Kaserne Roter Sand

ehemalige Kaserne der Schutzpolizei in Bremerhaven, heute Hostel

Die Kaserne Roter Sand ist eine ehemalige Kaserne der Schutzpolizei am alten Zollamt Rotersand in Bremerhaven.

Kaserne Roter Sand
Ehemalige Kaserne Roter Sand

Ehemalige Kaserne Roter Sand

Land Deutschland
Heute Havenhostel
Gemeinde Bremerhaven
Koordinaten: 53° 34′ N, 8° 34′ OKoordinaten: 53° 33′ 34″ N, 8° 34′ 2″ O
Eröffnet 1925/26
Eigentümer Privat

GeschichteBearbeiten

Das Kasernengebäude wurde 1925 bis 1926 zur Unterbringung der bremischen Schutzpolizei errichtet. Die Schutzpolizei war aus der im Sommer 1920 aufgelösten Sicherheitspolizei hervorgegangen. Die auch Grüne Polizei genannte, straff militärisch organisierte Einheit war vorrangig für den Einsatz bei inneren Unruhen vorgesehen und stand unter dem Kommando von Polizeioberst Walter Caspari.

Nach der Gründung der Bundeswehr wurde die Liegenschaft an die Bundesmarine übergeben. Zuletzt war hier das Marinefernmeldebataillon 771 untergebracht.[1]

ArchitekturBearbeiten

Die Entwürfe entstanden im Hochbauamt Bremen unter der Leitung von Oberbaurat Hans Ohnesorge. Ausführender Architekt war Baurat Gustav Ulrich. Das stattliche, ortsbildprägende Kasernengebäude ist achsensymmetrisch und fünfgeschossig im seit dem Barock überlieferten Kasernenbautyp errichtet. Die repräsentative Westfassade und das große bremische Staatswappen im Giebel des Mittelrisalits symbolisieren die bremische Ordnungsmacht in Bremerhaven. Besondere Ausdruckskraft erhält die Fassade durch die mit fünf Rundbögen versehene doppelgeschossige Vorhalle des Haupteingangs.

DenkmalschutzBearbeiten

Das zur Bürgermeister-Smidt-Straße gelegene Hauptgebäude der Kaserne wurde vom Landesamt für Denkmalpflege in die Landesdenkmalliste aufgenommen.[2] Das gleichzeitig mit der Kaserne entstandene, nördlich schräg vorgelagerte Remisengebäude hat durch verschiedene Umbauten seine Denkmaleigenschaft verloren. Die Kaserne Rotersand ist mit der harmonischen Durchbildung der Fassaden als öffentliches Bauwerk mit nicht alltäglichem repräsentativen Charakter aus künstlerischen Gründen, besonders aber durch seine geschilderten landesgeschichtlichen Bezüge (Standort der Schutzpolizei) aus wissenschaftlichen (geschichtlichen, lokalgeschichtlichen) Gründen ein Kulturdenkmal gem. § 2 Abs. 1 Nr. 1 Brem. Denkmalschutzgesetz (DSchG). Die Gründe für die Unterschutzstellung erreichen ein Gewicht, welches die Erhaltung der ehemaligen Kaserne im öffentlichen Interesse gelegen sein lässt.

Heutige NutzungBearbeiten

Im Kasernengebäude wurde im Januar 2010 das havenhostel Bremerhaven eröffnet. Der Umbau erfolgte unter Berücksichtigung von Denkmal- und Klimaschutz-Aspekten. Es bietet als erstes Hostel in Bremerhaven über 200 Betten für Übernachtungen. Die ehemaligen Mannschaftsunterkünfte sind in Einzel-, Doppel-, Vier- und Sechs-Bett-Zimmer aufgeteilt. Im Kellergeschoss befindet sich ein Restaurant, im Erdgeschoss ist eine Lounge und Räume zur Freizeitgestaltung vorhanden. Für Tagungen oder Seminare stehen sechs Räume zur Verfügung.[3]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Militärisches– ehemalige Bundeswehrstandorte (Memento vom 6. Dezember 2010 im Internet Archive)
  2. Denkmaldatenbank des LfD
  3. Darauf hat die Stadt gewartet – 16.01.2010 (Memento vom 4. September 2012 im Webarchiv archive.today)