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Kaunitz (Verl)

Ortsteil der Stadt Verl

Kaunitz ist ein Ortsteil der ostwestfälischen Stadt Verl im Kreis Gütersloh im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen. Der Ort ist um das Jahr 1746 entstanden und zählt 2600 Einwohner.[1]

Kaunitz
Stadt Verl
Koordinaten: 51° 51′ 23″ N, 8° 33′ 54″ O
Höhe: 94 m ü. NN
Fläche: 6,56 km²
Einwohner: 2600 (1. Jun. 2008)
Bevölkerungsdichte: 396 Einwohner/km²
Postleitzahl: 33415
Vorwahl: 05246
Karte
Lage von Kaunitz in der Stadt Verl
(Rot markiert ist der Siedlungskern von Kaunitz, der sich teilweise auch auf die Altgemeinden Österwiehe und Liemke erstreckt.)
Blick auf St. Maria Immaculata in Kaunitz

Inhaltsverzeichnis

GeographieBearbeiten

Kaunitz liegt südöstlich von Verl und grenzt im Osten direkt an die Gemeinde Hövelhof im Kreis Paderborn. Im Norden grenzt die Ortschaft an Schloß Holte-Stukenbrock. Wie auch die übrigen Verler Ortsteile ist Kaunitz Teil der dem Teutoburger Wald vorgelagerten Sennelandschaft.

Die Ortschaft besitzt einen weitgehend ländlichen Charakter; außerhalb des Siedlungsschwerpunktes zeigt sich die für die Emssandebene typische Parklandschaft mit Hecken, Weiden und Grünstrukturen. Außerdem finden sich in der Umgebung des Ortes zahlreiche baumumstandene Einzelhöfe.

Nordwestlich des Ortskerns wird Kaunitz vom Wapelbach durchzogen, darüber hinaus verlaufen auch der Rodenbach und der Sennebach über das Ortsgebiet. Im Westen grenzt Kaunitz an das Feuchtwiesenschutzgebiet Grasmeerwiesen.

GeschichteBearbeiten

Der Grundstein für die Entstehung der Ortschaft wurde im Jahre 1746 durch den mährisch-österreichischen Grafen Wenzel Anton Graf Kaunitz gelegt, indem er die katholische Pfarrkirche St. Maria Immaculata errichten ließ. Die Baumaßnahme wurde eingeleitet, nachdem der Graf Maximilian Ulrich von Kaunitz-Rietberg (1679–1746) im Jahre 1743 festgelegt hatte, dass auf der Grenze zwischen den Bauerschaften Liemke und Österwiehe eine neue Pfarrei mit dem Namen Kaunitz, angelehnt an den ursprünglichen Herkunftsort des Adelsgeschlechts in Böhmen, entstehen sollte. Heute erinnert der neben der Kirche befindliche „Fürst-Wenzel-Platz“ an den Begründer der Ortschaft sowie ihres Namens.

Kaunitz gehörte bereits seit dem Inkrafttreten der preußischen Landgemeindeordnung vom 31. Oktober 1841 zur Gemeinde Oesterwiehe (damalige Schreibweise) im Amt Verl. Der Ort kam zusammen mit Österwiehe im Rahmen der kommunalen Neugliederung, die am 1. Januar 1970 in Kraft trat, zur Gemeinde Verl. Im Zuge dieser Neugliederung wurden der Gemeinde Verl auch Teile der Altgemeinde Schloß Holte (bis zum 27. Oktober 1964: Liemke)[2] zugeschlagen.[3] Dieses Gebiet wird heute oft zu Kaunitz gerechnet, da es keinen eigenen Ortsteil bildet.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

VerkehrBearbeiten

 
Bahnhof

Durch Kaunitz verläuft die von Gütersloh nach Hövelhof führende Straße L 757. Über diese Straße ist der Ort an die Anschlussstelle Gütersloh der Bundesautobahn 2 sowie an die Anschlussstelle Hövelhof der Bundesautobahn 33 angeschlossen.

