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Liturgiereform

Instauration der Liturgie ab 1962
Der Volksaltar, hier derjenige in Notre Dame de Paris von 1989 (Jean Touret und Sébastien Touret), wurde zum Symbol der Liturgiereform in Folge des Zweiten Vatikanischen Konzils

Liturgiereform ist die Erneuerung (lateinisch instauratio) gottesdienstlicher Ordnungen, Texte, Handlungen und Zeichen sowie von Geist und Kraft kirchlicher Liturgie, verbindlich gemacht durch die zuständigen Autoritäten (Konzil, Papst, Bischöfe, Synoden). Heute ist mit diesem Wort (in der Regel) die umfassende, bereits unter Papst Pius XII. begonnene und dann vom Zweiten Vatikanischen Konzil (2. Vatikanum) beschlossene und den Päpsten Paul VI. und Johannes Paul II. durchgeführte allgemeine Erneuerung und Pflege der römisch-katholischen Liturgie gemeint.

Inhaltsverzeichnis

Frühere LiturgiereformenBearbeiten

Frühes ChristentumBearbeiten

Der christliche Gottesdienst wurde nicht nach einer festen Norm etabliert, sondern entwickelte sich in der apostolischen Zeit aus relativ wenigen neutestamentlichen Vorgaben: Eucharistie zum Gedächtnis Christi, Taufe, Sonntagsfeier der Auferstehung des Gekreuzigten. Die liturgiegeschichtliche Entwicklung erfolgte nur zum Teil „organisch“ durch Wachstum und Entfaltung, Verhärtung und Absterben, zum großen Teil aber zusätzlich durch aktives Eingreifen von Menschen, besonders kirchlicher Amtsträger, in die Entwicklung des christlichen Gottesdienstes ein (nicht außergewöhnliches) liturgiegeschichtliches Phänomen, in den Ostkirchen ebenso wie im Bereich der lateinischen Kirchen.

Antike und MittelalterBearbeiten

Erste Liturgiereformen wurden, soweit bekannt, zwischen dem vierten und siebten Jahrhundert durchgeführt, als die Kirche nach der Zeit der Verfolgung zur römischen Staatsreligion aufgestiegen war. In dieser Zeit entstanden die eucharistischen Traditionsformulare der Hauptkirchen, darunter der Canon Romanus für Rom und seiner Tochterkirchen.

In der Folgezeit entwickelte sich im Osten und im Abendland eine Vielfalt liturgischer Besonderheiten, die zum Teil noch in Gebrauch sind (Ambrosianischer, Gallikanischer oder Mozarabischer Ritus). Als Römischer Ritus, der überwiegend in lateinischer Sprache, seit dem 9. Jh. begrenzt auch in slawischer Übersetzung gefeiert (Altslawischer Ritus) wird, setzte sich für die Eucharistiefeier des römischen Ritus eine Anfang des 11. Jahrhunderts redigierte Messordnung durch, der „rheinische Typ“ des Ordo missae. Nachdem die Reformation eingerissene Missstände und Verunstaltungen der gottesdienstlichen Texte beklagt hatte, antworteten Trienter Konzil und Papsttum nicht nur mit der Verteidigung des „Opfercharakters“ der heiligen Messe, sondern auch mit einer Revision der liturgischen Bücher unter strenger Vereinheitlichung der römischen liturgischen Bücher, um die Reinheit und Schönheit der gottesdienstlichen Feiern und Texte sicherzustellen.

Konzil von TrientBearbeiten

In den Jahrzehnten nach dem Konzil von Trient veröffentlichten die Päpste amtliche Neuausgaben aller nötigen liturgischen Bücher, darunter Papst Pius V. 1570 ein Missale Romanum (siehe tridentinischer Ritus). Für die Redaktion dieses Missales wurden, so die Bulle Quo primum tempore, angeblich die ältesten damals verfügbaren Handschriften und gedruckten Messbücher herangezogen, um Fehler und Verfälschungen zu beseitigen und um eine Fassung „nach der Norm der Väter“, d. h. der Kirchenväter und angesehener Theologen vorreformatorischer Zeit, zu gewinnen. Im Ergebnis handelte es sich im Wesentlichen jedoch lediglich um eine korrigierte Nachbearbeitung des Missale curiae von 1472. Die Liturgiereform des Trienter Konzils unterscheidet sich von der des 20. Jahrhunderts vor allem durch ihren geringeren Umfang und Tiefgang sowie durch weniger fortgeschrittene liturgiegeschichtliche Kenntnisse, besonders über den Gottesdienst der Alten Kirche und der Ostkirchen, der „Norm der Väter“.

Das nachtridentinische Missale Romanum kann als „Missale Pius’ V.“ bezeichnet werden, weil Papst Pius zwar an seiner Erstellung kaum mitwirkte, es aber amtlich veröffentlichte. Das damals neue Missale Romanum wurde für alle Kirchen, die dem römischen Ritus folgten, für verbindlich erklärt; lediglich Diözesen und Orden, die seit wenigstens zwei Jahrhunderten eigene Missalien besaßen, durften diese weiter verwenden, falls sie nicht das Missale Romanum übernahmen. Die Liturgie der Messfeier wurde von den nachfolgenden Päpsten den jeweils sich ändernden Verhältnissen angepasst, allerdings zunächst nur durch begrenzte Änderungen.

Liturgiereformen im 20. JahrhundertBearbeiten

Liturgische BewegungBearbeiten

Die Liturgiereform des Trienter Konzils hatte die liturgischen Bücher reformiert, um damit das liturgische Leben von Klerus und Gläubigen anzuregen. Die Erneuerungsbewegung im 20. Jahrhundert verlief in umgekehrter Richtung: Sie entstand aus einem pastoralen Anliegen, aus dem sich die Revision der Rubriken und Vorschriften ergab.[1]

Die Bestrebungen zugunsten einer Liturgiereform, mit der Papst Pius X. begonnen hatte, wurden durch die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstandene Liturgische Bewegung gestärkt. Sie geht auf den ersten Abt des Benediktiner-Klosters Solesmes, Dom Guéranger zurück. Bestrebung seiner Institutions liturgiques (1840) sowie seines 24bändigen L’Année liturgique war es, ein größeres Verständnis der Liturgie zu fördern und den Gesang des gregorianischen Chorals neu zu beleben. Diese erste Phase der liturgischen Bewegung zielte nicht auf eine Veränderung der Liturgie, sondern auf ein vertieftes Begreifen der bestehenden Liturgie durch gesteigerte liturgische Bildung.

 
Liturgische Experimente in der Krypta der Abtei Maria Laach um 1920: Messfeier an einem hölzernen sog. Tischaltar versus populum (Bild: Josef B. Malina)

In Deutschland wurde diese Bestrebung vor allem im Benediktiner-Kloster Beuron aufgegriffen. Wichtigstes Instrument, Laien die Liturgie nahe zu bringen, war die Herausgabe eines Laienmessbuchs (des sog. Schott) durch Anselm Schott. Ein weiteres Zentrum der liturgischen Bewegung in Deutschland war die Abtei Maria Laach unter ihrem Abt Ildefons Herwegen und seinem Schüler Odo Casel (Ecclesia Orans, 1923). In den Maria-Laacher Krypta-Messen kam es schon früh zu liturgischen Experimenten, wie der Messe versus populum.[2] Vor allem auch Romano Guardini hatte innerhalb dieser Bewegung mit seinem Werk Vom Geist der Liturgie (1918) theologische Maßstäbe für eine Liturgiereform vorbereitet. Große Beachtung fanden in den 1930er-Jahren auch die liturgischen Zeitschriften, die von Johannes Pinsk herausgegeben wurden.

In Österreich war der Augustiner-Chorherr Pius Parsch eines der wichtigsten Gesichter der Bewegung. Diese hatte ihr Augenmerk mittlerweile von einem besseren Verständnis der Liturgie hin auf eine echten Veränderung verlegt. Auf Parsch geht ab 1922 die Einführung der Betsingmesse in Form der Gemeinschaftsmesse in St. Gertrud (Klosterneuburg) zurück; er führte ferner den Friedensgruß und die Prozession zum Offertorium in die Liturgie ein.[3] Außerhalb des deutschen Sprachraums entwickelte sich die sog. missa dialogata, die 1922 zum Eucharistischen Kongress 1922 in Rom die Billigung der Ritenkongregation erhielt.[4]

Der belgische Initiater der liturgischen Bewegung, Lambert Beauduin, war ebenfalls Benediktiner (Abtei Mont César). Er lernte bereits 1924 Angelo Giuseppe Roncalli, den späteren Papst Johannes XXIII., kennen; dieser zeigte sich von Beauduins ökumenischer Theologie tief beeindruckt.[5]

In den Vereinigten Staaten war der Wirkungsgrad die liturgischen Bewegung demgegenüber von Anfang an beschränkt.[6] Der durchschnittliche Katholik wusste dort über die liturgische Bewegung nicht mehr, als dass es sich hierbei um eine „Splittergruppe“ von Priestern und einigen engagierten Laien handelte, die besonderst in monastischem Umfeld tätig waren; das wichtigste Zentrum der Bewegung war St. Johns Abbey in Collegeville (Minnesota) unter Dom Virgil Michel und Godfrey Diekman.[6] Als ihre beiden Hauptziele galten eine breitere Nutzung der Volkssprache, die Dialogmesse sowie ein großes Interesse am gregorianischen Choral und einigen archaischen liturgischen Praktiken.[6] Die Liturgiereform kann in den Vereinigten Staaten deshalb weder als eine Bewegung der Kirchenbasis betrachtet werden, noch war die Liturgiereform ein vordringliches Ziel der kirchlichen Hierarchie.[6]

Die liturgische Bewegung war vor allem in Deutschland auch Kritik ausgesetzt. Die deutschen Bischöfe gründeten deshalb zur Untersuchung der liturgischen Bewegung eine Kommission unter Leitung des Bischöfe Albert Stohr und Simon Konrad Landersdorfer.[7]

Mediator Dei und Reform der heiligen Woche durch Pius XII. (1951–1956)Bearbeiten

Wegen ihrer praktischen Erfahrungen in der katholischen Jugendbewegung hatte die Liturgische Bewegung nach dem Zweiten Weltkrieg großen Anteil an der Entstehung der (ersten) eigens der Liturgie gewidmeten Enzyklika Mediator Dei von Papst Pius XII.

Sie entwickelte die Grundsätze, auf denen die gesamte katholische Liturgiereform des 20. Jahrhunderts beruht:

  1. Wahrhaftigkeit der heiligen Zeichen, namentlich beim zeitlichen Ansatz der Feiern (z. B. die Osternacht nicht länger am Karsamstagvormittag);
  2. liturgierechtliche Berücksichtigung der tätigen Teilnahme des ganzen Volkes Gottes;
  3. die Erneuerung besteht nicht in der Restauration einer bestimmten Phase der Liturgieentwicklung (etwa der Zeit Papst Gregors d. Gr.), sondern greift auf den ganzen Schatz des gottesdienstlichen Lebens der Kirche zurück, indem sie weniger gelungene Erfindungen beseitigt und zu Unrecht vergessene wichtige Symbolhandlungen wieder einführt.

Pius XII. ließ mit dem Motu Proprio In Cotidianis Precibus am 24. März 1945 auch eine – nur kurz genutzte und insgesamt wenig erfolgreiche – neue Übersetzung des Psalters für das Brevier vom Hebräischen ins Lateinische zu, die näher am klassischen Latein sein sollte als das Spätlatein der bisher genutzten Übersetzung in der Vulgata.

