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Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle

Konzerthaus und Konferenzzentrum in Stuttgart.

Das Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle (KKL) ist ein Konzerthaus und Konferenzzentrum in Stuttgart. Es liegt im Stadtteil Universität des Stadtbezirks Stuttgart-Mitte, am Berliner Platz.

Die Liederhalle ist einer der wichtigen deutschen Kulturbauten der Nachkriegszeit. Sie vereinbart Architektur mit bildender Kunst. Die Liederhalle ist eines der führenden deutschen Konzerthäuser. Große Orchester haben hier seit der Eröffnung im Jahre 1956 gespielt, wie die Wiener Philharmoniker und die Berliner Philharmoniker, das Royal Symphonic Orchestra aus London, oder die New York Philharmonics. Auch Stars der Jazz-, Rock- und Popmusik treten regelmäßig in der Liederhalle auf. Ein besonderer Höhepunkt beispielsweise war der Auftritt von Jimi Hendrix am 19. Januar 1969.[1]

Der Komplex wurde Anfang der 1990er Jahre zum Kultur- und Kongresszentrum erweitert. Heute finden hier Kongresse, Tagungen, Versammlungen und Jubiläen statt. Der Bau steht zu einem Großteil seit 1987 unter Denkmalschutz.

Neben den genannten Ereignissen finden Hauptversammlungen, Empfänge und Podiumsdiskussionen statt. Parallel steht die Liederhalle als Veranstaltungsort für Bälle und Tanzveranstaltungen zur Verfügung. Zur Ausstattung zählen daher fünf große Säle (der Beethoven-, Mozart-, Silcher-, Hegel- und Schiller-Saal) und 18 Konferenz- und Tagungsräume,[2]

Über die Hälfte, nämlich 56,67 % der Events sind Kultur- oder Gesellschaftsveranstaltungen, mehr als 43 % Kongresse, Tagungen oder Messen. Die zentrale Lage, die gute Verkehrsanbindung und die besondere Architektur des 1956 von Rolf Gutbrod und Adolf Abel erbauten Komplexes ziehen rund 630.000 Besucher jährlich an. Mit 7.000 m² Ausstellungsfläche bietet die Liederhalle Kapazitäten für bis zu 6000 Besucher; den Gästen stehen 2250 Tiefgaragenplätze zur Verfügung.[3]

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Alte LiederhalleBearbeiten

 
Alte Liederhalle von 1864

Die ursprüngliche Liederhalle wurde in den Jahren 1863–1864 auf Initiative des bereits 1824 gegründeten Stuttgarter Liederkranzes als Gesellschaftshaus erbaut. Die Einweihung des Einzelbauwerks erfolgte am 11. Dezember 1864, es wurde zehn Jahre später um den ob seiner Akustik vielgerühmten Großen Saal erweitert. Zuletzt umfasste die Liederhalle 14 Säle.

Die Pläne für den Bau gingen auf den Architekten Christian Friedrich von Leins zurück, der zuvor allein in Stuttgart die Villa Berg (Sommersitz des württembergischen Kronprinzen Karl und seiner Gattin), den Königsbau, der als höfisches Festsaalsgebäude diente, und später die evangelische Johanneskirche am/im Feuersee (Stadtteil Stuttgart-West) aus der Taufe gehoben hatte. Der 1320 Quadratmeter messende Große Saal wurde als „Fachwerk-Massivhaus mit Galerien“ konzipiert. Bis zu 2500 Menschen konnten sich darin aufhalten. Weitere 20 Jahre später, um 1894/1895, wurde eine große Konzertorgel des überregional bekannten und in Echterdingen firmierenden Orgelbaubetriebes Carl Gottlieb Weigle im Saal eingebaut. Der Sohn des Firmenbegründers Friedrich Weigle sorgte für die Erstellung des 54 Register umfassenden Bauwerks. Nach dem Jahrzehntwechsel wurde der Eingangsbereich im Jugendstil modernisiert. Im Jahr 1907 war das Gebäude Tagungsort eines Internationalen Sozialistenkongresses. In den Kriegsjahren 1943–1944 wurde die Halle so erheblich zerstört, dass danach lediglich noch zwei Säle funktionsfähig waren. Ab 1946 fand dann keine Nutzung mehr statt.

Neue LiederhalleBearbeiten

 
Neue Liederhalle
 
Kongressanbau von 1991

In den Jahren 1955–1956 wurde die Neue Liederhalle am selben Ort neu aufgebaut, sie entwickelte sich in der Folge zum Zentrum des kulturellen und gesellschaftlichen Lebens in der Stadt.[4] Die Stadt Stuttgart erwarb das Grundstück 1954. Diese wollte den alten Widmungszweck erhalten und engagierte die Architekten Adolf Abel und Rolf Gutbrod, die einen Neubau erstellten. Am 2. August 1956 wurde die Neue Liederhalle eingeweiht. Sie beherbergt den Beethoven-, den Mozart- und den Silchersaal.

1991 erweiterte Wolfgang Henning die Anlage mit einem Kongressanbau, wobei zusätzlich der Hegel- und der Schillersaal entstanden. Seither spricht man beim Gesamtensemble vom Kultur- und Kongresszentrum. Selbiges ist teilweise denkmalgeschützt. Der nahezu 1900 Sitzplätze vorhaltende Hegelsaal hat einen siebeneckigen Grundriss und wird von einer Glaskuppel überdacht. Außerdem bietet der Raum eine verdunkelbare Tageslichtkuppel, zwei getrennte Emporen und eine hydraulisch verstellbare Bühne.

