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Kreuzkirche (Saarbrücken-Herrensohr)

Kirchengebäude in Saarbrücken
Kreuzkirche
Blick ins Innere
Kirchenfenster

Die Kreuzkirche ist eine Kirche der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler / Herrensohr in der saarländischen Landeshauptstadt Saarbrücken im Kirchenkreis Saar-Ost der Evangelischen Kirche im Rheinland[1][2]. In der Denkmalliste des Saarlandes ist die Kirche als Einzeldenkmal aufgeführt[3].

GeschichteBearbeiten

Aufgrund des starken Bevölkerungswachstums im 19. Jahrhundert vergrößerte sich die Kirchengemeinde Dudweiler immer mehr und neue Gemeinden entstanden. Im 1856 gegründeten Dudweiler Bergarbeiterortsteil Herrensohr entstand am 1. Januar 1903 eine evangelische Kirchengemeinde. Um dem Wunsch der Herrensohrer Gemeindemitglieder nach einer eigenen Kirche nachzukommen, wurde bereits 1893 ein Kirchenbauverein gegründet. Bis zum Bau der Kirche fanden die Gottesdienste ab 1899 zunächst in einem Schulsaal statt.[4]

Von 1908 bis 1909 erfolgte der Bau der Kirche nach Plänen des Architekten Oskar Hossfeld, der als Geheimer Oberbaurat im preußischen Ministerium der öffentlichen Arbeiten in Berlin für mit staatlicher Unterstützung zu errichtende Kirchenbauten zuständig war. Die örtliche Bauleitung übte der Trierer Architekt Ernst Brand aus.[5]

Am 30. Januar 1910 wurde das fertiggestellte Gotteshaus eingeweiht. Gleichzeitig mit dem Kirchengebäude entstanden in unmittelbarer Nähe auch das Pfarr- und das Schwesternhaus.[4]

Von 1946 bis 1958 musste die Kirche wegen Bergschäden saniert werden. Durch Sturmschäden im Jahr 1951 wurden 2/3 des Kirchendachs abgedeckt. 1959–1960 erfolgte der Einbau eines Jugendraums in das Sockelgeschoss. In den 1960er Jahren erlitt die Kirche weitere Bergschäden, und bis 1971 mussten am Außenbau weitere Sanierungsmaßnahmen vorgenommen werden, die von den Architekten Windecker und Gorges (Dudweiler) geleitet wurden.[5]

Da der Gemeinde ein geeignetes Gemeindehaus fehlte, wurde die mittlerweile zu große Kirche von 1973 bis 1975 unter der Leitung des Trierer Architekten Heinrich Otto Vogel in Zusammenarbeit mit Architekt Martin Vogel zu einem Gemeindezentrum umgebaut. Dabei wurden in das Kirchengebäude weitere Gemeinderäume eingebaut, der eigentliche Gottesdienstraum verkleinert und eine Decke für ein neues Geschoss eingezogen. Aus der Langhauskirche wurde eine Querhauskirche. Zum Abschluss der Umbauarbeiten erhielt die Kirche den Namen Kreuzkirche.[5]

Architektur und AusstattungBearbeiten

Das Kirchengebäude wurde im neugotischen Stil erbaut. Bei der Errichtung der Kirche richtete man sich nach dem Wiesbadener Programm, das Forderungen an den evangelischen Kirchenbau beinhaltet. So sind Altar, Kanzel und Orgel im Inneren des Gotteshauses übereinander angeordnet.[4]

Zur Ausstattung der Kirche gehören Farbverglasungen. Des Weiteren verfügt die Kirche über ein Geläut aus vier Glocken von der Gießerei Otto (Saarlouis), das 1958 angeschafft wurde.[4]

