Konrad von Utrecht

Bischof von Utrecht

Konrad von Utrecht († 13. April 1099 in Utrecht) war von 1076 bis 1099 Bischof von Utrecht.

LebenBearbeiten

Konrad war Kanoniker und Kämmerer des Erzbischofs von Mainz, ehe er Bischof in Utrecht wurde. Er war ein treuer Anhänger von Heinrich IV. auch während des Investiturstreits. Er war 1080 auf der Synode von Brixen bei der Absetzung von Gregor VII. und der Wahl Wiberts zu Clemens III. anwesend. Auch bei der Inthronisation von Clemens III. in Rom 1084 war er dabei. Des Weiteren war er 1081 und 1085 in Kaufungen und Gerstungen bei den Verhandlungen des Kaisers mit sächsischen Großen anwesend. Ebenso nahm er 1085 an der vom Kaiser einberufenen Synode in Mainz teil. Im Jahr 1090 begleitete er Heinrich IV. auf dessen dritten Italienzug.

Weil königliche Gefolgsleute die Peterskirche in Utrecht angezündet hatten, übergab der Kaiser ganz zu Beginn von Konrads Pontifikat dem Bistum zur Sühne einige Besitzungen. Im Streit mit den Grafen von Holland büßte Konrad alle Erwerbungen seines Vorgängers Wilhelm wieder ein. Heinrich IV. stärkte seine Stellung, indem er ihm die eingezogenen Grafschaften des Markgrafen Ekbert in Friesland übertrug. Weitere Besitzungen kamen durch Schenkungen von anderer Seite hinzu.

Konrad wird häufig als Erzieher Heinrich V. bezeichnet. Nachdem dieser zum König gewählt worden war, bereitete Konrad ihn auf seine zukünftige Aufgabe als Herrscher vor, während beide sich im Gefolge Heinrichs IV. befanden.[1]

 
Künstlerische Darstellung der Ermordung in Utrecht

Konrad gründete zusammen mit Heinrich IV. das Stift St. Marien in Utrecht. Am 13. April 1099 wurde er nach der Messe von dem friesischen Baumeister Pleber erstochen. Die Ursache des tödlichen Streits war angeblich, dass Konrad dessen Sohn das „Meistergeheimnis“ zur Trockenlegung des morastigen Fundaments der Marienkirche entlockt habe.[2]

LiteraturBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Ulrich Knefelkamp: Das Mittelalter. Paderborn 2002, S. 176.
  2. Ernst Gall: Die Marienkirche in Utrecht und Klosterneuburg. In: Ernst Gall (Hrsg.): Jahrbuch für Kunstwissenschaft. Klinkhardt & Biermann, Leipzig 1923, S. 34–41, hier: S. 36. Pierre Du Colombier: Les chantiers des cathédrales. Ouvriers, architectes, sculpteurs. Picard, Paris 1989, ISBN 2708400169, S. 52.
VorgängerAmtNachfolger
Wilhelm I.Bischof von Utrecht
1076–1099
Burchard von Lechsgemünd