ArchitekturBearbeiten

Topographie und Äußeres der LiederhalleBearbeiten

Die Liederhalle liegt auf einem Areal zwischen Breitscheid-, Seiden-, Schloss- und Büchsenstraße. Vor dem Krieg befanden sich neben dem Konzerthaus Privathäuser und ein Schwimmbad. Die Grundstücke wurden zur Einheit „Berliner Platz“ zusammengelegt. Der Haupteingang liegt im Westen. Mehr als die Hälfte des Grundstücks nimmt die Halle ein, westlich liegt eine Grünanlage, unter der sich die Tiefgarage befindet. Der Höhenunterschied zwischen beiden Längsseiten des Baus beträgt acht Meter. Der Haupteingang befindet sich an einem weitläufigen Vorplatz auf mittlerer Höhe und besitzt ein weit auskragendes, asymmetrisches Dach. Von hier aus werden alle drei Säle des Konzerthauses sichtbar, die aus dem flacheren Gebäudeteil mit Foyer, Restaurant und Nebenräumen herausragen. Zur Linken der rechteckige, mit Spaltklinker verkleidete Silcher-Saal mit einer Aluminiumskulptur von Hans Dieter Bohnet. Rechts steht der mit einem Mosaik aus verschiedenen Quarzitsteinen überzogene Mozart-Saal. Die verschiedenfarbigen Quarzitplatten wurden ohne geschliffene Kanten verwendet, es entstanden unterschiedlich breite Fugen, die mit Marmor und Keramikplatten gefüllt wurden. Die Komposition stammt vom Münchner Künstler Blasius Spreng. In der Mitte befindet sich der runde, aus konkaven und konvexen Linien bestehende Beethoven-Saal. Seine Fassade ist aus Sichtbeton mit leicht zurückgesetzten, abends beleuchteten Mosaikstreifen. Die Sichtbetonfassade ist vom Goetheanum Rudolf Steiners inspiriert. Darüber hinaus lehnt er sich an Bauten von Le Corbusier und Hugo Häring und dessen Theorie des „organhaften Bauens“ an: Die Materialien sollten ihrer Natur gemäß verwendet werden, jedes Element sollte sich seinen Gesetzen gemäß entwickeln, in die Ordnung des Ganzen einfügen.

Diese 1950er-Jahre Architektur drückt eine deutliche Distanzierung zum Monumentalismus des nationalsozialistischen Bauens aus. Die Gebäude waren „architektonische Bekenntnisse zur Entmaterialisierung als Zeichen gegen die bleiernde Schwere der totalitären Zeit, die noch in den Gehirnen lastete“ so Winfried Nerdinger. Die Unterscheidung zwischen einer Hauptfassade und untergeordneten Seiten und Rückfassaden ist aufgehoben.

Inneres der LiederhalleBearbeiten

 
Blick vom oberen Bereich des Foyer auf eine Treppe und den unteren Bereich
 
Oberer Bereich des Foyers, Detail
 
Foyer und Garderobe des Mozart-Saals

Wie beiläufig greifen im auf zwei Ebenen angelegten Foyer die verschiedenen Bereiche ineinander: der obere öffnet sich als breite, umlaufende und geschwungene Galerie zum unteren, beide sind über drei frei angeordnete Treppen miteinander verbunden. Oben befinden sich Zugänge zu den Rängen des Beethoven-Saals und die Foyers des Mozart- und des Silcher-Saals. Das Parkett des Beethoven-Saals wird vom unteren Bereich aus erschlossen. Der auffällige Fußboden in verschiedenfarbigem Terrazzo ist mit einem Muster aus sich kreuzenden Linien geschmückt.

Im Innern der Säle werden die an der Außenfassade verwendeten Oberflächen und Formen fortgesetzt. Das rechteckige Muster der Betonfassade des Beethoven-Saals findet sich in einer Stuckstruktur wieder, der Mozart-Saal wird auch im Innern durch eine Quarzitplatten-Verkleidung kenntlich gemacht. Der Baukörper des Silcher-Saals ist an der rötlich-bräunlichen Färbung zu erkennen.

Besonders ist das durch einige Stufen abgegrenzte Foyer des Mozart-Saals: Es ist mit einem Bodenmosaik von Blasius Spreng ausgestattet, über dem Garderobenraum spannt sich eine gewellte Decke, die Elemente der Bauten Hans Poelzigs aufgreift. Ein Lichtbrunnen, der mit geschliffenen Glasplatten bedeckt ist, unterstreicht die Architektur.

HauptsäleBearbeiten

Adolf Abel beanspruchte das Prinzip des Kontrapunkts für das Bauwerk: „Eine zur Einheit zusammengeführte Komposition aus eigenständigen Baukörpern, in denen sich kontrastreiche Materialien und Formen, etwa die Rundungen des Beethoven-Saals auf kubische Elemente der Balkone treffen.“

Der Beethoven-Saal: Aus dem Parkett steigt einseitig eine weit geschwungene Empore auf. Der Gesamtraum fügt sich zu einer dreidimensionalen Skulptur, hier wurde zum ersten Mal ein asymmetrisch konzipierter Konzertsaal realisiert. Eine konvexe Betonwand ist plastisch gegliedert, mit Goldlinien durchzogen und durch Holztafeln mit abstrakten Kompositionen versehen, ebenso wie die Betonbrüstung der Empore. Der übrige Raum ist mit Teakholz ausgekleidet. Die Deckenbeleuchtung folgt in großen, breiten Schwüngen dem Grundriss. Die Bühne ist in das Ganze eingebunden. Die Orgel, rechts von der Bühne lässt sich hinter Drehflügeln verschließen. In der Mitte des Parketts kann ein Springbrunnen freigelegt werden. Die Betonwand verteilt den Schall in den Saal, die Oberflächen wurden aufgrund der akustischen Wirksamkeit unterschiedlich behandelt.