OrgelBearbeiten

Die Orgel wurde 1979 von der Firma Manufacture d’Orgues Muhleisen (Strasbourg, Elsass) in einem Prospekt aus Eichenholz erbaut. Das Instrument mit mechanischen Schleifladen verfügt über 17 Register, verteilt auf zwei Manuale und Pedal und ist auf einer Empore aufgestellt. Der Spieltisch ist freistehend mit Blick zur Orgel. Eine Besonderheit der Orgel ist die ungleichschwebende Stimmung.[6][7]

I Rückpositiv C–f3
1. Bourdon 8′
2. Principal 4′
3. Quarte de Nazard 2′
4. Nazard 223
5. Tierce 135
6. Larigot 113
7. Voix humaine 8′
Tremblant
II Hauptwerk C–f3
8. Principal 8′
9. Flûte à fuseau 8′
10. Prestant 4′
11. Doublette 2′
12. Plein jeu IV
13. Cornet V
14. Trompette 8′
Pedal C–d1
15. Soubasse 16′
16. Flute 8′
17. Trompette 8′

GlockenBearbeiten

Die Kirche verfügt über vier Bronzeglocken, die im Jahr 1958 von der Saarlouiser Glockengießerei, welche von Karl (III) Otto von der Glockengießerei Otto in Bremen-Hemelingen und Aloys Riewer gegründet worden war, gegossen wurden. Die Glocken sind gestimmt auf g′ – b′ – c′ – d′′. Die Glocken haben folgende Durchmesser: 1042 mm, 876 mm, 780 mm, 695 mm und wiegen zirka: 700 kg, 400 kg, 300 kg, 200 kg.[8][9]

LiteraturBearbeiten

  • Kristine Marschall: Sakralbauwerke des Klassizismus und des Historismus im Saarland. Institut für Landeskunde im Saarland, Saarbrücken 2002, ISBN 3-923877-40-4, Seite 666.
  • Werner Franzen: Gottesdienststätten im Wandel. Evangelischer Kirchenbau im Rheinland 1860–1914. Dissertation, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, 2002.
  • Claudia Maas: Das Werk des Architekten Heinrich Otto Vogel. Neubau und Denkmalpflege unter dem Aspekt des „historischen Gedächtnisses“. Dissertation, Saarbrücken 1993.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kirchenkreise der Evangelischen Kirche im Rheinland Auf: www.ekir.de, abgerufen am 27. Oktober 2012
  2. Kirchengemeinden Auf: www.evks-data.de (Evangelisch im Saarland), abgerufen am 27. Oktober 2012
  3. Denkmalliste des Saarlandes, Teildenkmalliste Landeshauptstadt Saarbrücken (PDF; 653 kB), abgerufen am 27. Oktober 2012
  4. a b c d Informationen zur Kreuzkirche Auf der Internetseite der Evangelischen Kirchengemeinde Dudweiler/Herrensohr, abgerufen am 27. Oktober 2012
  5. a b c Informationen zur Kreuzkirche Auf: www.kunstlexikonsaar.de, abgerufen am 27. Oktober 2012
  6. Orgel der Kreuzkirche (ev.) (Memento des Originals vom 24. September 2015 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.saar-orgelland.de Infoseite des Webangebots Orgeln im Saarland, abgerufen am 27. Oktober 2012.
  7. Bernhard H. Bonkhoff: Historische Orgeln im Saarland, Regensburg 2015, S. 252.
  8. Gerhard Reinhold: Otto Glocken – Familien- und Firmengeschichte der Glockengießerdynastie Otto. Selbstverlag, Essen 2019, ISBN 978-3-00-063109-2, S. 588, hier insbes. s. 398, 568.
  9. Gerhard Reinhold: Kirchenglocken – christliches Weltkulturerbe, dargestellt am Beispiel der Glockengießer Otto, Hemelingen/Bremen. Nijmegen/NL 2019, S. 556, hier insbes. 368, 518, urn:nbn:nl:ui:22-2066/204770 (Dissertation an der Radboud Universiteit Nijmegen).

Koordinaten: 49° 16′ 24,9″ N, 7° 1′ 1,1″ O