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Kragenhof (auch Gut Kragenhof) ist eine Kasseler Exklave im Landkreis Kassel. Kragenhof ist eine 75 ha große Halbinsel, die durch eine nördlich von Kassel gelegene Fuldaschleife gebildet wird und deren östliches Ende zu Niedersachsen gehört. Kragenhof gehört seit 1901 zu Kassel und wurde 1928 nach Kassel eingemeindet und dem Stadtteil Wolfsanger / Hasenhecke zugeordnet.[1] Wegen seiner geographischen Lage zwischen Niedersachsen und der Fulda hat Kragenhof sowohl die Postleitzahl als auch die Telefonvorwahl des niedersächsischen Staufenberg.

Die Geschichte von Kragenhof geht bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die erste urkundliche Erwähnung ist von 1126.[2] Im Jahr 1155 schenkte Heinrich Raspe II. den Gutsbezirk dem Kloster Ahnaberg. 1312 wurde durch Herzog Albrecht II. von Braunschweig-Lüneburg dem Kloster seine Besitzungen bestätigt. Nach der Reformation gelangte der Hof in den Besitz der Landgrafen von Hessen-Kassel. Ab dem 19. Jahrhundert befand sich das Gut im Privatbesitz. Ab 1787 wurde Kragenhof dem Verwaltungsbezirk Landgrafschaft Hessen-Kassel, Niederhessen, Amt Ahna, von 1803 bis 1806 dem Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ahna, von 1807 bis 1813 dem Königreich Westphalen, Departement der Fulda, Distrikt Kassel, Kanton Ober-Vellmar, und von 1814 bis 1821 dem Kurfürstentum Hessen, Niederhessen, Amt Ahna (zu Simmershausen gehörig) zugeordnet. 1901 erfolgte durch den Gutsbesitzer Friedrich Thomée die Schenkung an die Stadt Kassel, um dort eine Walderholungsstätte einzurichten. Bereits im Jahr 1903 wurden dort die ersten Patienten des Vereins zur Bekämpfung der Schwindsuchtgefahr behandelt. Im Jahr 1921 wurden 2000 Patienten als Kurgäste gemeldet. Da im Zweiten Weltkrieg ein Teil der Erholungsstätte zerstört wurde, musste 1944 der Kurbetrieb eingestellt werden.[2] 1928 wurde das Gut schließlich eingemeindet.[3][1]

Im Jahr 1855 wurde mit der heute denkmalgeschützten Eisenbahnbrücke eine erste Brücke auf dem Gebiet von Kragenhof über die Fulda gebaut. Von Oktober 1986 bis November 1988 wurde eine zweite Eisenbahnbrücke gebaut.

Heute befinden auf dem Gutsgelände ein ökologischer Landwirtschaftsbetrieb, eine Bäckerei und verschiedene Veranstaltungseinheiten mit Übernachtungsmöglichkeit.[1]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c Kassel: Gut Kragenhof betreibt wieder Stand in der Kasseler Markthalle – Kassel. In: hna.de. 9. September 2018, abgerufen am 12. September 2018.
  2. a b Kassel: Die Exklaven: Kasseler Eigentum außerhalb der Stadt – Kassel. In: hna.de. Abgerufen am 12. September 2018.
  3. Kragenhof (Gut)". Historisches Ortslexikon für Hessen. In: Landesgeschichtliches Informationssystem Hessen (LAGIS). Hessisches Landesamt für geschichtliche Landeskunde (HLGL), abgerufen am 12. September 2018.

WeblinksBearbeiten

Koordinaten: 51° 21′ 56,3″ N, 9° 32′ 3,2″ O