Kerstin Kempker

deutsche Schriftstellerin
Kerstin Kempker (2018)

Kerstin Kempker (* 1958 in Wuppertal) ist eine deutsche Schriftstellerin.

LebenBearbeiten

Kerstin Kempker absolvierte eine kaufmännische Lehre, studierte einige Semester Medizin und Sinologie und machte ihr Diplom in Sozialarbeit. Seit 2002 veröffentlicht sie Romane, Erzählungen und Kurzprosa. Sie lebt in Berlin.

1996 bis 2001 leitete Kerstin Kempker das Berliner Weglaufhaus, eine Kriseneinrichtung für wohnungslose Psychiatriebetroffene, und veröffentlichte Fachbücher. 2000 erschien ihr autobiographisches Buch Mitgift – Notizen vom Verschwinden. Bis 2004 arbeitete Kerstin Kempker als Projektkoordinatorin (u. a. 2003–2004 beim Aktionsprogramm der Europäischen Union zur Bekämpfung von Diskriminierungen).

Literarische WerkeBearbeiten

Die Texte Kerstin Kempkers, in einer ebenso poetischen wie präzisen Sprache abgefasst, umkreisen die Grenzen von Kommunikation und Bewusstsein und variieren vielschichtig Themen wie Eigensinn und Befremden. Der 2007 im Klagenfurter Kitab-Verlag erschienene Roman Die Betrogenen beschreibt das Fremdbleiben in einer Beziehung und das Glück des Verschwindens. 2012 erschien Das wird ein Fest im Verlag Nimbus. Kunst und Bücher, Wädenswil. Ein junger Mann ruft darin „Ich bin ein Roman“ und stirbt, ein Spiegel am Berg lenkt die Sonne ins Dorf, ein Erzähler hockt auf dem Balkon und baut aus Satz und Spiegel ein Leben. 2014 erschien ihr Roman Die Erfüllung der Wünsche. Eine Übung, in dem eine Revolte im Krankenhaus durchgespielt wird. Die Kurzprosa Nur die Knochen bitte. Eine Übergabe (2015), illustriert von Paula Kempker, ist in der Pfalz situiert und folgt der einfachen Regel: Wer Ich sagt, ist tot. Im Roman Bruderherz. Ein Flimmern (2017) imaginiert die Erzählerin in einer Nacht in New York ihren Bruder herbei.

Preise und AuszeichnungenBearbeiten

Kerstin Kempker wurde mit dem Harder Literaturpreis (2003) und dem Jurypreis des „Münchner Kurzgeschichten-Wettbewerbs“ (2009) ausgezeichnet. Neben Werkstipendien des Deutschen Literaturfonds (2007, 2013, 2017) und einem Arbeitsstipendium des Berliner Senats (2019) erhielt sie Stipendien der Sylt Foundation (2005), der Schweizer Stadtmühle Willisau (2008) sowie der Künstlerhäuser Schloss Wiepersdorf (2009) und Edenkoben (2012). 2014 wurde Kerstin Kempker vom Deutschen Literaturfonds e.V. mit dem New-York-Stipendium ausgezeichnet, die Laudatio hielt Burkhard Müller.

WerklisteBearbeiten

WeblinksBearbeiten