Schon 1946 setzte dieser eine Kommission mit acht Mitgliedern, sie sog. Commissio Piana, zur Erneuerung der katholischen Liturgie ein. Sie nahm ihre Tätigkeit 1948 unter dem Sekretär Annibale Bugnini auf und gab noch im gleichen Jahr das Grundsatzpapier Memoria sulla Riforma liturgica heraus.

Bereits 1951 wurde die Ostervigil durch das Dekret De solemni vigilia paschali instauranda am 16. November 1955 die gesamte Karwoche durch Maxima redemptionis reformiert. Eine weitere kleine Änderung ergab sich aus der Zulassung von Abendmessen und der damit verbundenen Herabsetzung der Anforderungen an die eucharistische Nüchternheit durch Christus Dominus von 1953. Mit Cum hac nostra aetate und De musica sacra et sacra liturgia führte Pius ferner kleinere Reformen des Breviers und der Rubriken des Messbuchs durch sowie der Kirchenmusik (Zulassung von Liedern in der Volkssprache in Ausnahmefällen) durch.

Reform des Codex rubricarum durch Johannes XXIII.Bearbeiten

Eine weitere bedeutende Veränderung war die durch Papst Johannes XXIII. vorgenommene Veröffentlichung des unter Pius XII. vorbereiteten Codex Rubricarum, mit der beide Päpste zugleich ein Stück des tridentinischen Ritus abschafften. Die Neuordnung wurde jeweils allgemein, ohne Einräumung von Sonderrechten oder Ausnahmen, vorgeschrieben. Vielmehr wurden gleichzeitig alle im Römischen Ritus noch bestehenden Ausnahme- und Sonderregelungen widerrufen. Auf der Basis des von Pius X., Pius XII. und Johannes XXIII. erreichten Zentralismus wurde dann die Liturgiereform durchgeführt, die das 2. Vatikanum anordnete.

Zweites Vatikanisches Konzil: Sacrosanctum Concilium (1963)Bearbeiten

 
Konzilsväter während des 2. Vatikanischen Konzils

Aus der von Papst Pius XII. eingesetzten Kommission ging 1959 die Vorbereitungskommission für die Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils hervor. Wegen der gründlichen Vorarbeiten entging deren Entwurf, der 1962 vom zuständigen Kardinal Gaetano Cicognani nur wenige Tage vor seinem Tod unterzeichnet wurde, dem Schicksal anderer über 70 kurialer Entwürfe, die von den versammelten Konzilsvätern als unbrauchbar abgelehnt wurden. Der Liturgie-Entwurf hingegen fand allgemeine Zustimmung.

Am 4. Dezember 1963 konnte die Liturgiekonstitution Sacrosanctum Concilium (gebräuchliche Abkürzung: SC) als erstes Dokument des 2. Vatikanums veröffentlicht werden. Gegenstand der damit beschlossenen „allgemeinen Erneuerung der Liturgie“ (SC 21) ist der gesamte Gottesdienst der Kirche:

  1. die Eucharistiefeier,
  2. die übrigen Sakramente und die Sakramentalien,
  3. das Tagzeitengebet,
  4. der Kalender, die Feste und Festzeiten,
  5. die Kirchenmusik und die sakrale Kunst.

Das Konzil war im Zeitalter einer auf allen Kontinenten vertretenen katholischen Kirche vom Erfordernis der von ihm fortgesetzten Liturgiereform fest überzeugt: die Konstitution Sacrosanctum Concilium wurde am 4. Dezember 1963 in Öffentlicher Sitzung von den Konzilsvätern mit 2147 gegen lediglich 4 Stimmen angenommen. Im Geist und nach den Grundsätzen dieser Liturgiekonstitution wurden in den Folgejahren – wie verlangt zügig (quam primum: SC 25) – die liturgischen Ordnungen und Bücher des Römischen Ritus, darunter das Missale Romanum, erneuert und durch die Päpste, von Paul VI. bis Johannes Paul II., amtlich veröffentlicht.

Anliegen der ReformBearbeiten

Sacrosanctum Concilium versuchte, die Ansichten verschiedene „Lager“ innerhalb des Konzils miteinander in Ausgleich zu bringen. Seine Zielsetzung war deshalb eine doppelte, einerseits die Bewahrung aller geltenden Riten, andererseits ihre vorsichtige Durchsicht auf Reformbedarf für die Menschen der Gegenwart:

„Traditioni denique fideliter obsequens, Sacrosanctum Concilium declarat Sanctam Matrem Ecclesiam omnes Ritus legitime agnitos aequo iure atque honore habere, eosque in posterum servari et omnimode foveri velle, atque optat ut, ubi opus sit, caute ex integro ad mentem sanae traditionis recognoscantur et novo vigore, pro hodiernis adiunctis et necessitatibus, donentur.“

„Der Überlieferung treulich gehorsam, erklärt das Heilige Konzil schließlich, dass die Heilige Mutter Kirche allen rechtlich anerkannten Riten gleiches Recht und gleiche Ehre zuerkennt, dass sie diese Riten in Zukunft erhalten und in jeder Weise fördern will, und es ist ihr Wunsch, dass sie, soweit es nottut, behutsam von Neuem, gemäß dem Geist gesunder Überlieferung geprüft, für die heutigen Bedingungen und Bedürfnisse mit neuer Kraft begabt werden.“

Sacrosanctum Concilium: 4

Der „oberste Grundsatz“ (SC 79) der Liturgiereform des 2. Vatikanums ist die „bewußte, tätige und leicht zu vollziehende Teilnahme der Gläubigen“ (conscia, actuosa et facilis participatio fidelium) an den liturgischen Feiern ihrer Kirche. Dieses Leitmotiv prägte bereits Pius X. Zu diesem Zweck wurden dem Latein die Volkssprachen als Liturgiesprachen zur Seite gestellt. Die liturgischen Riten wurden vereinfacht.

Erneuerte liturgische Bücher (SC 25)Bearbeiten

Das Konzil hatte eine zügige (quam primum; SC 25) Veröffentlichung der erneuerten liturgischen Bücher in Auftrag gegeben. Ab 1964 wurde das Consilium zur Durchführung der Liturgiekonstitution tätig, um die liturgischen Bücher nach den Grundsätzen und Leitlinien des Sacrosanctum Concilium zu erneuern. Den Vorsitz hatte zunächst der Erzbischof von Bologna, Kardinal Giacomo Lercaro, inne, seit 1968 Kardinal Benno Gut OSB. Aus dem Consilium und der früheren Ritenkongregation ging 1969 die Kongregation für den Gottesdienst hervor. Sekretär des Consiliums und dann der Kongregation war Annibale Bugnini, der schon seit 1948 Sekretär der Reformkommission Pius XII. und dann der liturgischen Vorbereitungskommission für das Konzil gewesen war. Im Rahmen der vom 2. Vatikanum gewollten „allgemeinen Erneuerung der Liturgie“ wurde auch die Ordnung der Messe, des Ordo missae, wie vom Konzil angeordnet (SC 50), gründlich überarbeitet und nach der „Norm der Väter“ erneuert, und zwar nicht „mit einem Schlag“, sondern in zwei Schritten, nämlich 1965 und 1969/70.

Liturgie als „hierarchisch[e] und gemeinschaftlich[e] Handlung“ (SC 26–32)Bearbeiten

Den verschiedenen Teilnehmern wurden klar abgegrenzte Aufgaben im Gottesdienst zugewiesen, um die Kirche in ihrer organisch gegliederten Einheit (das „Volk Gottes, geeint und geordnet unter den Bischöfen“) deutlicher darzustellen:

Leseordnung (SC 35 u. 51)Bearbeiten

Ein weiteres Hauptanliegen der Erneuerung war, dass „den Gläubigen … die Schatzkammer der Bibel weiter aufgetan“ werde (SC 51). Deshalb wurde eine neue, dreijährige Leseordnung für den Wortgottesdienst der Messfeier erarbeitet. Las man zuvor, in der sogenannten tridentinischen Messe, nur ein Prozent des Alten und 17 Prozent des Neuen Testamentes, so gelangen seit der Liturgiereform 14 Prozent der alttestamentlichen und 71 Prozent der neutestamentlichen Texte zum Vortrag.

Gottesdienstsprachen (SC 36)Bearbeiten

Hinsichtlich der Sprachen, in denen künftig katholischer Gottesdienst zu feiern ist, wünschte das Zweite Vatikanische Konzil ausdrücklich den weiteren Gebrauch der lateinischen Sprache in den lateinischen Riten, „soweit nicht Sonderrecht entgegensteht“, und anerkannte zugleich, dass „nicht selten der Gebrauch der Muttersprache für das Volk sehr nützlich sein kann“ (SC 36). Ferner bestimmte es als vorausgehende Generalregel, dass die liturgischen Texte so zu gestalten seien, dass das christliche Volk sie „möglichst leicht“ erfassen und mitfeiern könne (SC 21; Tätige und bewusste Teilnahme). Für die „mit dem Volk gefeierten Messen“ wurde der Gebrauch der Muttersprachen zugestanden, „besonders in den Lesungen und im Allgemeinen Gebet sowie je nach den örtlichen Verhältnissen in den Teilen, die dem Volk zukommen. Es soll jedoch Vorsorge getroffen werden, daß die Christgläubigen die ihnen zukommenden Teile des Meßordinariums auch lateinisch miteinander sprechen oder singen können.“ (SC 54)

Die Formulierung wurde allgemein als moderater Kompromiss wahrgenommen. Noch in den Vorbereitungskommissionen (Commissio Ante-Praeparatoria für den Weltepiskopat) hatte es für die Vorlesungen in Seminaren, theologischen Fakultäten viel weitergehende Forderungen zur Belebung der lateinischen Sprache gegeben, die durch die apostolische Konstitution Veterum sapientia jedoch früh obsolet wurden.[8] Die Konstitution wurde insbesondere von moderaten Kräften sehr kritisch gesehen.[8] Zum vorbereitenden Schema der Liturgie-Konstitution äußerte sich deshalb der eher moderate Joseph Höffner:

„Die Argumente, die in der Frage der liturgischen Sprache bisher von den Konzilsvätern beigebracht wurden, sind nicht aus der Offenbarung, sondern aus der Geschichte, aus der Soziologie oder aus der Psychologie geschöpft. Diesen Argumenten kann man keine theologische oder dogmatische Qualität zubilligen […] Theologisch und dogmatisch kann es mehrere liturgische Sprachen in der Kirche Christi geben […] Was das Schema bezüglich der Volkssprachen vorschlägt, ist sehr moderat und intendiert nicht, die lateinische Sprache abzuschaffen […]“

Joseph Höffner: Konzilsdebatte zu Sacrosanctum Concilium, 29. Oktober 1962[9][10]

Ähnlich empfand auch der traditionalisch-konservative Alfons Maria Stickler die Formulierung als tragbaren Kompromiss zwischen verschiedenen Extrempositionen, der deshalb zu Beginn des Konzils schnell Einigung erzielen konnte:

„Als das Thema der Kultsprache in der Konzilsaulo diskutiert wurde und zwar durch einige Tage, verfolgte ich den ganzen Fortgang mit großer Aufmerksamkeit, wie nachher auch die verschiedenen Formulierungen in der Liturgiekonstitution bis zur endgültigen Abstimmung. Erinnere mich noch sehr gut, wie nach einigen radikalen Vorschlägen sich ein sizilianischer Bischof erhob und die Väter beschwor, in diesem Punkt Vorsicht und Einsicht walten zu lassen, da sonst die Gefahr bestehe, daß die ganze Messe in der Volkssprache gehalten werde, woraufhin die ganze Konzilsaula in schallendes Gelächter ausbrach.“

Alfons Maria Stickler[11]

Konzelebration (SC 57–58)Bearbeiten

Das Konzil wollte nach ostkirchlichem Vorbild die Konzelebration, also die gemeinsame Feier mehrerer Priester an einem Altar, wieder zulassen; hierzu sollte ein eigener Konzelebrationsritus geschaffen werden (SC 58). Diese Erlaubnis bezog sich zunächst auf (SC 57 § 1 Nr. 1):

  1. die Messe der Chrisamweihe und die Abendmahlsmesse am Gründonnerstag.
  2. die Messen bei Konzilien, Bischofszusammenkünften und Synoden.
  3. die Messe bei der Abtsweihe.