Der Mozart-Saal: Er folgt einer asymmetrischen Gestaltung auf der Basis eines unregelmäßigen Fünfecks. Die Bühne liegt vor einer dieser fünf Raumecken und wird von hinten von Schallreflektoren begrenzt. Im Saal befinden sich aufsteigende Sitzreihen auf verschiedenförmigen Terrassen, mit akustisch wirksamen Rückwänden, einer prismenförmig wirkenden Verkleidung aus schrägen Flächen, die Wände aus Eichenholz. Die Decke ist mit Esche vertäfelt. Die gesamte Anordnung ist auf die Bühne konzentriert. Die Zuhörer werden zu Gruppen zusammengefasst, die einander leicht zugewandt sind.

Der Silcher-Saal: Er ist nüchterner gestaltet, hat einen rechteckigen Grundriss. Besonders ist die Verglasung aus Glasbausteinen, die ihn als einzigen Saal mit Tageslicht versorgt. Die an der anderen Längsseite – gegenüber der Glasbausteinwand – eingestellte Holzwand verengt den akustischen Raum zum Podium hin.

Weitere RäumeBearbeiten

Zu Beginn der 1990er Jahre wurde die Liederhalle auch aus wirtschaftlichen Überlegungen zum Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle erweitert. Um den seit den 1950ern veränderten Ansprüchen gerecht zu werden und die Räume für Vorträge und Podiumsdiskussionen anbieten zu können, wurde die Liederhalle auf der Nordseite durch ein vieleckiges Bauwerk mit zwei Sälen ergänzt: der 1900 Personen umfassende Hegel-Saal und der für 400 Personen angelegte Schiller-Saal, den eine Glaspyramide krönt. Darüber hinaus befinden sich weitere kleine Konferenzräume in diesem Bau. Die Überlegungen des Architekten Gutbrod aus dem Jahr 1978 standen Pate. Sein ehemaliger Mitarbeiter Wolfgang Henning setzte sie um.

Der Hegel-Saal ist sowohl für Tagungen als auch für Musik geeignet. Da das gesprochene Wort für optimale Nachhallzeiten andere Oberflächenmaterialien an Wänden und Decken benötigt als die Klänge von Musikinstrumenten, gingen die Akustiker beim Bau neue Wege: Der Saal hat einen Grundriss in Form eines unregelmäßigen Siebenecks. Keine Wand verläuft parallel zu einer gegenüberliegenden, der Schall verbreitet sich diffus – ein Vorteil für das gesprochene Wort. Die Decke ist für den gewünschten Lichteinfall zeltartig konstruiert, was ein Nachteil für das Hörerlebnis von Musik wäre. Die Lösung: Glassegel teilen den 30 Meter hohen Saal in ein oberes und ein unteres Raumvolumen, das so allen akustischen Ansprüchen gerecht wird.

FassadenBearbeiten

Ein hervorstechendes Merkmal der Architektur der Liederhalle ist die Vielfalt der Fassaden aus unterschiedlichen Materialien, Formen und Farben. Die Entwürfe der Fassaden gehen auf den Münchener Maler, Bildhauer, Glasmaler und Mosaizisten Blasius Spreng zurück, der auch an der Planung des Gebäudes und der Gestaltung des Innenraums maßgeblich beteiligt war.

MozartsaalBearbeiten

Die äußere Verkleidung des Mozartsaals ist das Glanzstück unter den Fassaden der Liederhalle. Die Komposition der Fassadenmosaiken hebt sich durch die Vielfalt der Formen und Farben von der eher einfarbigen und regelmäßigen Fassadengestaltung des Beethovensaals und des Silchersaals ab.

Die Außenhaut des Mozartsaals besteht aus handbearbeiteten, dünnen Quarzitplatten in einer Vielzahl von regelmäßigen und unregelmäßigen Formen und in vielerlei Farbtönen zwischen Schwarz, Blau, Grün, Braun und Grau. Die Oberflächen der Platten sind bruchrau und verstärken dadurch die Natursteinwirkung des Materials. Die unregelmäßigen Kanten bedingen ebenso unregelmäßige Fugenbreiten zwischen den Plattenstücken. Die Fassaden muten wie abstrakte Riesenpuzzles an, die gelegentlich durch Kleinmosaiken aus herkömmlichen Mosaiksteinchen aufgelockert werden.[5]

Die Plattenstücke der Mosaikbilder fügen sich teilweise zu geometrischen Formen zusammen, teilweise zu abstrakten Puzzles. Durchgehende Fugenlinien und fugenschmale Marmor- oder Quarzitleisten gliedern das Bildfeld und verleihen ihm eine dynamische Note. Die Fassaden schließen am oberen Rand mit einer schrägen Dachkante ab, in der sich die Mosaikbilder fortsetzen.

BeethovensaalBearbeiten

Die Außenmauern des Beethovensaals sind in unbearbeitetem Sichtbeton ausgeführt und werden durch ein umlaufendes, beleuchtbares „Diadem“ mit abstrakten Kleinmosaiken bekrönt.

