Hauptmenü öffnen

Karl von Le Suire

deutscher Offizier, zuletzt General der Gebirgstruppe im Zweiten Weltkrieg

LebenBearbeiten

Le Suire diente als Offizier im Ersten Weltkrieg und wechselte nach dessen Ende in ein Freikorps. Nach seiner Auflösung wurde er in die Reichswehr übernommen. Dort diente er wie auch in der Wehrmacht als Generalstabsoffizier und Kommandeur in verschiedenen Einheiten.

Das Massaker von KalavrytaBearbeiten

Im deutsch besetzten Griechenland führte Le Suire seit 1943 die 117. Jäger-Division. Im November 1943 begann die 117. Jäger-Division das Unternehmen Kalavryta, mit der Absicht, griechische Partisanen in der bergigen Umgebung von Kalavryta einzukreisen und zu vernichten. Während der Operation wurden einige deutsche Soldaten getötet und 77 von ihnen gefangen genommen und durch die griechischen Partisanen hingerichtet. Am 10. Dezember 1943 unterzeichnete Le Suire den Befehl, die „Orte Mazeika und Kalawrita“ dem Erdboden gleich zu machen.[1] Insgesamt etwa 700 Männer im Alter von 15 bis 65 wurden zur Vergeltung für den Mord an den gefangenen Wehrmachtsoldaten erschossen, 24 Ortschaften und 3 Klöster zerstört.[2]

Anfang 1944 wurde Le Suire in die Führerreserve versetzt und ab August 1944 als Kommandierender General mit der Führung des XXIV. Panzerkorps beauftragt. Ab Oktober 1944 diente Le Suire als Kommandierender General des XXXXIX. Gebirgs-Korps. Bei Kriegsende kam er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, in der er verstarb.

AuszeichnungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Walter Manoschek: Kraljevo – Kragujevac – Kalavryta. Die Massaker der 717. Infanteriedivision bzw. 117. Jägerdivision am Balkan. In: Loukia Droulia, Hagen Fleischer: Von Lidice bis Kalavryta. Widerstand und Besatzungsterror. Studien zur Repressalienpraxis im Zweiten Weltkrieg. Metropol, Berlin 1999, ISBN 3-932482-10-7. S. 93–104.
  • Frank Hermann Meyer: Von Wien nach Kalavryta. Die blutige Spur der 117. Jäger-Division durch Serbien und Griechenland. Bibliopolis, Mannheim/Möhnesee 2002, ISBN 3-933925-22-3.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Eberhard Rondholz: Kalavryta 1943. In: Gerd R. Ueberschär (Hrsg.): Orte des Grauens. Verbrechen im Zweiten Weltkrieg. Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 2003. S. 60–70, hier S. 63.
  2. Kaspar Dreidoppel: Der griechische Dämon: Widerstand und Bürgerkrieg im besetzten Griechenland 1941-1944, (Balkanologische Veröffentlichungen des Osteuropa-Instituts an der Freien Universität Berlin 46), Berlin 2009, ISBN 978-3-447-05929-9, S. 344
  3. Veit Scherzer: Ritterkreuzträger 1939–1945. Die Inhaber des Eisernen Kreuzes von Heer, Luftwaffe, Kriegsmarine, Waffen-SS, Volkssturm sowie mit Deutschland verbündete Streitkräfte nach den Unterlagen des Bundesarchivs. 2. Auflage. Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2.