Im Übrigen stehe die Entscheidung über die Konzelebration dem Ortsbischof in folgenden Fällen zu (SC 57 § 1 Nr. 2):

  1. die Konventmesse und die Hauptmesse in Kirchen, wenn das „geistliche Wohl der Christgläubigen“ keine Einzelzelebration gebiete;
  2. Messen bei den verschiedenartigen Zusammenkünften von Welt- und Ordenspriestern.

Das Recht zur Einzelzelebration blieb unangetatastet, soweit es nicht gleichzeitig mit einer Konzelebration in derselben Kirche und am Gründonnerstag.

Begründung der neuen Messordnung (SC 50)Bearbeiten

Das Konzil wünschte sowohl die Aufwertung älterer Traditionen als auch einen pastoralen, kommunikativeren Gebrauch des römischen Ritus. Die Überarbeitung der Messordnung (Ordo missae) erfolgte daher im ausdrücklichen Auftrag der Konzilsväter (SC 50), die auch die Ziele vorgaben:

  1. „daß der eigentliche Sinn der einzelnen Teile und ihr wechselseitiger Zusammenhang deutlicher hervortreten“ und
  2. „die fromme und tätige Teilnahme der Gläubigen erleichtert werde“ (ebd.).

Dies fand seinen Ausdruck in dem Bestreben, mehr Klarheit und Einfachheit in der liturgischen Abfolge zu schaffen, eine größere Vielfalt der liturgischen Texte (teils älteren Traditionen entnommen) zu erreichen sowie mehrere Eucharistische Hochgebete (unter Beibehaltung des Canon Romanus als Erstes Hochgebet) zuzulassen.

Stundengebet (SC 83–101)Bearbeiten

Gemäß SC 89 sollten Laudes und Vesper als Angelpunkte des Stundengebets in besonderer Weise auch als solche hervortreten. Die Matutin sollte nur noch im Chorgebet als Nachtgebet erhalten bleiben, im übrigen sinnvoll auch zu anderen Zeiten gebetet werden können; ihr Umfang sollte reduziert werden. Die Prim sollte schließlich völlig entfallen. Für das Chorgebet sollten Terz, Sext und Non erhalten bleiben, außerhalb dessen jedoch eine dieser sog. kleinen Horen jedoch lediglich eine zur Tageszeit passende ausgewählt werden können.

Liturgischer Kalender (SC 102–111)Bearbeiten

Das Konzil ordnete ferner eine Reform des liturgischen Kalenders unter Wahrung der überlieferten Gewohnheiten und Ordnungen an. Wichtigste Kriterien dieser Reform sollte der Vorrang des Sonntags und der Herrenfeste sein. Gleich zwei Abschnitte (SC 109 und 110) widmen sich der Fastenzeit. Die Heiligenfeste sollen gegenüber den Herrenfesten zurücktreten und der jeweiligen Ortskirche überlassen bleiben (SC 111)

Umsetzung der Konzilsbeschlüsse 1963–1965Bearbeiten

Überblick der Dekrete und InstruktionenBearbeiten

Die Heilige Ritenkongregation, die Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung und der Rat zur rechten Ausführung der Liturgiekonstitution des Zweiten Vatikanischen Konzils erließen in Folge von Sacrosanctum Concilium folgende Maßnahmen:

  1. Anfrage von Papst Paul VI. an das Sekretariat der Konzilskommission für die Liturgie und an den Erzbischof von Bologna, Giacomo Lercaro, zur Aufstellung eines Planes für den Aufbau eines Rates zur Ausführung der Liturgiekonstitution, das sog. Consilium ad exsequendam Constitutionem de Sacra Liturgie im Dezember 1963[12]
  2. Kardinal Lercaro beauftragt daraufhin Annibale Bugnini und am 25. Januar 1964 errichtet Paul VI. durch dass motu proprio Sacram Liturgiam auch formal das Consilium, informell hatte das Consilium bereits am 15. Januar desselben Jahres zum ersten Male getagt.[12] Innerhalb des Consiliums bildete sich für den Ordo Missae ab April der sog. Coetus X.[13]
  3. Decretum typicum Pauls VI. über den Gebrauch der Muttersprache in der Liturgie[13]
  4. Formula pro S. Communione vom 25. April 1964: Die bisherige Formel wird abgelöst durch „Corpus Christ“ – „Amen“[14]
  5. Instruktion Inter oecumenici vom 26. September 1964[14]
  6. De unica interpretatione textuum liturgicorum vom 16. Oktober 1964[15]
  7. Kyriale simplex vom 14. Dezember 1964[15]
  8. Cantus in Missali Romano vom 14. Dezember 1964[16]
  9. Variationes in Ordine Hebdomadae sanctae vom 7. März 1965[17]
  10. De praefatione in Missa vom 27. April 1965: Indult für die Verwendung der Muttersprache bei den Präfationen.[17]

Der Rat zur Ausführung der Liturgiekonstitution (sog. Consilium)Bearbeiten

Innerhalb des soeben genannten Consilium sollte besonders die Arbeit des Coetus X über die Messfeier unter Leitung Johannes Wagner bedeutsam werden. Ihm gehörten daneben an: Anton Hänggi, Mario Righetti, Theodor Schnitzler, Pierre Jounel, Cipriano Vagaggini, Adalbert Franquesa, Pierre-Marie Gy und Josef Andreas Jungmann.[18] Als „brüderliche und friedliche Geste“[19] nahmen als Beobachter an den Beratungen des Consiliums auch nicht-katholische Liturgiewissenschaftler anderer Konfessionen teil; dies waren: Ronald Jasper, Massey H. Shepherd, A. Raymond George, Friedrich-Wilhelm Künneth, Eugene L. Brand, Max Thurian.[20]

Am 27. Januar 1965, noch während des Konzils, veröffentlichten das Consilium und die Ritenkongregation gemeinsam als Ersatz für die bisherige Fassung im Missale Romanum von 1962 eine deutlich überarbeitete amtliche Messordnung: Ritus servandus in celebratione missae und Ordo missae. Die Neuordnung („1965er Ritus“) löste die Feier von Eröffnung und Wortgottesdienst vom Altar, gestattete u. a. erstmals die Verwendung der Volkssprache, wovon bis 1967 das Hochgebet zunächst ausgenommen war, und stellte es den Priestern allgemein frei, die Eucharistie mit dem Gesicht zur Gemeinde (versus populum) zu feiern.[21]

Vergleichende Gegenüberstellung des Missale von 1962 und 1965Bearbeiten

1965 hatte sich damit folgender Stand der Messliturgie ergeben:[22]

Missale Romanum von 1962 Missale Romanum von 1965
Vorbereitungsgebete Vorbereitungsgebete
Vormesse Katechumenenmesse
Stufengebet Stufengebet
  • In nomine Patri
  • Introibo ad altare Dei
  • Iudica me
  • Confiteor
  • Miseratur/Indulgentiam
  • Deus tu conversus
  • Aufer a nobis/Oramus te Domine
  • [Inzens]
  • In nomine Patri
  • Introibo ad altare Dei
  • Entfällt: Iudica me
  • Confiteor
  • Miseratur/Indulgentiam
  • Deus tu conversus
  • Aufer a nobis/Oramus te Domine
  • [Inzens]
Gebetsgottesdienst Gebetsgottesdienst
  • Introitus
  • Kyrie
  • Gloria
  • Collecta
  • IntroitusMuttersprache
  • KyrieMuttersprache
  • GloriaMuttersprache
  • CollectaMuttersprache
Lehrgottesdienst Wortgottesdienst
  • Epistola (Lectio)
  • Graduale
  • Tractus
  • Alleluia
  • Sequenz
  • Evangelium
  • Homilie
  • Credo
  • ––
  • EpistolaMuttersprache
  • GradualeMuttersprache
  • TractusMuttersprache
  • AlleluiaMuttersprache
  • SequenzMuttersprache
  • EvangeliumMuttersprache
  • HomilieMuttersprache
  • CredoMuttersprache
  • Neu: Oratio universalis oder Oratio fidelium (Allgemeines Gebet, Gebet der Gläubigen)Muttersprache
Offertorium Gabenbereitung
  • Offertorium-Antiphon (im Requiem mit Vers)
  • Darbringung des Brotes: Suscipe, sancte Pater
  • Vermischung von Wasser mit Wein: Deus qui humanae substantiae
  • Darbringen des Weines: Offerimus tibi, Domine
  • Selbstaufopferungsgebet: In spiritu humilitatis
  • Segensgebet: Veni, sanctificator
  • (Inzens)
  • Händewaschung: Lavabo
  • Aufopferungsgebet: Suscipe sancta Trinitas
  • Gebetseinladung: Orate fratres
  • Gabengebet
  • Offertorium-AntiphonMuttersprache
  • Darbringung des Brotes: Suscipe, sancte Pater
  • Vermischung von Wasser mit Wein: Deus qui humanae substantiae
  • Darbringen des Weines: Offerimus tibi, Domine
  • Selbstaufopferungsgebet: In spiritu humilitatis
  • Segensgebet: Veni, sanctificator
  • (Inzens)
  • Händewaschung: Lavabo
  • Aufopferungsgebet: Suscipe sancta Trinitas
  • Gebetseinladung: Orate fratres
  • Oratio super oblataMuttersprache
Canon Missae Canon Missae
  • Eröffnungsdialog: Dominus vobiscum
  • Praefatio
  • Sanctus-Benedictus
  • Doxologie: Per quem − Per ipsum. Amen
  • Eröffnungsdialog: Dominus vobiscum
  • Praefatio(Muttersprache)
  • Sanctus-BenedictusMuttersprache
  • Doxologie: Per quem − Per ipsum. Amen
Opfermahl Kommunionriten
  • Oremus: Praeceptis salutaris moniti
  • Paternoster (Amen still)
  • Libera nos
  • Brotbrechung und Vermischung (mit Pax Domini)
  • Agnus Dei
  • Friedensgebet: Domine Iesu Christe, qui dixisti
  • Vorbereitungsgebete
  • Ecce Agnus Dei
  • Domine, non sum dignus (×3)
  • Kommunion mit Communio-Antiphon
  • Purifikation
  • Schlussgebet: Postcommunio
  • Oremus: Praeceptis salutaris monitiMuttersprache
  • Paternoster (kein Amen)Muttersprache
  • Libera nosMuttersprache
  • Brotbrechung und Vermischung (mit Pax Domini)Muttersprache
  • Agnus DeiMuttersprache
  • Friedensgebet: Domine Iesu Christe, qui dixisti
  • Vorbereitungsgebete
  • Ecce Agnus DeiMuttersprache
  • Domine, non sum dignus (×3)Muttersprache
  • Kommunion mit Communio-Antiphon, Neu: Spendungsformel „Der Leib Christi“Muttersprache
  • Purifikation
  • Schlussgebet: PostcommunioMuttersprache
Entlassung Entlassung
  • Entlassungsruf: Ite missa est
  • Schlussbitte: Placeat tibi Sancta Trinitas
  • Segen: Benedicat vos
  • Schlussevangelium
  • Rezess
  • Gebete nach der Messfeier
  • Entlassungsruf: Ite missa estMuttersprache
  • Schlussbitte: Placeat tibi Sancta Trinitas
  • Segen: Benedicat vosMuttersprache
  • Entfällt: Schlussevangelium
  • Rezess
  • Gebete nach der Messfeier(Muttersprache)