Die Fassade der dominierenden konvexen Außenmauer besteht aus 5 Schichten mit einer reliefartigen Struktur aus rechteckigen Feldern variabler Breite. Die unstrukturierte konkave Außenmauer wird durch schmale waagerechte Leisten aus bunter Glaskeramik aufgelockert und durch einen diagonalen „Schwarm“ von viereckigen und runden Knöpfen, ebenfalls aus bunter Glaskeramik. Die Eingangstür wird von einem abstrakten Mosaikbild überkront. Die gerade Außenwand des Bühnenhauses wird durch über 200 kleine Viereckfenster durchlöchert, die in 2-3 Reihen pro Geschoss übereinander angeordnet sind.[6]

Silchersaal und Stuttgarter LiederkranzBearbeiten

Der Silchersaal und das Gebäude des Stuttgarter Liederkranzes bilden eine stilistische Einheit. Die Fassaden sind mit Spaltklinkerplättchen verkleidet, deren Farbton zwischen hellen und dunklen Rot- und Brauntönen changiert. Auch der obere Haupteingang, der rechts an den Silchersaal anschließt, und die nicht verglasten Teile der Restaurantfassade sind mit Klinkerplättchen verkleidet.

Durch die unterschiedliche Anordnung der Plättchen ergeben sich verschiedene Strukturmuster. Die meisten Wände zeigen Schichtstrukturen, die durch Bänder aus waagerecht oder senkrecht angeordneten Plättchen gebildet werden. Die eine Hälfte der Ostseite des Liederkranzgebäudes ist teilweise mit diagonalen, zickzackartig gebrochenen Parallelenscharen von Stabplättchen verkleidet.

Die Langseite des Silchersaals wird auf der Saalebene durch eine geschlossene Fensterfront belichtet. Sie besteht aus 10 durch Betonstützen getrennten Hochfenstern aus je 10 × 30 Glasbausteinen. Das Untergeschoss ist mit Klinkerplättchen verkleidet.[7]

OrgelBearbeiten

Die Orgel im Beethovensaal wurde 1956 von der Firma Orgelbau Friedrich Weigle erbaut.[8] Sie enthält 6021 Pfeifen. Die Disposition stammt von Helmut Bornefeld unter Mitwirkung von Anton Nowakowski.

I Hauptwerk (Plenolade) C–c4
Prinzipal 16′
Oktave 8′
Oktave 4′
Ital. Prinzipal 2′
Mixtur I 4–6fach 223
Mixtur II 4–6fach 113
I Hauptwerk (Sololade) C–c4
Trompete 16′
Trompete 8′
Trompete 4′
Rohrflöte 8′
Großsesquialter 513′ + 315
Nachthorn 4′
Rauschpfeife 4′ + 223
Oktavzimbel 3-fach 12
Tremulant Sololade
II Seitenwerk (Unterlade) C–c4
Sordun 16′
Quintade 8′
Stillgedackt 8′
Oboe 8′
Prinzipal 4′
Rohrquintade 4′
Koppelflöte 2′
Grobmixtur 5–8fach 2′
Tertian 113′ + 45
Siebenquart 117′ + 1619
Scharf 4-fach 1′
Celesta 4′
II Seitenwerk (Oberlade) C–c4
Holzflöte 8′
Trichterregal 8′
Weitgedackt 4′
Schalmei 4′
Rohrnasat 223
Prinzipal 2′
Schweizerquinte 113
Blockflöte 1′
Quintzimbel 3-fach 13
Tremulant Seitenwerk
III Oberwerk/Schwellwerk C–c4
Gedacktpommer 16′
Musette 16′
Prinzipal 8′
Gemshorn 8′
Grobgedackt 8′
Feldtrompete 8′
Vox humana 8′
Ital. Prinzipal 4′
Ital. Prinzipalschwebung 4′
Rohrflöte 4′
Rauschgambe 4′ + 223′ + 2′
Sesquialter 223′ + 135
Hohlflöte 2′
Mixtur 4–6fach 113
Quarte 113′ + 1′
Gemsnasat 113
Schreipfeife 3-fach 1′
Nonenkornett (Gruppenzug) 8′
Tremulant Oberwerk
Pedal (Hauptlade) C–f1
Prinzipal 32′
Holzprinzipal 16′
Untersatz 16′
Posaune 16′
Dulzian 16′
Baßzink 1023′ + 625
Oktavbaß 8′
Gedacktbaß 8′
Hintersatz 4-fach 513
Pedal (Sololade) C–f1
Kopftrompete 8′
Choralbaß 3-fach 4′
Waldflöte 4′
Clairon 4′
Kornett 2′
Glöckleinton 2′ + 1′
Tremulant Sololade
  • Koppeln: II/I, III/I, III/II, I/P, II/P, III/P
  • Spielhilfen: Absteller (einer pro Lade), Crescendowalze, 4 freie Kombinationen, 2 Pedalkombinationen, 10 Gruppenzüge für verschiedene Plenostufen
  • Windlade: Schleiflade
  • Traktur: Elektrische Spiel- und Registertraktur
  • Verschiebbarer Spieltisch

Kunst am BauBearbeiten

 
Liederhalle, Lageplan der Kunstwerke.

Im Jahr 1950 beschloss der Gemeinderat der Stadt Stuttgart, dass in den Kostenvoranschlägen städtischer Bauten zwischen 1 % bis 2 % der reinen Baukosten für die künstlerische Ausschmückung vorgesehen werden sollten. Für den Neubau der Liederhalle 1955/1956 wurden demgemäß nach einer Ausschreibung zahlreiche Aufträge an Künstler zur künstlerischen Ausstattung der Liederhalle vergeben.

Dieser Abschnitt befasst sich mit den 12 Kunstwerken, die an den Fassaden der Liederhalle angebracht sind oder im Außenbereich aufgestellt wurden. 8 der 12 Kunstwerke entstanden während des Neubaus der Liederhalle. Das Franz-Schubert-Denkmal stammt aus dem Jahr 1878, und 3 weitere Kunstwerke entstanden in neuerer Zeit zwischen 1979 und 2003.

