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Karl Friedrich Fröbel

deutscher Pädagoge

LebenBearbeiten

Karl Friedrich wurde 1808 als dritter von vier Söhnen des Pfarrers Johann Michael Christoph Fröbel in Griesheim bei Arnstadt geboren.[1] Als sein Vater Christoph im Jahr 1813 starb, übernahm der Onkel Friedrich Wilhelm August Fröbel, der später als Gründer der Kindergärten bekannt wurde, die Erziehung der Kinder. Unter dem Einfluss des pädagogischen Vorbilds Friedrichs entwickelte auch Karl Ambitionen zur Erziehung. Er studierte Philosophie in Jena.

LehrtätigkeitBearbeiten

Ab 1828 unterrichtete Karl Friedrich Fröbel als Mathematiklehrer an einer Pestalozzi-Schule in London (England). 1833 bekam er durch die Beziehungen seines Bruders Julius eine Stelle als Professor für englische Sprache und Literatur an der Zürcher Kantonsschule. Hier setzte er die Studien der Mathematik fort.

ErziehertätigkeitBearbeiten

Im Jahr 1845 öffnete Karl eine Erziehungsanstalt mit Kindergartenanschluss in Zürich, in der Jungen und Mädchen zusammen koedukativ und nach naturgemäßer Methode (familiär) erzogen wurden. Im Rahmen dieser Einrichtung erhielt Karl erstmals öffentlich Anerkennung als Erzieher. Die Idee der familiären Erziehung wollte Karl auch in einer Hochschule für Mädchen umsetzen. Es entwickelte sich eine Korrespondenz mit Johanna Küstner, die zu der Zeit noch in Breslau tätig war und sich für seine Ideen interessierte. Die beiden heirateten offenbar 1849.[2]

In der Schweiz konnte Karl aufgrund der restaurativen politischen Einstellung seine Pläne für eine höhere Mädchenbildungsanstalt nicht verwirklichen und suchte daher nach Wirkungsräumen in Deutschland. So trat er mit dem Hamburger Frauenverein in Kontakt, vermittelt durch Amalie Krüger, eine Schülerin seines Onkels. Karl Fröbel und Emilie Wüstenfeld begannen einen regen Briefwechsel zu entwickeln. Gemeinsam mit seiner Frau siedelte er 1849 nach Hamburg, um dort die „Hochschule für das weibliche Geschlecht“ zu leiten. Karl wurde zum Direktor der Bildungseinrichtung, auf Wunsch Wüstenfelds und Bertha Trauns. Friedrich Fröbel, der auf Anfrage von Johanna Goldschmidt in der Ausbildung tätig war, hatte sich bereits früher mit seinem Neffen zerstritten, weshalb eine Zusammenarbeit sehr schwierig war und Friedrich schon im Jahr 1851 die Hochschule wieder verließ. Im ersten Jahr schien die Schule unter der Leitung Karls erfolgreich, doch in der Schulpolitik kam es immer öfter zu Konflikten. Über viele scheinbar private Streitigkeiten konnte das Ehepaar Fröbel bald nicht mehr hinwegsehen und verabschiedete sich 1852 aus der Hochschule. Kurz darauf wurde diese geschlossen. Die Familie ging nach Schottland, wo Karl die Leitung einer Töchterschule in Edinburgh übernahm.

WerkeBearbeiten

1839 entstand seine Schrift: Zeitgemäße Betrachtungen, von einem Deutschen, die anonym veröffentlicht wurde. Die zentralen Thesen hießen:

  • Das Reich Gottes ist ein Reich der Wissenschaft und Gerechtigkeit und die wissenschaftliche Forschung unterstützt dieses.
  • Man kann Standesunterschiede durch Bildung aufheben, dadurch wäre geistige und materielle Armut vermeidbar.
  • Man muss die Frauenbildung erneuern: Das Familienleben ist die Grundlage zum sittlichen Wesen, die Frau repräsentiert die Familie.
  • Eine einheitliche Bildung verhilft zur Völkervereinigung auf internationaler Ebene.[3]

LiteraturBearbeiten

Frauen-Zeitung : ein Organ für die höheren weiblichen Interessen. Hrsg. von Louise Otto, 1849-1852; Nachdruck von Jg. 1849-1850 in: "Dem Reich der Freiheit werb' ich Bürgerinnen" : die Frauen-Zeitung Gerhard, Ute [Hrsg.] ; Hannover-Drück, Elisabeth [Hrsg.]. Frankfurt/M.: Syndikat 1980 (darin auch die Vorlesungsverzeichnisse der Hamburger Frauenhochschule)

  • Elke Kleinau, Christine Mayer (Hrsg.): Erziehung und Bildung des weiblichen Geschlechts. Eine kommentierte Quellensammlung zur Bildungs- und Berufsbildungsgeschichte von Mädchen und Frauen. Band 1. Deutscher Studienverlag. Weinheim 1996.
  • Elke Kleinau: Bildung und Geschlecht. Eine Sozialgeschichte des höheren Mädchenschulwesens in Deutschland vom Vormärz bis zum Dritten Reich. Deutscher Studienverlag. Weinheim 1997.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Personenregister zur Gesamtausgabe der Briefe Friedrich Fröbel (Memento des Originals vom 16. Oktober 2011 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de.
  2. Brief Friedrich Fröbels an Luise Levin vom 2.–3. Februar 1849 (Memento des Originals vom 19. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de: „zu Carl Fröbel nach Zürich - welcher sich hier die Johanne Küstner zur Frau geholt hat“. In einem Brief wenige Wochen zuvor (Friedrich Fröbel an Luise Levin vom 15.–20. Januar 1849 (Memento des Originals vom 20. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de) werden die beiden zwar zusammen genannt, aber noch ohne Hinweis auf eine bevorstehende Ehe. 1848 bezeichnete Friedrich Fröbel Johanna Küstner noch als „Jungfrau“ (Friedrich Fröbel an Elise Fröbe, 23. November 1848 (Memento des Originals vom 9. Mai 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de; 21. Dezember 1848 (Memento des Originals vom 18. Juni 2013 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de), sie war also noch nicht verheiratet. Am 28. August 1849 (Memento des Originals vom 4. März 2016 im Internet Archive)   Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/bbf.dipf.de schrieb Friedrich Fröbel an „Meine l. Nichte Johanna Fröbel“. Ungenau die Darstellung bei Eduard Spranger, Die Idee einer Hochschule für Frauen und die Frauenbewegung, Leipzig 1916, S. 28, dass Karl Fröbel mit seiner Frau Johanna „eine Art Landerziehungsheim in der Nähe von Zürich gegründet“ habe, die beiden also bereits 1845 verheiratet gewesen wären.
  3. vgl. "Die Hamburger Hochschule für das weibliche Geschlecht - Eine Untersuchung zur frühen Geschichte der Erwachsenenbildung; Diplomarbeit im Fach Erziehungswissenschaft an der Universität Kassel, liegt im Archiv der deutschen Frauenbewegung http://www.addf-kassel.de/ (Gottschalkstraße 57, 34127 Kassel)vor