Umsetzung der Konzilsbeschlüsse nach 1965Bearbeiten

Nach 1965 ergingen folgende Instruktionen:

  1. Instruktion Tres abhinc annos vom 4. Mai 1967 zur ordnungsgemäßen Durchführung der Konzilskonstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium
  2. Instruktion Memoriale Domini vom 29. Mai 1969 über die Art und Weise der Kommunionspendung
  3. Instruktion Liturgicae instaurationes vom 5. September 1970 zur ordnungsgemäßen Durchführung der Konzilskonstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium
  4. Instruktion Varietates legitimae vom 25. Januar 1994 zur ordnungsgemäßen Durchführung der Konzilskonstitution über die heilige Liturgie Sacrosanctum concilium Nr. 37–40
  5. Instruktion Liturgiam authenticam vom 28. März 2001 zu Artikel 36

In den Vereinigten Staaten geschah die Umsetzung der römischen Instruktionen etwas langsamer und es konnte die Messe erst ab April 1967 fast vollständig auf Englisch gefeiert werden.[23] Die amerikanischen Bischöfe schlossen hiervon lediglich die Präfation und den Kanon aus.[23] Das Maß der liturgischen Veränderungen entsprach jedoch bis zum Erlass des neuen Missale weitgehend der Anzahl an Veränderungen, denen das Missale Pius' V. bereits in den Jahrhunderten zuvor ohnehin schon ausgesetzt war.[23] Die Struktur der Messe als solcher war bis zum diesem Zeitpunkt noch weitgehend unverändert.[23] Bis November 1971 konnten sowohl die sog. alte Messe als auch der Novus Ordo in den USA nebeneinander gefeiert werden.[24]

Missale Romanum von 1969 und muttersprachliche ÜbersetzungenBearbeiten

Zur Vorbereitung weitergehender Reformen der Liturgie hatte der Coetus X des Consiliums unter Leitung von Johannes Wagner bis 1967 seine Vorschläge und Entwürfe in einer Missa normativa vorgelegt. Diese wurde in der Sixtinischen Kapelle am 24. Oktober 1967 im Rahmen der I. Bischofssynode vom 29. September bis zum 29. Oktober 1967 den versammelten Bischöfen erstmals gezeigt und diese um ihre Stellungnahme zu einzelnen Punkten befragt.[25]

Mit der Apostolischen Konstitution Missale Romanum vom 3. April 1969 setzte Papst Paul VI. eine von ihm selbst im Detail mitbestimmte Neuausgabe des lateinischen Ordo Missae und der Institutio Generalis Missalis Romani (= Ersatz des früheren Ritus servandus in celebratione missae) in Kraft (für Details siehe Gemeindemesse).

Dabei erklärte Papst Paul VI.:

„Nostra haec autem statuta et praescripta nunc et in posterum firma et efficacia esse et fore volumus, non obstantibus, quatenus opus sit, Constitutionibus et Ordinationibus Apostolicis a Decessoribus Nostris editis, ceterisque praescriptionibus etiam peculiari mentione et derogatione dignis.“

„Unsere Anordnungen und Vorschriften sollen jetzt und in Zukunft gültig und rechtskräftig sein, unter Aufhebung jedweder entgegenstehender Konstitutionen und Verordnungen Unserer Vorgänger sowie aller übrigen Anweisungen, welcher Art sie auch seien.“

Paul VI.: Apostolische Konstitution Missale Romanum vom 6. April, Gründonnerstag, 1969[26]

Nur drei Tage später setzte die Ritenkongregation durch Benno Gut und Ferdinand Antonelli mit dem Dekret vom 6. April 1969 (Prot. Nr. 22/969) die Allgemeine Einführung in das Römische Messbuch (Institutio generalis Missalis Romani) in Kraft.[27] Sie ersetzte die bisherigen Rubricae generales, den Ritus servandus in celebratione und den Ritus servandus in concelebratione sowie De defectibus in celebratione Missae occurrentibus.[27] Ihr Art. 7 definierte die Messe darin deutlich als gemeinschaftliche Handlung:

„Cena dominica sive Missa est sacra synaxis seu congregatio populi Dei in unum convenientis, sacerdote præside, ad memoriale Domini celebrandum.“

„Das Herrenmahl – die Messe – ist die heilige Synaxis oder Versammlung des gemeinsam zusammenkommenden Volkes Gottes, um unter der Leitung des Priesters das Gedächtnis des Herrn zu feiern.“

– Sacra Congretatio Rituum Institutio generalis Missalis Romani, Art. 7[28]

Diese Definition war in mehrerer Hinsicht bemerkenswert und bildete den theologischen Kern, der sich in vielen Einzelheiten des neuen Missale ausformte. Zum einen war die Messe nicht als Messopfer, sondern zunächst als cena, also als Mahl definiert, weiterhin war nicht die Messe heilig, sondern die Versammlung, letztlich war sie nicht Opfer des Priesters, sondern Feier der Gemeinde unter Leitung des Priesters. Diese sowohl von „traditionalistischen“ als auch von „progressiven“ befürwortete Deutung des Konzils bzw. der Liturgiereform als „Bruch“ mit dem bisherigen Messverständnis zeigt sich in einer Stellungnahme über „Fortschritte [der Reform] im einzelnen“[29] des Münsteraner Liturgiewissenschaftlers und Konsultors Emil Joseph Lengeling kurz nach Einführung des Messbuchs in Deutschland 1975:

„Aus der Allgemeinen Einführung zum Meßbuch von 1969 sei die schon in der Liturgiekonstitution (47) und in der Eucharistieinstruktion (1967) sich abzeichnende, ökumenisch tragfähige sakramentale Theologie der Meßfeier herausgehoben. Trotz der von reaktionären Angriffen erzwungenen, dank des Geschicks der Redaktoren Schlimmeres verhütenden Neufassung von 1970 führt sie – ganz im Sinne Odo Casels – aus Sackgassen nachtridentinischer Opfertheorie heraus und entspricht dem Konsens, der sich in manchen interkonfessionellen Dokumenten der letzten Jahre abzeichnet.[30]

Emil Joseph Lengeling: Tradition und Fortschritt un der Liturgie (LJ 1975, 201 (218 f.))

Mit der Neuauflage des kompletten Missale Romanum, das am 26. März 1970 erschien, trat dieses damit an die Stelle der Editio typica von 1962/65. Paul VI. gestattete neben der nur wenig veränderten Fassung des überlieferten Römischen Messkanons, der jetzt als I. Hochgebet gefasst war, drei neue Eucharistische Hochgebete. Das II. Hochgebet folgt dem Konzept der Traditio Apostolica des Hippolyt von Rom (3. Jh.), das IV. Hochgebet ist an eine ostkirchliche Anaphora antiochenischer Tradition angelehnt. Das III. Hochgebet fasst die Gehalte des Römischen Messkanons unter besonderer Berücksichtigung der christozentrischen Ekklesiologie des 2. Vatikanum neu; es wurde durch Cyprian Vagaggini OSB konzipiert. Der Entwurf eines V. Hochgebets mit noch stärkerer Annäherung an die orientalischen Anaphora, speziell der alexandrinischen Basilius-Anaphora, stieß bei der Glaubenskongregation 1967 auf Bedenken und wurde daher zurückgestellt; die drei anderen Entwürfe wurden hingegen gebilligt und amtlich veröffentlicht.

Zur Vermeidung eines „Mischritus“ wurden nur solche neue Hochgebete approbiert, die dem Geist (ingenium) der römischen Tradition entsprachen.

Der Papst redigierte überdies die Wandlungsworte, indem ihr Text (geringfügig) der biblischen Überlieferung der Einsetzungsberichte angepasst wurde. Sie müssen aber „in jedem Hochgebet gleich“ gesprochen werden. Die neben der jetzigen Verwendung lebendiger Sprachen deutlichste Änderung besteht darin, dass die Worte „Mysterium Fidei“ („Geheimnis des Glaubens“), zuvor ein Einschub im Text, den Wandlungsworten nachgeordnet wurden und als Einleitung einer Akklamation der Gläubigen gestaltet sind. Die Gemeinde antwortet mit einer Akklamation („Ruf“), für die das Missale Romanum 2002 mehrere Varianten vorsieht, z. B.:

„Deinen Tod, o Herr, verkünden wir, und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit.“

Die Erneuerung wurde unter anderem damit begründet, dass viele Texte, besonders Doppelungen, aus der Messe entfernt, neue Texte formuliert, altkirchliche, vortridentinische Texte wieder aufgenommen und bestehende Texte revidiert worden seien. Die Neuausgabe des Missale Romanum erschien 1970. Die Reform der Messe wurde mit der Erlaubnis zweier weiterer, neuer Hochgebete – „Versöhnung“, für besondere Anlässe – 1975 abgeschlossen und unmittelbar darauf weltweit durchgesetzt und akzeptiert. Nur wenige sogar der konservativen Kleriker und Laien widersetzten sich den liturgischen Neuerungen, das aber vehement. Aufgrund dieses Widerstandes erfolgte die Umsetzung des erneuerten Messbuches mit größter päpstlicher Autorität, um eine liturgisch inszenierte Kirchenspaltung zu vermeiden. In das Missale Romanum aus dem Jahr 2000, publiziert 2002, wurden die zwei Hochgebete zum Thema „Versöhnung“ von 1975, drei Hochgebete für Messen mit Kindern und vier Varianten für Hochgebete bei Messen in besonderen Anliegen (revidierte, früher sogenannte „Schweizer Hochgebete“) integriert.

Die weite Einführung der Volkssprachen in den katholischen Gottesdienst wurde von Papst Paul VI. in mehreren Schritten zwischen 1964 und 1971 gebilligt und von den Bischofskonferenzen, denen Sacrosanctum Concilium dazu eine eigene Kompetenz einräumte, mitgetragen und gefördert. Für Gegenden außerhalb des europäisch geprägten Kulturraums billigte das Konzil überdies eine behutsame Inkulturation der Liturgie. Unter Berufung darauf ist also nicht nur die instauratio (im Rahmen des römischen Typs) der Liturgie, sondern auch eine maßvolle Integration nicht-römischer und nicht-lateinischer Formen der gottesdienstlichen Verehrung möglich. Im Apostolischen Schreiben Sacramentum caritatis (2007) empfahl Papst Benedikt XVI. einen stärkeren Gebrauch des Lateinischen in Messfeiern bei internationalen Veranstaltungen. Darüber hinaus sollen allgemein „die Gläubigen angeleitet werden, die allgemeinsten Gebete in Latein zu kennen und gewisse Teile der Liturgie im Gregorianischen Stil zu singen“.[31]

Ottaviani-Intervention 1969Bearbeiten

Als Ottaviani-Intervention wurde ein als „kurze kritische Untersuchung“ des Ordo Missae überschriebener Text bekannt, der mit einem von den Kardinälen Alfredo Ottaviani und Antonio Bacci unterzeichnetes Empfehlungsschreiben vom 25. September 1969 an Paul VI. gelangte. Der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Franjo Šeper, wies diese „Untersuchung“ am 12. November 1969 als oberflächlich und falsch zurück. Paul VI. ergänzte das Missale Romanum von 1970 gleichwohl um ein Vorwort, in dem er begründete, dass die Liturgiereform in Treue zur Überlieferung erfolge. Auch die erneuerte Form der Messe sei ein sakramentales, nicht nur symbolisches Gedächtnis des Herrn.