Ferner führt durch Kaunitz die Nebenbahnstrecke Gütersloh-Verl-Kaunitz-Hövelhof der Teutoburger Wald Eisenbahn (TWE), welche jedoch seit 1978 nur noch für den Güterverkehr genutzt wird. Der ehemalige Kaunitzer Bahnhof dient daher heute als Versammlungsraum für die Dorfgemeinschaft. Am ersten Sonntag im Dezember verkehrt jedes Jahr auf der TWE eine Dampflokomotive mit dem Teuto-Express als Museumsbahn zum Hövelhofer Nikolausmarkt. Zurzeit wird über eine Reaktivierung der Strecke für den öffentlichen Personennahverkehr beraten.

Öffentliche EinrichtungenBearbeiten

 
Blick auf den Haupteingang der Ostwestfalenhalle

Kaunitz verfügt über einen eigenen Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr, einen von zwei Löschzügen innerhalb des Verler Stadtgebietes. Der Löschbezirk der rund 50 Mitglieder umfassenden Feuerwehr umfasst neben Kaunitz auch den Ortsteil Österwiehe.

Die Grundschule Kaunitz-Bornholte ist die einzige im Ort befindliche Schule und wird laut Stand Oktober 2012 von 249 Schülerinnen und Schülern besucht.[4]

Im Ort befindet sich die als Mehrzweckhalle genutzte Ostwestfalenhalle. Von überregionaler Bedeutung ist der jeden ersten Samstag im Monat stattfindende Hobbymarkt, einer der größten Tier- und Trödelmärkte in Deutschland.

VereineBearbeiten

Der größte Sportverein der Ortschaft ist der FC Kaunitz mit 430 Mitgliedern, dessen erste Fußballmannschaft nach dem Aufstieg im Jahre 2012 erstmals in der Landesliga Westfalen spielte.

Der 380 Mitglieder starke TC Kaunitz ist einer von drei Tennisclubs innerhalb von Verl. Das Vereinsgelände befindet sich allerdings nicht in Kaunitz, sondern im benachbarten Ortsteil Bornholte.

Das Brauchtum des Schützenwesens pflegt die St. Hubertus Schützenbruderschaft Kaunitz, die ihr Schützenfest alljährlich am dritten Juliwochenende an der Ostwestfalenhalle ausrichtet.

Die im Jahr 1926 gegründete Kolpingsfamilie Kaunitz ist unter anderem Ausrichter eines eigenen und auf wechselnden Höfen stattfindenden Schützenfestes.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Wenzel Anton Graf Kaunitz war ein österreichischer Staatsmann und Diplomat und wurde am 2. Februar 1711 in Wien geboren. Er war unter anderem der Erbauer der St.-Anna-Kirche in Verl und starb am 27. Juni 1794 in Mariahilf.
  • Michael Esken (* 23. Juli 1966 in Gütersloh, Nordrhein-Westfalen) war von 2003 bis 2015 amtierender hauptamtlicher Bürgermeister der Stadt Hemer im Märkischen Kreis. Am 13. September 2015 wurde er zum Bürgermeister der Stadt Verl gewählt und kehrte zurück in seinen Heimatort.[5]
  • Alois Fortkord (* 20. September 1956) ehemaliger deutscher Fußballspieler.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Kaunitz (Verl) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Einwohner der einzelnen Ortsteile gerundet am 1. Juni 2008 – Zahlen der Gemeinde Verl, veröffentlicht in: Einzelhandelskonzept der Stadt Verl (S. 27): http://verl.de/files/medienpool/102878.pdf
  2. Stephanie Reekers: Die Gebietsentwicklung der Kreise und Gemeinden Westfalens 1817 – 1967. Aschendorff, Münster (Westfalen) 1977, ISBN 3-402-05875-8.
  3. Martin Bünermann: Die Gemeinden des ersten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1970, S. 111.
  4. Stadt Verl: Schülerzahlen
  5. http://wahlen.regioit.de/GT/bm_lr_nrw_2015/05754044/html5/index.html