Die Kunstwerke werden im Folgenden in der Reihenfolge der Nummerierung in dem nebenstehenden Lageplan beschrieben.

Hinweis: Die Kunstwerke im Inneren der Liederhalle werden in diesem Abschnitt nicht berücksichtigt.

Standortkarten 
Karte mit allen Standorten
Klicken Sie in der folgenden Zeile auf OSM, Google oder Bing.
f1  Karte mit allen Koordinaten: OSM, Google oder Bing

Es wird eine OpenStreetMap-Karte, eine Google Maps-Karte oder eine Bing Maps-Karte mit den Standorten aller Kunstwerke angezeigt.

Karte für einen Standort
Klicken Sie in der Standortbeschreibung eines Kunstwerks auf das Symbol  .

Es wird eine OpenStreetMap-Karte mit dem Standort des Kunstwerks angezeigt.

1. Peter Otto Heim: Philipp-Matthäus-Hahn-DenkmalBearbeiten

Standort: Berliner Platz, an der Ecke Seidenstraße und Schloßstraße  

Das Philipp-Matthäus-Hahn-Denkmal steht am Berliner Platz, an der Ecke Seidenstraße und Schloßstraße. Es erinnert an den schwäbischen Mechaniker-Pfarrer Philipp Matthäus Hahn, der durch die Erfindung von Rechenmaschinen, Waagen und astronomischen Uhren berühmt wurde. Das Denkmal ist das Werk des Bildhauers Peter Otto Heim (1896–1966) und wurde 1956 nach Vollendung der Neuen Liederhalle aufgestellt.

Das Denkmal besteht aus einem Unterbau aus Travertin und einem bronzenen Himmelsglobus. Der Unterbau besteht aus einem breiten, flachen Sockel und einem Quader mit den folgenden Inschriften und Darstellungen an den vier Seiten:

  • Vorn (an der Seidenstraße): Schriftzug „Philipp Matthäus Hahn“ und Relief von Hahns Profilbüste.
  • Rechts: Inschrift mit Geburts- und Todesdaten Philipp Matthäus Hahns und seinen Wirkungsstätten in Schwaben: „Philipp Matthäus Hahn, geboren 25 Nov 1739 | in Scharnhausen | Onstmettingen 1764 • 69, Kornwestheim 1770 • 80, Echterdingen 1781 • 90, gestorben 2 Mai 1790 | in Echterdingen“.
Die Himmel rühmen des Ewigen Ehre,
Ihr Schall pflanzt seinen Namen fort.
Ihn rühmt der Erdkreis, ihn preisen die Meere,
Vernimm, o Mensch, ihr göttlich Wort.
  • Hinten: Ritzzeichnung einer Sanduhr und von Teilen einer mechanischen Uhr (Ankerrad, Pendel).

Die bronzene, von grüner Patina überzogene Himmelskugel ist durch ihre Mittelachse mit dem Quader verbunden und trägt figürliche Reliefs der Tierkreiszeichen und Sternbilder. Der Äquatorring und der Meridianring (in der Abbildung noch vorhanden) wurden entfernt, nachdem sie von Vandalen mehrfach abgebrochen wurden.

2. Karl-Heinz Franke: Edelstahl-SäulenwaldBearbeiten

Standort: Grünanlage der Liederhalle, rechts neben dem oberen Haupteingang  .

Der „Edelstahl-Säulenwald“ ist ein Werk des Bildhauers Karl-Heinz Franke, das 1979 vor der Westfassade des Mozartsaals aufgestellt wurde. Auf einer Wiese verstreut stehen elf 2-2,5 Meter hohe, baumartige Gebilde aus Edelstahl, deren polierte Glanzflächen in scharfem Kontrast zu dem vielfarbigen Mosaik der Westfassade des Mozartsaals stehen. Drei miteinander verschweißte Stahlrohre bilden den Stamm der künstlichen Bäume. Daran befestigt sind zwei Meter hohe Bleche, die zu einer geschlossenen Hohlform gebogen und gefalzt sind und den Kunstbäumen die Anmutung stilisierter Säulenbäumchen verleihen.

Literatur: #Küster 2006, Seite 100-102.

3. Alfred Lörcher: MusikantenBearbeiten

Standort: Außeneingang des Liederhallenrestaurants an der Schloßstraße  

Am Außeneingang des Liederhallenrestaurants an der Schloßstraße sind drei mannshohe Platten mit Halbreliefs aus weißem Carraramarmor angebracht. Das Triptychon „Musikanten“ ist ein Werk des Stuttgarter Bildhauers Alfred Lörcher, das er nach der Vollendung der Neuen Liederhalle 1957 geschaffen hat.

  • Linkes Relief: Fünf nackte männliche Musiker, teils stehend, teils sitzend: oben frontal ein Cellist, darunter über- und nebeneinander drei Flötisten und ein Saxophonist, alle nach rechts gewendet.
  • Mittleres Relief: Zwei stehende Männer frontal, nackt bis auf einen Lendentuch, und zwischen ihnen ein nackter, nach rechts gewendeter Mann. Über ihnen schwebt der Anfang einer Notenzeile.
  • Rechtes Relief: Fünf nackte männliche Flötenspieler, teils stehend, teils sitzend: die oberen drei frontal, die beiden anderen nach links gewendet.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 137, 150, 202, 327 (Fußnote 82), #Grüterich 1976, Seite 236-237, Katalognummer R41.