Überarbeitung der Gesangbücher: Gotteslob 1975Bearbeiten

Die neue Ausrichtung der Liturgie hat auch zu einer weiteren Aufwertung des Volksgesanges geführt. Zu diesem Zweck erstellten die Bischofskonferenzen und Diözesen der deutschsprachigen Länder 1975 mit dem Gotteslob (1975) ein Gesangbuch, das nicht nur als Gesangbuch, sondern vielmehr als „Rollenbuch“ der Gemeinde zu verstehen ist. Nach einem mehrere Jahre dauernden Prozess der Bearbeitung wurde das Gotteslob in erneuerter Form im Advent 2013 eingeführt.

Rolle Papst Pauls VI.Bearbeiten

Papst Paul VI. gestaltete die Messordnung mit großer Intensität –anders als Papst Pius V. 1570 – persönlich mit, weil er liturgisch sehr interessiert war und um seine Verantwortung für den kirchlichen Gottesdienst wusste. Zudem beabsichtigte er, wieder zu einer verbindlichen Ordnung der Messe zu gelangen, nachdem es durch liturgische Experimente der Jahre nach 1965 beispielsweise in den Niederlanden und in Belgien mehrere hundert neu verfasste Hochgebete gab. Einige konkrete Weisungen gehen auf Papst Pauls VI. eigene Initiative zurück, z. B. die unveränderte Beibehaltung des Römischen Messkanons oder das Kreuzzeichen zu Beginn der Messe, das die ganze Messfeier unter das Zeichen Christi stellt. Anders als für viele andere Korrekturen fand die Liturgiekommission hierzu kein Vorbild in der Tradition; hier, wie u. a. bei der Deutung des „Mysterium Fidei“ (aus den Wandlungsworten) als Ruf an das Volk, hatte der Papst persönlich entschieden. Angesichts der bereits 1964 einsetzenden Kritik an der Liturgiereform betonte der Papst im Konsistorium vor den Kardinälen am 24. Mai 1976, dass die erneuerte Messordnung allgemeine Gültigkeit in der Kirche beanspruche und die ältere Form ersetzen solle. Er nahm für das neue Missale dieselbe Autorität eines Konzils in Anspruch wie es Papst Pius V. 1570 für das Missale Romanum getan hatte, das infolge des Trienter Konzils ausgearbeitet wurde.

Die liturgische Frage im engeren Sinne, ob ein Papst eine Weisung des Konzils so intensiv und autoritär umsetzen durfte, wird von fast allen Theologen uneingeschränkt zustimmend beantwortet. Auch die liturgischen Traditionalisten – nach vatikanischer Schätzung sind das höchstens 0,2 Prozent der 1,1 Mrd. Katholiken – betrachten zum größten Teil das Messbuch Papst Pauls VI. als gültig, auch wenn sie die frühere Fassung der Messordnung bevorzugen. Nur ein winziger Bruchteil der liturgischen Traditionalisten sind auch Anhänger des Integralismus.

Berücksichtigung der römischen TraditionBearbeiten

Das Consilium, das von 1964 bis 1969 die Liturgiereform betreute, arbeitete Kriterien heraus, durch welche Merkmale sich die römische Tradition von den Liturgien der Ostkirchen und anderen westlicher Traditionen (ambrosianischer, gallikanischer, mozarabischer Ritus) unterscheidet.

Insbesondere die neu zu schaffenden Hochgebete sollten nach dem Wunsch des Papstes dem „römischen Genius“ entsprechen. Der typisch römische Charakter wird insbesondere durch die einmalige konsekratorische Epiklese (Herabrufung des Heiligen Geistes) unmittelbar vor dem Einsetzungsbericht (Wandlungsworte) gewahrt. Die Verlegung der Interzessionen (Fürbitten) in den zweiten Teil der neuen Hochgebete hat diesen eine klarere Linie und Durchsichtigkeit gegeben, also den spiegelbildlichen Aufbau des traditionellen Canon Missae (Römischer Messkanon = Hochgebet I) nicht nachgeahmt.

Das Zweite Hochgebet greift Grundgedanken des Hochgebets auf, das in der Tradition des Hippolyt von Rom (3. Jahrhundert) steht. Es ist kurzgefasst und wurde auch wegen seiner klaren „römischen“ Begrifflichkeit und Kürze im Klerus schnell akzeptiert. Das Vierte Hochgebet steht zwar in ostkirchlicher Tradition, wahrt aber die typisch römische Knappheit des liturgischen Stils. Das Dritte Hochgebet bringt die Grundgedanken der Römischen Messe insofern neu zum Ausdruck, als es den Opfercharakter der Messe gemäß der Ekklesiologie des 2. Vatikanums deutlich betont.

Alle drei neuen Hochgebete bringen Gehalte des Römischen Ritus zum Ausdruck, die im Canon Missae (Hochgebet I: „Römischer Messkanon“) weniger stark ausgedrückt werden. Sie bringen somit die gesamte Tradition der Kirche vor 1570 deutlicher zum Ausdruck als es das tridentinische Missale Pius V. getan hatte. Joseph Ratzinger meinte: „Der völlige Uniformismus seiner Anwendung im Katholizismus war ein Phänomen allenfalls der 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts“, nämlich seit Inkrafttreten des Kirchenrechts von 1917.[32]

Vergleichende Gegenüberstellung Missale 1962 und Messbuch 1975Bearbeiten

Ordo missaeBearbeiten

In vergleichender Übersicht ergibt sich für die heilige Messe zwischen der forma extraordinaria nach dem Missale Romanum Johannes' XXIII. von 1962 und der forma ordinaria nach dem Missale Romanum Pauls VI. von 1970 bzw. der deutschen Übersetzung im Messbuch von 1975 folgende Übersicht der wichtigsten Unterschiede:[33]

Missale Romanum von 1962 Missale Romanum von 1970/Messbuch von 1975
Grundlagen
Aufbau der Messe
Sakralsprache Latein Latein oder Volkssprache
Gebetsrichtung de facto: ad orientem (Hochaltar) de facto: ad populum (Volksaltar)
Standort des Priesters durchgehend am Altar Altar, Sedilien, Ambo
Liturgische Gewänder faktische Abschaffung einiger Kleidungsstücke wie Tunicella, Manipel etc.
Formen der Messe
Messaufbau im Einzelnen
Vorbereitungsgebet: Eröffnung:
Vormesse

Rechte Altarseite (die sog. Epistelseite):

Wortgottesdienst
Rechte Altarseite:

Linke Altarseite (die sog. Evangelienseite):

  • Evangelium (1 Lesejahr)
  • Unterbrechung der Heiligen Messe zur Predigt und zur Verlesung der Lesung und des Evangeliums in der Landessprache, faktisch oft von einer Kanzel oder am Ambo

Ambo:

Opfermesse Eucharistiefeier
Opfervorbereitung Gabenbereitung
  • Erheben von Brot und Wein bis Brusthöhe, klare Herausstellung des Opfercharakters durch begleitende Gebete („nimm diese makellose Opfergabe gnädig an“)
  • Offertorium
  • Secreta (Stillgebet)
Opferhandlung (Wandlung) Eucharistisches Hochgebet
Opfermahl Kommunion
  • Kommunion des Priesters unter beiderlei Gestalten
  • erneutes Confiteor der Ministranten mit Vergebungsbitte und Absolution
  • Dreimaliges Domine, non sum dignus während der Priester eine gewöhnliche Hostie erhebt[35]
  • Mundkommunion im Knien an der Kommunionbank durch den Priester oder Diakon
  • Einmaliges Domine, non sum dignus während der Priester die gebrochene Zelebrationshostie erhebt[36]
  • Mundkommunion oder Handkommunion, Kommunionspendung durch Priester oder Kommunionhelfer, Empfang stehend oder kniend
  • Kommunion unter beiderlei Gestalten für bestimmte Gruppen und Anlässe
Entlassung Entlassung

Kommunikationstheoretischer VergleichBearbeiten

Der Religionssoziologe Marc Breuer sieht die forma extraordinaria bzw. tridentinische Messe und den protestantischen Predigtgottesdienst kommunikationstheoretisch als antithetische Pole an. Die Messe nach der Liturgiereform nimmt demgegenüber ein Mittelstellung zwischen beiden ein:[37]

Missale Romanum von 1962[38] Protestantischer Predigtgottesdienst[38] Messbuch von 1975[38]
Information[38] Repräsentation des Mysteriums, Sakralität der Sakramente[38] Aussagen der Bibel[38] Repräsentation des Mysteriums, Sakralität der Sakramente, Aussagen der Bibel[38]
Norm[38] rituelle Kohärenz[38] textuelle Kohärenz[38] rituelle und textuelle Kohärenz[38]
vorrangige Form der Mitteilung[38] Ritus (Handlung)[38] Predigt (Sprache)[38] Ritus (Handlung), Erklärung/Predigt (Sprache)[38]
vorrangige Form der Inklusion: Handeln (vorführen)[38] Sprechen (vorlesen, predigen)[38] Handeln (vorführen), Sprechen (vorlesen, erklären)[38]
Zuschauen (erleben)[38] Zuhören (verstehen)[38] Zuschauen (erleben), Handeln (teilnehmen), Zuhören (verstehen)[38]

Reform des StundengebetesBearbeiten

KalenderreformBearbeiten

Die folgende Zusammenstellung enthält die Heiligenfeste, die im Zug der Liturgiereform im Jahre 1969 verlegt wurden (Verschiebungen von mehr als acht Tagen fett). Einige Feste wurden aus der Fastenzeit oder Adventszeit weg verlegt, andere aus anderen Gründen neu positioniert, zum Teil, um dem historischen Sterbetag (dann unten mit * bezeichnet) eher zu entsprechen. Diese Tabelle enthält sowohl die verschobenen Termine des Römischen Kalenders als auch die Termine des Regionalkalenders für das deutsche Sprachgebiet.

