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Ein Kelchlöffel oder Kelchlöffelchen (lateinisch: Cochlearium[1]) wird bei der Feier der Eucharistie in der römisch-katholischen Kirche benutzt und gehört zu den Vasa sacra. Das Löffelchen ist meist etwa 10 cm lang und vergoldet oder versilbert. Er kann durch Ornamente und Muster, aber auch durch Kreuze oder andere christliche Symbole verziert sein. Oft gehört das Kelchlöffelchen wie die Patene zur Ausstattung des Primizkelchs eines Priesters.

Der Kelchlöffel hat seit dem 12. Jahrhundert Einzug in die Liturgie der lateinischen Kirche gefunden. Bei der Bereitung des Kelches in der Feier der heiligen Messe fügt der Diakon oder der zelebrierende Priester dem Wein etwas Wasser bei und spricht leise: „Wie das Wasser sich mit dem Wein verbindet zum heiligen Zeichen, so lasse uns dieser Kelch teilhaben an der Gottheit Christi, der unsere Menschennatur angenommen hat.“[2]

Silberne Kelchlöffel aus dem protestantischen Altargerät hatten einen praktischeren Sinn: Ihre durchbrochene, siebartige Laffe diente dazu, wie einige noch erhaltene Beispiele aus dem norddeutschen Raum zeigen,[3] Verunreinigungen aus dem Wein im Kelch zu fischen.

LiteraturBearbeiten

  • Joseph Braun: Das christliche Altargerät in seinem Sein und in seiner Entwicklung. München 1932, S. 448–54.
  • Joseph Braun: Liturgisches Handlexikon. Freiburg 21924, S. 316.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Rudolf Huber (Hrsg.): Kirchengeräte, Kreuze und Reliquiare der christlichen Kirchen. (= Glossarium Artis. Band 2). K. G. Saur Verlag, 3. Auflage, München-London-New York-Paris 1991, ISBN 3-598-11079-0, S. 62.
  2. Allgemeine Einführung ins römische Meßbuch (AEM), Nr. 142.
  3. Alfred Löhr: Ausstellungskatalog Bremer Silber, Bremen 1981, Kat. Nr. 123, S. 124 zitiert aus dem Anschaffungsbericht eines Elsflether Pastors von 1684: „...zu solchem Zweck, dass, wenn Fliegen, Haare oder andere Sachen in den gesegneten Kelch stieben, wie es oft geschieht und die großen Halunken auf der Prieche über dem Altar allerhand Unflat herunterfallen lassen, man solches damit reinigen könne“