4. Blasius Spreng: StabmosaikBearbeiten

Standort: Rechts neben dem Liederhallenrestaurant  

In einer Nische rechts vom Erdgeschoss des Liederhallenrestaurants sind zwei Wandinstallationen verborgen:

Das Stabmosaik ist im Gegensatz zu den Fassadenmosaiken der Liederhalle nicht flächenfüllend angelegt, sondern ein eigenständiges abstraktes Mosaikbild, das auf einem rechteckigen, anderthalb Stockwerke hohen Betonfeld als Wandmosaik angeordnet ist. Der äußere Umriss des Mosaikfelds gleicht einem leicht nach rechts gekippten, hohen Parallelogramm, dessen linke Seite in der Mitte knieartig vorspringt.

Das Bild setzt sich vorwiegend aus rotbraunen und einigen blauen, glasierten Keramikstäben zusammen. In den beiden oberen Dritteln durchpflügen die Stäbe das Bild in senkrechten Parallelenscharen und werden an den Seiten durch spitze Klammern von Stabbündeln begrenzt. Im unteren Drittel sind die Stäbe in vier waagerechten Parallelenscharen angeordnet, die durch Verwerfungen zickzackartig auf- und absteigen und wie ein geologischer Bodenquerschnitt anmuten. In den Querschnitt sind drei fensterartige Rechtecke eingelassen, die den Blick auf Strukturen aus blauen, goldenen und silbernen Schichten freigeben.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 146.

5. Otto Herbert Hajek: Durchbrochene FlächeBearbeiten

Standort: Rechts neben dem Liederhallenrestaurant „Die Note“  

In einer Nische rechts von der Gartenterrasse des Liederhallenrestaurants sind zwei Wandinstallationen verborgen:

Neben dem Liederhallenrestaurant, am Künstlereingang zum Beethovensaal, ist das Wandrelief „Durchbrochene Fläche“ aufgehängt, das Otto Herbert Hajek 1956 im Jahr der Fertigstellung der Neuen Liederhalle schuf. Das 3 Meter hohe und 1 Meter breite Relief aus rostendem Gusseisen hat eine rauhe, scheinbar unbearbeitete Oberfläche mit Schraffuren, Punktierungen und Bruchstellen. Die Rechteckform des Objekts wird an den Rändern und im Innern von Schlitzen, Einbuchtungen und ovalen Löchern „durchbrochen“. Siehe auch Hajeks freistehende Skulptur „Durchbrochene Fläche im Raum“.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 148, nicht in #Gomringer 2000 enthalten.

6. Otto Herbert Hajek: Durchbrochene Fläche im RaumBearbeiten

Standort: Vor der Ostfassade des Beethovensaals, an der Büchsenstraße  

Vor der Ostfassade des Beethovensaals, fast an der Büchsenstraße, steht eine Skulptur des Bildhauers Otto Herbert Hajek, die dieser 1956 im Jahr der Fertigstellung der Neuen Liederhalle schuf. Die Skulptur aus rostendem Gusseisen hat eine rauhe, scheinbar unbearbeitete Oberfläche mit tiefen Längsfurchen. Das grob rechteckige, mannshohe Objekt mit dem Werktitel „Durchbrochene Fläche im Raum“ oder „Durchbrochene Wand“ ähnelt einem stilisierten Baum oder einer klobigen menschlichen Figur, die mit den Beinen fest auf dem Boden steht, die beiden Arme in die Luft streckt und von vier ovalen Löchern „durchbrochen“ wird. Siehe auch Hajeks Wandrelief „Durchbrochene Fläche“.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 148, #Küster 2006, Seite 114-116, #Gomringer 2000, Seite 154 (Tafel 100), Seite 257 (Katalognummer A16).

7. Gustav Adolph Kietz: Franz-Schubert-DenkmalBearbeiten

Standort: Beim Eingang zum Stuttgarter Liederkranz an der Ostfassade des Beethovensaals  

Das Franz-Schubert-Denkmal mit einer Nachbildung der Marmorbüste von Franz Schubert steht an der Ostseite des Beethovensaals, beim Eingang zu den Räumen des „Stuttgarter Liederkranzes“. Die Originalbüste schuf Gustav Adolph Kietz 1878 für den Stuttgarter Liederkranz zu dessen 175-jährigem Jubiläum. Die Büste ruht auf einem hohen Steinpostament mit dem Schriftzug „Franz Schubert“.

Nachdem die Büste im Zweiten Weltkrieg verlorengegangen war, stiftete der Stuttgarter Liederkranz 1999 eine Nachbildung der Büste, die an der heutigen Stelle aufgestellt wurde.

8. Hans Dieter Bohnet: LyraBearbeiten

Standort: An der Westfassade des Silchersaals  

Ein Blickfang links vom oberen Haupteingang ist die großformatige Wandplastik „Lyra“. Sie ist das Werk des Bildhauers Hans Dieter Bohnet und entstand während des Baus der Neuen Liederhalle 1955/1956. Die schildartige, 500 × 250 cm große Plastik aus Aluminiumguss ist an der Westfassade des Silchersaals angebracht. Sie erreicht fast die Höhe der Fassade und hebt sich durch ihre stumpfe Silberfarbe markant von den rotbraunen Klinkerplättchen der dahinterliegenden Wand ab. Die drei Teile der Plastik stellen stilisierte Lyren von unregelmäßiger Form dar und spielen auf die drei unterschiedlich großen Konzertsäle an.

Auch der Jubiläumsbrunnen gegenüber dem Philipp-Matthäus-Hahn-Denkmal, an der anderen Ecke von Schloßstraße und Seidenstraße, ist ein Werk von Hans Dieter Bohnet. Der Brunnen wurde 1961 zum 60-jährigen Bestehen des Verschönerungsvereins Stuttgart installiert.