Die Grundordnung des Kirchenjahres und der Römische Generalkalender wurden am 14. Februar 1969 durch das Motu proprio Mysterii paschalis approbiert und mit dem 1. Januar 1970 in Kraft gesetzt.

früher Heiliger heute
14.01. Hilarius von Poitiers Tag der Beisetzung 13.01.
19.01 Knud 10.07.*
23.01. Raimund von Peñafort 07.01.*
24.01. Timotheus nach Pauli Bekehrung 26.01.
26.01. Polykarp von Smyrna weicht Timotheus u. Titus 23.02.
27.01. Johannes Chrysostomus 13.09.*
29.01. Franz von Sales 24.01.
01.02. Ignatius von Antiochien 17.10.(*)
06.02. Titus mit Timotheus 26.01.
07.02. Romuald 19.06.*
09.02. Cyrill von Alexandrien 27.06.*
12.02. Die sieben heiligen Gründer des Servitenordens 17.02.
23.02. Petrus Damiani weicht Polykarp 21.02.
06.03. Perpetua und Felicitas traditioneller Termin: 07.03.*
07.03. Thomas von Aquin weicht Perpetua u. Felicitas 28.01.
12.03. Papst Gregor d. Gr. 03.09.
16.03. Heribert nur in Köln geboten: 30.08.
21.03. Benedikt von Nursia Übertragung der Gebeine 11.07.
24.03. Erzengel Gabriel mit Michael 29.09.
27.03. Johannes von Damaskus 04.12.*
28.03. Johannes von Capestrano 23.10.*
07.04. Hermann Josef 21.05.
11.04. Papst Leo d. Gr. 10.11.*
14.04. Justin traditioneller Termin: 01.06.
27.04. Petrus Canisius 21.12.*
28.04. Paul vom Kreuz 19.10.*
30.04. Katharina von Siena 29.04.*
01.05. Philippus und Jakobus 03.05.
04.05. Monika vor Augustinus 27.08.
05.05. Papst Pius V. 30.04.*
07.05. Stanislaus von Krakau 11.04.*
09.05. Gregor von Nazianz mit Basilius 02.01.
13.05. Robert Bellarmin 17.09.*
15.05. Jean Baptiste de La Salle 07.04.*
27.05. Beda Venerabilis anglikanischer Termin 25.05.*
27.05. Papst Johannes I. 18.05.*
28.05. Augustinus von Canterbury (mit Rücksicht auf Philipp Neri) 27.05.*
29.05. Maria Magdalena de Pazzi 25.05.*
31.05. Maria Königin Oktav von Mariä Himmelfahrt: 22.08.
01.06. Angela Merici 27.01.*
10.06. Margareta von Schottland 16.11.*
14.06. Basilius der Große 02.01.*
18.06. Ephraem der Syrer 09.06.*
03.07. Irenäus von Lyon trad. Termin bis 1962; weicht Thomas (Apostel) 28.06.
07.07. Kyrill und Method 14.02.*
08.07. Elisabeth von Portugal 04.07.*
14.07. Bonaventura 15.07.*
15.07. Kaiser Heinrich II. 13.07.*
18.07. Kamillus von Lellis 14.07.*
19.07. Vinzenz von Paul 27.09.*
20.07. Hieronymus Ämiliani 08.02.*
02.08. Alfons Maria di Liguori 01.08.*
04.08. Dominikus Tausch mit J.M. Vianney ((hist.) 6.8. ist Verklärung) 08.08.
08.08. Johannes Maria Vianney 04.08.*
12.08. Klara von Assisi 11.08.*
16.08. Joachim mit Anna 26.07.
21.08. Johanna Franziska von Chantal 12.12.*
27.08. Joseph von Calasanza 25.08.*
30.08. Rosa von Lima 23.08.*
02.09. König Stephan von Ungarn 16.08.*
03.09. Papst Pius X. 21.08.*
27.09. Kosmas und Damian weichen Vinzenz von Paul 26.09.
03.10. Theresia vom Kinde Jesus 01.10.*
08.10. Birgitta von Schweden 23.07.*
17.10. Margareta Maria Alacoque weicht Ignatius von Antiochien 16.10.
20.10. Johannes von Krakau 23.12.*
23.10. Antonius Maria Claret 24.10.*
24.10. Erzengel Raphael mit Michael 29.09.
12.11. Papst Martin I. weicht Josaphat 13.04.
14.11. Josaphat 12.11.*
24.11. Johannes vom Kreuz 14.12.*
04.12. Petrus Chrysologus 30.07.(*)
16.12. Eusebius von Vercelli 02.08.(*)
21.12. Thomas traditioneller Gedenktag der indischen Christen: 03.07.

Wirkungen der LiturgiereformBearbeiten

ZustimmungBearbeiten

neue Form sagt mir zu
  
43 %
nicht so stark ändern sollen
  
21 %
überhaupt nicht ändern sollen
  
9 %
unentschieden, kann ich nicht beurteilen
  
27 %
Zustimmung zur reformierten Messfeier unter allen deutschen Katholiken 1979[39]

Die erneuerte Form der römischen Liturgie fand bei Katholiken in Deutschland allgemeine Akzeptanz. In einer Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach für die Deutsche Bischofskonferenz im Jahre 1979, also etwa zehn Jahre nach Einführung des lateinischen Missale und etwa vier Jahre nach Einführung der deutschen Übersetzung, gab eine Mehrheit von 43 % aller befragten Katholiken an, dass ihnen die neue Form zusage, während 21 % für weniger Änderungen und 9 % sich für gar keine Änderungen aussprachen.[39][40]

neue Form sagt mir zu
  
41 %
nicht so stark ändern sollen
  
42 %
überhaupt nicht ändern sollen
  
10 %
unentschieden, kann ich nicht beurteilen
  
7 %
Zustimmung zur reformierten Messfeier unter deutschen Katholiken, die jeden Sonntag zur Kirche gehen, 1979[39]

Die Zustimmung zur Reform war dabei umso größer, je seltener die Befragten die Kirche sonntags besuchten;[39][40] einzig unter den regelmäßigen Kirchenbesuchern war das Bild „ganz gespalten“[41] und es zeigten sich 41 % mit der neuen Messordnung zufrieden, während 42 % sie ablehnten und weitere 9 % gar keine Änderungen bevorzugt hätten.[39][40]

Die Mehrheit der US-amerikanischen Katholiken stand der Liturgiereform positiv gegenüber.[24] Sie führte indessen zu einer deutlichen Spaltung in Gegner und Befürworter der Reform, dem an Schärfe nur der Streit um die Enzyklika Humanae Vitae gleicht.[42] Bei einer Gallup-Umfrage in den Jahren 1979 und 1984 sprachen sich 64 % beziehungsweise 40 % der befragten US-amerikanischen Katholiken für eine Rückkehr zur alten Liturgie, oder wenigstens ihrer alternativen Zulassung aus.[42] Es gibt indessen keine empirischen Hinweise dafür, dass der zeitgleich einsetzende deutliche und stetige Rückgang im Besuch der Sonntagsmesse in den USA auf die Liturgiereform kausal zurückgeführt werden kann;[43] lediglich unter älteren Katholiken war die neue Liturgie ein Faktor hierfür.[42] Bei einer Galupp- und NORC-Umfrage ergab sich, dass etwas weniger als 10 % aller amerikanischen Katholiken im Jahr 1974 aufgrund der liturgischen Änderungen nicht häufiger zur Messe gingen.[42]

Die in den USA festgestellte Abnahme im sonntäglichen Kirchgang lässt sich ebenso für Frankreich konstatieren; das Jahr 1965 markiert hier den Wendepunkt.[44] Der französische Historiker Guillaume Cuchet und der französische Statistiker Jérôme Fourquet sehen für diesen Vorgang durchaus eine Grundlage in den Reformen des Zweiten vatikanischen Konzils. Dieses habe jedoch nicht als Ursache („le concile n'a pas provoqué la rupture“), sondern als Auslöser („il l’a déclenchée“) gewirkt.[44][45] Dies betreffe indessen weniger die Reform der Liturgie selbst, als vielmehr den gefühlten Wegfall der Verbindlichkeit der gesamten katholischen Glaubenspraxis durch das Konzil innerhalb kürzester Zeit.[44][45]

Bischof Antônio de Castro Mayer (1904–1991, 1988 exkommuniziert) führte die erneuerten liturgischen Bücher der römisch-katholischen Kirche in seiner Diözese Campos (Brasilien) nicht ein. Daneben lehnte sie der emeritierte Erzbischof Marcel Lefebvre für die von ihm gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X. ab.

Kirchenarchitektur und -kunstBearbeiten

Besonders sichtbar war bei der Eucharistie der fast überall veränderte Standort des Priesters am Altar, jetzt in der Regel – häufig an einem neu errichteten „Volksaltar“ – mit dem Gesicht zu Altar und Gemeinde (versus populum) gewandt, statt wie vorher versus apsidem, zur Apsis. Bei der einen wie der anderen Stellung richten sich Gebet und Geist jedoch stets „ad Deum“ (zu Gott) und „ad Dominum“ (zum Herrn).

Bereits Inter Oecumenici hatte im Jahr 1964 deshalb in Art. 91 angeordnet, dass der Altar umschreitbar sein sollte;[46] fast wortgleich ordnete die Institutio generalis Missalis Romani in Art. 262 an:

„Altare maius exstruatur a pariete seiunctum, ut facile circumiri et in eo celebratio versus populum peragi possit, quod expedit ubicumque possibile sit.“

„Der Hauptaltar wird von der Wand getrennt errichtet, damit man ihn leicht umschreiten, und an ihm der Gemeinde zugewandt die Messe feiern kann; jenes [also die frei stehende Errichtung] ist zuträglich, wo immer es möglich ist.“[47]

Nebenaltäre sollte es nach Art. 267 demgegenüber nur noch in geringer Zahl geben:

„Altaria minora numero sint pauciora et, in novis ecclesiis, in sacellis ab ecclesiæ aula aliquomodo seiunctis collocentur.“

„Die Seitenaltäre sollen eher wenige sein und, bei neugebauten Kirchen, in vom Hauptraum der Kirche irgendwie getrennten Seitenkapellen errichtet werden.“[48]

Diese Veränderung machte Umbauten in fast allen Kirchen nötig. Dabei wurden meist auch die Altarschranken (Kommunionbänke) entfernt. In nach dem Konzil neu erbauten Kirchen wurde darüber hinaus der Altar nicht selten weit in die Mitte der Gemeinde gezogen und die Bankreihen (halb-) kreisförmig angeordnet. Dadurch sollte die gemeinsame Würde des Gottesvolkes und die Nähe des menschgewordenen Herrn betont sowie die tätige und bewusste Teilnahme des ganzen Volkes Gottes an der Liturgie erleichtert werden.

Viele Kirchenneubauten gingen indessen über diese Vorgaben hinaus und versuchten die Ekklesiologie des 2. Vatikanums auch in neuen architektonischen Formen erfahrbar zu machen. Vorbilder hierfür fanden sich bereits in Kirchenbauten der 1930er-Jahre, die von der liturgischen Bewegung beeinflusst waren.[49] Statt der alten, auf den Hochaltar in der Apsis am östlichen Ende des Kirchenschiffs ausgerichteten Form der Kirche experimentierte man mit runden, quadratische und elliptischen Formen, bei denen sich das Volk Gottes um den Altar oder auch um den Ambo als Altar des Wortes schart. Das 2. Vatikanum hatte „edl[e] Einfachheit“ (SC 34) und „edle Schönheit“ anstelle „bloßen Aufwand[s]“ gefordert; viele Architekten setzten diese Vorgabe in Formen des zeitgenössischen Minimalismus' und Funktionalismus' um.[50] Die teilweise sehr auf das Wesentliche reduzierten Ergebnisse von Umgestaltungen bestehender Kirchen wurden in den englischsprachigen Ländern auch pejorativ mit dem Kofferwort wreck-o-vation bezeichnet.[51][52]

Auch in der übrigen sakralen Kunst zeichnete sich eine Wende von der hierarchischen zur „demokratischen Kirche“ derart ab, dass bis dahin für katholische Kirche prägenden Andachtsbilder alter Art aus den Kirchen entfernt oder doch zumindest ihre Anzahl oftmals stark verringert wurde. Bei der sich anschließenden Umsetzung ergab sich nach Auffassung des Politikwissenchaftlers Hans Maier eine große Bandbreite: von umstrittenen unkonventionellen Projekten (so bei Georg Baselitz) bis zu gelungener (so bei Georg Meistermann, Herbert Falken, Gerhard Richter und Neo Rauch) Kooperation zwischen modernen Künstlern und Gemeinden. Hans Maier weist darauf hin, dass diese nachkonzilären Entwicklungen bisher noch zu wenig erforscht seien.[53]

AltritualistenBearbeiten

Manche Kritiker vertreten die Ansicht, die Reform habe in modernistischer Tendenz den Opfercharakter der Eucharistie zugunsten eines Mahlcharakters zurücktreten lassen, wobei zweifelhaft ist, ob konzilsgemäß vom Papst verfügte Änderungen in den Texten überhaupt den „Charakter“ des liturgischen Geschehens ändern können.

