 64° 18′ 26″ W