Literatur: #Küster 2006, Seite 76, #Brehler 2006, Seite 147, #Skrentny 2011, Seite 106.

9. Blasius Spreng: Drei TiermosaikenBearbeiten

Standort: Grünanlage der Liederhalle, Ecke Seidenstraße und Breitscheidstraße  .

In der Grünanlage der Liederhalle an der Ecke Seidenstraße und Breitscheidstraße laden unter den Rosenlauben einige Sitzbänke zum Verweilen ein. Einem aufmerksamen Beobachter, der hier Ruhe sucht, fallen vielleicht drei unscheinbare, rechteckige Bodenmosaiken ins Auge, die Blasius Spreng 1956 schuf. Das linke Mosaikbild zeigt Darstellungen von Schlangen und Fischen, das Mosaik oben rechts einen Pfau zwischen zwei hohen Bäumen und das schmale Mosaik unten rechts zeigt zwei Leoparden.

Diese drei Mosaikbilder und zwei weitere, heute verschwundene, waren eingebettet in Blasius Sprengs’ ehemaliges Großmosaik vor dem oberen Haupteingang. Da sich das Mosaik als Stolperfalle vor allem für hochhackige Damenschuhe erwies, und auch wegen der winterlichen Frostschäden, wurde es 1968 abgebaut und im Materiallager des Hochbauamtes deponiert. 1995 wurden drei der Bildmosaiken dort wiederentdeckt und an ihrem heutigen Platz in die Erde versenkt. Auf Grund der unglücklichen Platzwahl finden die Mosaiken kaum Beachtung und sind den Unbilden der Witterung und der Überwucherung durch Bodendecker ausgesetzt.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 138-142, 152, 153.

10. Bernd Wilhelm Blank: Kinetisches ObjektBearbeiten

Standort: Robert-Bosch-Platz  

Die turmartige Skulptur „Kinetisches Objekt“ erhebt sich aus der Mitte des Robert-Bosch-Platzes, umgeben vom Literaturhaus, dem Kino CinemaxX, dem Kongreßzentrum und der Liederhalle. Auf dem rot gepflasterten Platz steht das Objekt auf einem Kreis aus grauen Steinplatten, von dem 16 Strahlen aus ebenfalls grauen Steinplatten nach allen Seiten hin ausstrahlen.

Als 1999 die Neugestaltung des Bosch-Areals am ehemaligen Standort des Direktionsgebäudes von Robert Bosch vollendet war, schlug der Architekt Roland Ostertag vor, den Platz zur „Erinnerung an den Firmengründer und dessen Wirken an diesem Ort“ künstlerisch zu gestalten. Dieses Vorhaben wurde durch eine Stiftung der Robert Bosch GmbH finanziert und 2003 durch den Berliner Bildhauer Bernd Wilhelm Blank mit seinem beweglichen Objekt realisiert.

Der dreiteilige, aus einer Aluminiumlegierung bestehende Turm ist über 7 Meter hoch und ruht auf vier Eckpfeilern, über denen sich zwei bewegliche Segmente erheben. Ein eingebautes Windmessgerät ermittelt laufend die augenblickliche Windgeschwindigkeit, und sobald diese einen bestimmten Pegel erreicht, wird das mittlere der drei Turmsegmente in Bewegung gesetzt. Durch mechanische Kraftübertragung beginnt dann auch das obere Segment sich in die entgegengesetzte Richtung zu drehen. Wenn die Maximalposition der Rotation erreicht ist, schwingen die Segmente wieder in die Ausgangsposition zurück. Die Steuerungstechnik für die Bewegung des Turms ist eine Entwicklung der Robert Bosch GmbH.

Seit der Instandsetzung des Objekts 2016 hat das mittlere Segment die gleich Farbe wie die beiden anderen, und die Bewegung scheint sich auf geringfügige Ausschwingungen zu beschränken.

Literatur: #Küster 2006, Seite 64-66.

11. Sabine Hoffmann: EuroterraBearbeiten

Standort: Platz der Deutschen Einheit, beim Max-Kade-Haus  

Die Doppelskulptur Euroterra („Europäische Erde“) ruht auf einer Rasenböschung am Platz der Deutschen Einheit. Die Skulptur ist das Werk der Stuttgarter Bildhauerin Sabine Hoffmann (1926–2016). Sie entstand im Europajahr 1993 als Prototyp eines europäischen Skulpturenprojekts.

Die Skulptur besteht aus zwei kompakten, gestreckt nebeneinander liegenden, etwa 3 Meter langen Kastenformen aus Crailsheimer Muschelkalk, die sich aus 2 bzw. 3 Einzelblöcken zusammensetzen. Die Vertiefungen in den Oberseiten lassen schemenhaft die Abdrücke zweier Figuren erkennen, die Mann und Frau darstellen sollen und einen Arm zueinander hinstrecken.

Literatur: Webseite der Stadt Stuttgart.

12. Fritz Nuss: Ägyptische MusikantenBearbeiten

Standort: Oberer Haupteingang der Liederhalle  

Am oberen Haupteingang der Liederhalle sind an den Pfeilern zwischen den Türen vier bronzene, von grüner Patina überzogene Reliefplatten angebracht. Die ägyptisierenden Reliefs sind das Werk des Bildhauers Fritz Nuss und wurden nach der Vollendung der Neuen Liederhalle 1956 aufgestellt.

Die Reliefs zeigen Sänger mit Notenblatt und Flötenspieler, stehend oder auf breiten, niedrigen Hockern sitzend. Sie tragen einfache, knielange Gewänder und sind barfüßig. Auf einigen Wandkonsolen steht eine Leier und auf einer Konsole eine Teufelsmaske. Die Flötenspieler und Sänger der beiden äußeren Platten wenden sich einander zu. Auf dem dritten Relief von links kann man undeutlich eine senkrechte Leiste mit Hieroglyphen erkennen.