IndultmessenBearbeiten

Zugunsten der Priester und Gläubigen, die den tridentinischen Ritus bevorzugten, gestattete Papst Johannes Paul II. den Diözesanbischöfen, aus pastoralen Gründen und unter bestimmten Bedingungen die Genehmigung zu Feiern nach dem Römischen Messbuch von 1962 zu erteilen (Indultmesse). Richtlinien hierfür waren bereits im Schreiben Quattuor abhinc annos vom 3. Oktober 1981 festgelegt worden. Am 2. Juli 1988 veröffentlichte Papst Johannes Paul II. das Motu proprio Ecclesia Dei Adflicta, in dem er einen Aufruf an all jene richtete, die bisher mit der Bewegung des Erzbischofs Marcel Lefebvre in Verbindung standen, und sie aufforderte, „dass sie ihre ernste Pflicht erfüllen, mit dem Stellvertreter Christi in der Einheit der katholischen Kirche verbunden zu bleiben und in keiner Weise jene Bewegung weiter zu unterstützen“. Er bot „all jenen katholischen Gläubigen, die sich an einige frühere Formen der Liturgie und Disziplin der lateinischen Tradition gebunden fühlen“ an, ihnen „die kirchliche Gemeinschaft leicht zu machen, durch Maßnahmen, die notwendig sind, um die Berücksichtigung ihrer Wünsche sicherzustellen“.

Innerhalb der katholischen Kirche gibt es heute etwa 30 Gruppierungen, die vom Heiligen Stuhl die Erlaubnis erhielten, solche Indultmessen zu feiern. Der Unterschied zwischen diesen Gruppen und etwa der Priesterbruderschaft St. Pius X. besteht darin, dass letztere wesentliche Ergebnisse des Zweiten Vatikanischen Konzils ablehnt, vor allem Religionsfreiheit, Ökumenismus und Aufwertung der Laien, und durch sie den katholischen Glauben beeinträchtigt sieht. Den in der römisch-katholischen Kirche verbliebenen oder in die volle Gemeinschaft mit ihr zurückgekehrten Gruppierungen geht es im Wesentlichen um die Feier der Messe in zuvor gewohnter Form; bezüglich der Lehre sind sie in der Regel zur Anerkennung der Konzilsdokumente, sofern diese gemäß der traditionellen Lehre interpretiert werden, bereit. Das Motu proprio Summorum pontificum Papst Benedikt XVI. vom 7. Juli 2007 kann auch Versöhnungsangebot an denjenigen Katholiken gesehen werden, die derzeit nicht oder nicht vollständig in Gemeinschaft mit dem Heiligen Stuhl stehen. Dem Papst ging es aber auch um eine kontinuierliche Perspektive, also den Geist der Liturgie überhaupt.

Marcel Lefebvre und die Priesterbruderschaft St. Pius X.Bearbeiten

 
Marcel Lefebvre, Gründer der Priesterbruderschaft St. Pius X. im Jahr 1981.

Noch während der Tätigkeit der Liturgiekommission entstand eine Gegenbewegung, aus der sich später traditionalistische Gruppen formierten. Bekannt wurde vor allem die 1970 unter Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Priesterbruderschaft St. Pius X., die das Missale Romanum Papst Pauls VI. ablehnt. Kritisiert wurde von ihr unter anderem die Bekanntgabe der Gottesdienstkongregation vom 28. Oktober 1974, der zufolge Ausnahmegenehmigungen für Messfeiern „mit Volk“ nach dem älteren Missale von 1962 nicht mehr erteilt wurden.

Diese disziplinarische Maßnahme stieß auf den Widerstand der traditionalistischen Gruppen. Diese argumentierten unter anderem, dies sei wegen der Konstitution Quo primum tempore von Papst Pius V. rechtswidrig, ebenso wie Strafmaßnahmen gegen Priester, die öffentlich die alte Messe lasen; nichtöffentliche Feiern wurden älteren Priestern problemlos gestattet. Aus einem falsch verstandenen Ökumenismus mache die römisch-katholische Kirche zwar Zugeständnisse an den Protestantismus, zeige sich aber unnachgiebig gegenüber Widerstand aus den „eigenen Reihen“.

Am 8. September 1976 fragte Jean Guitton den Papst, ob ein liturgisches Zugeständnis möglich sei. Paul VI. antwortete:

« En apparence cette différend porte sur une subtilité. Mais cette messe dite de Saint Pie V., comme on le voit à Ecône, devient le symbole de la condamnation du Concile. Or, je n’accepterai en aucune circonstance que l’on condamne le Concile par un symbole. Si cette exception était acceptée, le Concile entier sera ébranlée. Et par voie de conséquence l’autorité apostolique du Concile. »

„Auf den ersten Blick geht es bei dieser Auseinandersetzung nur um eine Kleinigkeit. Aber diese Messe, wie wir sie in der Ecône sehen, bekannt als die Messe des Heiligen Pius V., wurde zum Symbol der Verurteilung des Konzils. Ich werde jedoch unter keinen Umständen akzeptieren, dass das Konzil durch ein Symbol verurteilt wird. Wenn diese Ausnahme akzeptiert wird, wird das gesamte Konzil erschüttert. Und damit die apostolische Autorität des Konzils.“[54]

Paul VI. war also der Ansicht, der Streit gehe um das Konzil als solches und die „alte Messe“ werde als Kampfmittel dagegen benutzt.

Nach den eigenmächtigen Bischofsweihen von Erzbischof Lefebvre im Jahr 1988 wurden dieser und die neugeweihten Bischöfe der Piusbruderschaft exkommuniziert und die Priester der Bruderschaft von ihren priesterlichen Funktionen suspendiert und ihnen somit verboten, Messen zu feiern und Sakramente zu spenden. Die Bischofsweihe wurde von Papst Johannes Paul II. als schismatischer Akt bezeichnet.

Summorum Pontificum und die form extraordinariaBearbeiten

Mit Summorum Pontificum wurde die Liturgie von 1962 als außerordentliche, das heißt besondere Form des römischen Ritus eingerichtet, sie wurde jedoch gleichzeitig für Weiterentwicklung geöffnet: Die Lesungen in der Gemeindemesse (Missa cum populo) dürfen in der Volkssprache vorgetragen werden.[55] In Zukunft können auch in das 1962er Messbuch neue Heilige und einige der neuen Präfationen aufgenommen werden.[56] Die im Missale von 1962 enthaltene Karfreitagsfürbitte für die Juden wurde 2008 von Papst Benedikt XVI. durch eine anders formulierte ersetzt.[57] Die außerordentliche Form (forma extraordinaria) soll demnach ebenfalls eine Art Liturgiereform erfahren, doch in einer anderen Weise, als sie für die „ordentliche Form“ durch die Päpste Paul VI. und Johannes Paul II. durchgeführt wurde. Dies belegt auch die Art der Veränderung der Judenfürbitte im Missale von 1962 durch Benedikt XVI. 2008: Der vorkonziliare Text wurde abgeschafft, aber nicht die durch Paul VI. 1970 eingeführte (lateinisch vorliegende) Fassung der Normalform übernommen, sondern eigens ein neues Sonderformular geschaffen.

Ohne die Ergebnisse der Liturgiereform abzuwerten, hat Papst Benedikt XVI. den älteren 1962er Brauch (usus antiquior) des römischen Ritus mit Motu proprio vom 7. Juli 2007 als forma extraordinaria wieder breiter gestattet (vgl. Summorum pontificum). Jedoch bleibt der usus instauratus die Normalform (forma ordinaria) der römischen Liturgie. Papst Franziskus erklärte vor den Teilnehmern der 68. liturgischen Woche am 24. August 2017 zu einer möglichen weitergehenden „Reform der Reform“:

«Dopo questo magistero, dopo questo lungo cammino possiamo affermare con sicurezza e con autorità magisteriale che la riforma liturgica è irreversibile.»

„Im Anschluss an dieses Lehramt, an diesen langen Weg können wir mit sicherer Gewissheit und lehramtlicher Autorität bekräftigen, dass die Liturgiereform unumkehrbar ist.“

Papst Franziskus: Ansprache an die Teilnehmer der 68. nationalen liturgischen Woche in Italien[58]

Ton- und FilmdokumenteBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Dokumente der ReformBearbeiten

  • Reiner Kaczynski (Hrsg.): Enchiridion documentorum instaurationis liturgicae. Band 1 (1963–1973); Turin 1976. Band 2 (4.12.1973 – 4.12.1983); Rom 1988. Band 3 (4.12.1983 – 4.12.1993); Rom 1997.
  • Heinrich Rennings, Martin Klöckener (Hrsg.): Dokumente zur Erneuerung der Liturgie. Band 1: Dokumente des Apostolischen Stuhls 1963–1973; Kevelaer 1983. Band 2: Dokumente des Apostolischen Stuhls 4.12.1973 – 3.12.1983; Kevelaer, Freiburg Schweiz 1997. Band 3: Dokumente des Apostolischen Stuhls 4.12.1983 – 3.12.1993; Kevelaer, Freiburg Schweiz 2001.
  • Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz: Die Messfeier: Dokumentensammlung. Auswahl für die Praxis; Arbeitshilfen 77; Bonn: Sekretariat der Dt. Bischofskonferenz, 1990; 20018.
  • Grundordnung des Römischen Messbuchs. Vorabpublikation zum Deutschen Messbuch (3. Auflage); amtlicher Text, noch ohne rechtlich verbindlichen Charakter (pdf; 532 kB)
  • Hans Bernhard Meyer (Hrsg.): Der Gottesdienst im deutschen Sprachgebiet. Liturgische Dokumente, Bücher und Behelfe; Studien zur Pastoralliturgie 5; Regensburg: Pustet, 1982; ISBN 3-7917-0756-6.

SekundärliteraturBearbeiten

Geschichte

Theologie

  • Joseph Ratzinger: Der Geist der Liturgie. Eine Einführung. Herder, Freiburg i. Br. 2000.

Architektur und Kunst

  • Jae-Lyong Ahn: Altar und Liturgieraum im römisch-katholischen Kirchenbau: eine bauhistorische Betrachtung unter besonderer Berücksichtigung der Veränderung des Standorts des Altars nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962–1965): Fakultät für Architektur. (publications.rwth-aachen.de [PDF]).
  • Ralf van Bühren: Kunst und Kirche im 20. Jahrhundert. Die Rezeption des Zweiten Vatikanischen Konzils (Konziliengeschichte, Reihe B: Untersuchungen), Paderborn: Verlag Ferdinand Schöningh 2008 ISBN 978-3-506-76388-4, S. 253–626, 640–646 (Abb.)
  • Ralf van Bühren: Kirchenbau in Renaissance und Barock. Liturgiereformen und ihre Folgen für Raumordnung, liturgische Disposition und Bildausstattung nach dem Trienter Konzil. In: Stefan Heid (Hrsg.): Operation am lebenden Objekt. Roms Liturgiereformen von Trient bis zum Vaticanum II. Berlin 2014, S. 93–119 (Volltext PDF).
  • Ralf van Bühren: Raum, Kunst und Liturgie. Praktische Auswirkungen der Liturgiereform auf den Kirchenbau nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. In: Reimund Haas (Hrsg.): Fiat voluntas tua. Theologe und Historiker – Priester und Professor. Festschrift zum 65. Geburtstag von Harm Klueting am 23. März 2014. Münster 2014, S. 73–100.
  • Elke Hamacher: Zeichen des Aufbruchs: Kirchenbau und Liturgiereform im Bistum Augsburg seit 1960. 1. Auflage. Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg im Allgäu 2018, ISBN 978-3-95976-096-6 (342 S.).
  • Martin Mosebach: Häresie der Formlosigkeit, Die römische Liturgie und ihr Feind. Karolinger, Wien – Leipzig ³2003 ISBN 3-85418-102-7; erweiterte Neuauflage, München 2007 ISBN 978-3-446-20869-8.
  • Pius Parsch, Robert Kramreiter, Rudolf Pacik: Neue Kirchenkunst im Geist der Liturgie. Echter, Würzburg 2010, ISBN 978-3-429-03166-4 (233 S.).
  • Walter Zahner: Raumkonzepte der Liturgischen Bewegung. In: Albert Gerhards, Thomas Sternberg, Walter Zahner (Hrsg.): Communio-Räume: Auf der Suche nach der angemessenen Raumgestalt katholischer Liturgie (= Bild, Raum, Feier). Schnell & Steiner, Regensburg 2003, ISBN 3-7954-1583-7.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Aimé-Georges Martimort (Hrsg.): Handbuch der Liturgiewissenschaft I. Verlag Herder, Freiburg/Basel/Wien 1963, ISBN 3-451-84590-3, S. 53.
  2. Alexander Saberschinsky: Einführung in die Feier der Eucharistie: Historisch – Systematisch – Praktisch. Verlag Herder, Freiburg 2016, ISBN 3-451-84884-8, S. 110.
  3. Boleslaw J. Krawczyk: Der Laie in Liturgie und Theologie bei Pius Parsch. Echter, Würzburg 2007, ISBN 978-3-429-02938-8, S. 126 u. 130.
  4. Rupert Berger: Pastoralliturgisches Handlexikon. 1. Auflage. Verlag Herder, Freiburg 2016, ISBN 3-451-84590-3, S. 137.
  5. T. R. Gabrielli: One in Christ: Virgil Michel, Louis-Marie Chauvet, and Mystical Body Theology. Liturgical Press, 2017, ISBN 978-0-8146-8398-9, S. 44.
  6. a b c d William D. Dinges: Ritual Conflict as Social Conflict: Liturgical Reform in the Roman Catholic Church. In: Sociological Analysis. Band 48, Nr. 2, 1987, S. 138 (152), doi:10.2307/3711198.
  7. Adolf Adam, Winfried Haunerland: Grundriss Liturgie. Verlag Herder, 2018, ISBN 978-3-451-83173-7, S. 74.
  8. a b Norbert Trippen: Joseph Kardinal Höffner (1906–1987). Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-76841-4, S. 25.
  9. Norbert Trippen: Joseph Kardinal Höffner (1906–1987). Schöningh, Paderborn 2012, ISBN 978-3-506-76841-4, S. 30.
  10. Vgl. auch AS I, 1, 629 f.
  11. Alfons Maria Stickler: Erinnerungen und Erfahrungen eines Konzilsperitus der Liturgiekommission. In: Franz Breid (Hrsg.): Die heilige Liturgie: Referate der „Internationalen Theologischen Sommerakademie 1997“ des Linzer Priesterkreises in Aigen/M. 1997, ISBN 3-85068-533-0, S. 160 (178).
  12. a b Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (120).
  13. a b Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (121).
  14. a b Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (122).
  15. a b Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (125).
  16. Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (126).
  17. a b Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (127).
  18. Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (123).
  19. Annibale Bugnini: Die Liturgiereform: 1948–1975 ; Zeugnis und Testament. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-20727-3, S. 220.
  20. Annibale Bugnini: Die Liturgiereform: 1948–1975 ; Zeugnis und Testament. Herder, Freiburg im Breisgau 1988, ISBN 3-451-20727-3, S. 221.
  21. Ordo Missae. Ritus servandus in celebratione Missae. De defectibus in celebratione Missae occurentibus. Editio typica; Typis Polyglottis Vaticanis 1965.
  22. Hans-Jürgen Feulner: Der Ordo Missae von 1965 und das Missale Romanum von 1962. In: Helmut Hoping, Winfried Haunerland, Stephan Wahle (Hrsg.): Römische Messe und Liturgie in der Moderne. Verlag Herder, 2016, ISBN 978-3-451-80588-2, S. 103 (129 ff.).
  23. a b c d William d. Dinges: Ritual Conflict as Social Conflict: Liturgical Reform in the Roman Catholic Church. In: Sociological Analysis. Band 48, Nr. 2, 1987, S. 138 (141), doi:10.2307/3711198.
  24. a b William d. Dinges: Ritual Conflict as Social Conflict: Liturgical Reform in the Roman Catholic Church. In: Sociological Analysis. Band 48, Nr. 2, 1987, S. 138 (142), doi:10.2307/3711198.
  25. Christiaan Kappes: The Normative Mass of 1967: Its History and Principles as Applied to the Liturgy of the Mass. S. 36 (academia.edu – Doct. Diss., Sant'Anselmo, 2012).
  26. Paul VI.: Constitutio Apostolica „Missale Romanum“. 6. April 1969 (w2.vatican.va – Latein w2.vatican.va).
  27. a b Dokumente zum Römischen Meßbuch. St. Benno-Verlag, Leipzig 1970, S. 12 f. (Latein).
  28. Dokumente zum Römischen Meßbuch. St. Benno-Verlag, Leipzig 1970, S. 30 (Latein).
  29. Emil Joseph Lengeling: Tradition und Fortschritt un der Liturgie. In: Liturgisches Jahrbuch, Vierteljahreshefte für Fragen des Gottesdienstes. Band 26, Nr. 4, 1975, S. 201 (216).
  30. Emil Joseph Lengeling: Tradition und Fortschritt un der Liturgie. In: Liturgisches Jahrbuch, Vierteljahreshefte für Fragen des Gottesdienstes. Band 26, Nr. 4, 1975, S. 201 (218 f.).
  31. Heiliger Stuhl: Nachsynodales Apostolisches Schreiben „Sacramentum caritatis“; abgerufen am 14. März 2007
  32. Joseph Ratzinger: Aus meinem Leben. 1998, S. 186.
  33. Deutsches Liturgisches Institut (Hrsg.): Der Römische Ritus im Missale von 1962 und im Missale von 1970/Messbuch 1975. 2007.
  34. Georg Kieffer Rubrizistik oder Ritus des katholischen Gottesdienstes nach den Regeln der heiligen römischen Kirche, Paderborn 1922, S. 233
  35. Georg Kieffer Rubrizistik oder Ritus des katholischen Gottesdienstes nach den Regeln der heiligen römischen Kirche, Paderborn 1922, S. 173
  36. Schott-Messbuch für die Sonn- und Festtage des Lesejahres A. Herder, Freiburg i. Br. 1983, ISBN 3-451-19231-4. auf S. 402
  37. Marc Breuer: Religiöser Wandel als Säkularisierungsfolge: Differenzierungs- und Individualisierungsdiskurse im Katholizismus. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18652-8, S. 406.
  38. a b c d e f g h i j k l m n o p q r s t u v w Marc Breuer: Religiöser Wandel als Säkularisierungsfolge: Differenzierungs- und Individualisierungsdiskurse im Katholizismus. VS Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2012, ISBN 978-3-531-18652-8, S. 406 Abb. 9.
  39. a b c d e Institut für Demoskopie Allensbach: IfD-Bericht 2574: Der Rückgang im Kirchenbesuch der Katholiken: Ein Versuch, die Hintergründe mit Hilfe desmoskopischer Trendanalysen zu verstehen. Allensbach am Bodensee 1979, S. 44 (dli.institute).
  40. a b c Vgl. auch Joseph Höffner: Pastoral der Kirchenfremden: Eröffnungsreferat bei der Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz 1979 in Fulda. Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz, Bonn 1979, S. 38.
  41. Institut für Demoskopie Allensbach: IfD-Bericht 2574: Der Rückgang im Kirchenbesuch der Katholiken: Ein Versuch, die Hintergründe mit Hilfe desmoskopischer Trendanalysen zu verstehen. Allensbach am Bodensee 1979, S. 43 (dli.institute).
  42. a b c d William d. Dinges: Ritual Conflict as Social Conflict: Liturgical Reform in the Roman Catholic Church. In: Sociological Analysis. Band 48, Nr. 2, 1987, S. 138, doi:10.2307/3711198.
  43. William D. Dinges: Ritual Conflict as Social Conflict: Liturgical Reform in the Roman Catholic Church. In: Sociological Analysis. Band 48, Nr. 2, 1987, S. 138 (139), doi:10.2307/3711198.
  44. a b c Jérôme Fourquet: L’archipel français: Naissance d’une nation multiple et divisée. 2019, ISBN 978-2-02-140602-3, S. 22 (französisch).
  45. a b Guillaume Cuchet: Comment notre monde a cessé d’être chrétien: Anatomie d’un effrondement. Éditions du Seuil, Paris 2018, ISBN 978-2-02-102129-5 (französisch).
  46. Inter oecumenici. Abgerufen am 4. Mai 2019.
  47. ccwatershed.org
  48. ccwatershed.org
  49. Duncan G. Stroik: Church Architecture Since Vatican II. In: The Jurist: Studies in Church Law and Ministry. Band 75, Nr. 1, 2015, S. 5 (9), doi:10.1353/jur.2015.0009.
  50. Randall B. Smith: Don’t Blame Vatican II. Modernism and Modern Catholic Church Architecture. In: Sacred Architecture. Band 13, Nr. 13, 2007, ISSN 1535-9387, S. 12 (18) (sacredarchitecture.org [PDF]).
  51. Jennifer Donelson: Addressing the triumph of bad taste: Church Patronage of Art, Architecture and Music. In: Alcuin Reid (Hrsg.): Liturgy in the twenty-first century: Contemporary issues and perspectives. Bloomsbury T & T Clark, London, New York 2016, ISBN 978-0-567-66809-7.
  52. Colleen McDannell: The spirit of Vatican II: A history of Catholic reform in America. Basic Books, New York, NY 2011, ISBN 0-465-04480-8 (englisch).
  53. Hans Maier: Verlust des Sakralen?: Liturgie und Kultur. In: Stimmen der Zeit. Band 137, Nr. 2, 2012 (herder.de).
  54. Paul VI secret, Paris 1979, S. 159.
  55. Art. 6
  56. Brief des Papstes Benedikt XVI. an die Bischöfe anlässlich des Motu proprio „Summorum Pontificum“
  57. Papst ändert Karfreitagsfürbitte@1@2Vorlage:Toter Link/www.oecumene.radiovaticana.org (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiven  Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  58. Papst Franziskus: Ansprache an die Teilnehmer der 68. nationalen liturgischen Woche in Italien. 24. August 2017 (w2.vatican.va).