Literatur: #Brehler 2006, Seite 151.

Technik dient der AkustikBearbeiten

Das Kultur- und Kongresszentrum verfügt über eine umfangreiche Technik: Von hydraulisch verstellbaren Saalpodien, einem Tonnetzwerk, über eine Kältezentrale mit 3,3 Megawatt Kälteleistung bis hin zu den flexiblen Bestuhlungsvarianten in allen Sälen.

Die technische Ausstattung der Liederhalle umfasst Dolmetscherkabinen, Großbildprojektoren, Audio- und Videoregie, Satellitenübertragung.

Zahlen und FaktenBearbeiten

  • Standort: Stuttgart Zentrum, Berliner Platz
  • Lage: Anbindung über einen unterirdischen Gang an das Maritim-Hotel Stuttgart, direkt vor dem Bosch-Areal mit dem Literaturhaus, einem Kino, Bars, Bistros, Restaurants, einer Disco. Zu Fuß zu erreichen ist die Bachakademie, sowie das Stuttgarter Ballett. 15 km vom Flughafen entfernt
  • Öffentliche Verkehrsanbindung: U2, U4, U9, U14, U24, 43
  • Architektur: Eingebettet in die Landschaft, in Anlehnung an die Topographie; 5 große Säle, 18 Konferenz- und Tagungsräume
  • Gesamtkapazität/Tagungsfläche: 6000 Plätze
  • Ausstellungsfläche Säle/Foyers: 7000 m². Tiefgarage mit 2.250 Stellplätzen.

Veranstaltungen und PresseBearbeiten

In den 1930er-Jahren hatte Stuttgart mit seiner Liederhalle den Glanz anderer großer Städte adaptiert. So traten das Berliner Vokalensemble, die Comedian Harmonists auf, die chilenische Schauspielerin und Sängerin Rosita Serrano (Beiname: die chilenische Nachtigall), ebenso die österreichische Revuetänzerin, Schauspielerin und Sängerin La Jana. Musikalische Darbietungen reichten vom volkstümlichen und zum „Polkakönig“ avancierten Akkordeonisten Will Glahé über den Violinisten und Kapellmeister Barnabás von Géczy bis hin zur Stuttgarter Bassstimme des Lokalmatadors Wilhelm Strienz, aber auch der italienische Operntenor Beniamino Gigli sang hier.

Aber auch nach dem Krieg blieb Lob nicht aus. Die Los Angeles Times schrieb zum Neubau:

„Ein avantgardistisches Auditorium, das einer Weltstadt Ehre macht.“

Der Stuttgarter Dirigent Karl Münchinger äußerte sich seinerzeit dahin:

„Kein Konzertsaal auf dem Kontinent hat so eine Akustik.“

LiteraturBearbeiten

LiederhalleBearbeiten

  • Kultur- und Kongresszentrum Liederhalle; Informationsbroschüre „Alle Fakten auf einem Blick“.
  • Sian Brehler: Die Neue Liederhalle Stuttgart: Daten und Fakten zur Baugeschichte. Dissertation 2006, Karlsruhe 2006, pdf.
  • Margot Dongus: Fünfzig Jahre Liederhalle : Episoden, Musik, Architektur. [Stuttgart] : Südwestdeutsche Konzertdirektion Russ, 2006.
  • Hartmut Ellrich: Das historische Stuttgart. Petersberg : Michael Imhof Verlag, 2009, Seite 97-99, ISBN 978-3-86568-381-6.
  • Eberhard Grunsky: Zur Denkmalbedeutung der Stuttgarter Liederhalle. In: Denkmalpflege in Baden-Württemberg, 16. Jahrgang, 1987, Heft 2, Seite 91–111, pdf.
  • Christian Holl: Die Neuen Architekturführer Nr. 108, „Liederhalle Stuttgart“. Berlin : Stadtwandel Verlag, 2007.
  • Werner Skrentny (Herausgeber): Stuttgart zu Fuß. Tübingen : Silberburg-Verlag, 2008, Seite 102-102, 36, 106, 117, ISBN 978-3-87407-813-9.

Kunst am BauBearbeiten

  • Eugen Gomringer (Text); Anuschka Koos (Werkverzeichnis): O. H. Hajek. Eine Welt der Zeichen. Bonn 2000.
  • Marlis Grüterich: Alfred Lörcher. Skulptur, Relief, Zeichnungen; mit Werkverzeichnissen. Stuttgart 1976.
  • Bärbel Küster (Herausgeberin); Wolfram Janzer (Fotos): Skulpturen des 20. Jahrhunderts in Stuttgart. Heidelberg 2006.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Liederhalle Stuttgart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Koordinaten: 48° 46′ 45″ N, 9° 10′ 10″ O

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jimi Hendrix in Stuttgart - Januar 1969
  2. Kultur-und-Kongresszentrum Liederhalle in Stuttgart
  3. Parken Liederhalle
  4. 50 Jahre Konzerthaus Stuttgarter Liederhalle pdf-Datei
  5. #Brehler 2006, Seite 112-113, 137, #Grunsky 1987, Seite 95.
  6. #Brehler 2006, Seite 103, 144, 146, #Grunsky 1987, Seite 94-95.
  7. #Brehler 2006, Seite 119, #Grunsky 1987, Seite 95.
  8. Orgelbau Friedrich Weigle (Hrsg.): Die Orgel im Großen Saal der Neuen Liederhalle Stuttgart.