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Karl-Sigismund Kramer

deutscher Volkskundler

Karl-Sigismund Kramer (* 16. Januar 1916 in Halle (Saale); † 8. September 1998 in Dießen am Ammersee) war ein deutscher Volkskundler.

LebenBearbeiten

Karl-Sigismund Kramer, Sohn des Nienburger Pastors und späteren Bitterfelder Superintendenten Martin Kramer, absolvierte nach dem Abitur ein Studium der Volkskunde an den Universitäten Halle, Kiel und München, bevor er von 1939 bis 1945 Kriegsdienst leistete.

In der Folge war Karl-Sigismund Kramer unter anderem mit Hans Moser an der Bayerischen Landesstelle für Volkskunde in München tätig. Zusätzlich erfüllte er seit 1962 Lehraufträge an den Universitäten München und Münster, bis ihm 1966 der Lehrstuhl für Volkskunde an der Universität Kiel übertragen wurde, den er bis zu seiner Emeritierung 1984 innehatte.

WirkenBearbeiten

Kramer gilt zusammen mit Moser als Begründer der Münchner Schule, – einer quellengenauen und -kritisch argumentierenden historischen Volkskunde –, die sich auch mit der historischen Volkskultur sonst wenig beachteter Bevölkerungsgruppen auseinandersetzt. Darüber hinaus lieferte Karl-Sigismund Kramer zahlreiche Beiträge zur religiösen Volkskunde und setzte sich – zum Teil kritisch – mit der Rechtlichen Volkskunde auseinander.

SchriftenBearbeiten

  • Die Dingbeseelung in der germanischen Überlieferung. Neuer Filser-Verlag, München 1940.
  • Haus und Flur im bäuerlichen Recht : Ein Beitrag zur rechtlichen Volkskunde. Verlag Bayerische Heimatforschung, München 1950.
  • Bauern und Bürger im nachmittelalterlichen Unterfranken : Eine Volkskunde auf Grund archivalischer Quellen. Kommissionsverlag F. Schöningh, Würzburg 1957.
  • Volksleben im Fürstentum Ansbach und seinen Nachbargebieten (1500–1800) : Eine Volkskunde auf Grund archivalischer Quellen. Kommissionsverlag F. Schöningh, Würzburg 1961.
  • Volksleben im Hochstift Bamberg und im Fürstentum Coburg : (1500 - 1800.) Eine Volkskunde auf Grund archivalischer Quellen. Kommissionsverlag F. Schöningh, Würzburg 1967.
  • Grundriss einer rechtlichen Volkskunde. Schwartz, Göttingen 1974.
  • Fehmaraner Volksleben im 17. Jahrhundert : 2 unbekannte Polizeiordnungen als volkskundliche Quellen. Wachholtz, Neumünster 1982.
  • Fränkisches Alltagsleben um 1500 : Eid, Markt und Zoll im Volkacher Salbuch. Echter, Würzburg 1985.
  • Volksleben in Holstein (1550–1800) : eine Volkskunde aufgrund archivalischer Quellen. 2., verbesserte Auflage. Mühlau, Kiel 1990.
  • Bauern, Handwerker und Bürger im Schachzabelbuch : mittelalterliche Ständegliederung nach Jacobus de Cessolis. Deutscher Kunstverlag, München 1995.
  • Karl-Sigismund Kramer: Warum dürfen Volkskundler nicht vom Recht reden? Zur Problematik der Rezeption meines Buches „Grundriß einer rechtlichen Volkskunde“ (1974). In: Ruth-E. Mohrmann/Volker Rodekamp/Dietmar Sauermann (Hrsg.): Volkskunde im Spannungsfeld zwischen Universität und Museum. Festschrift zum 65. Geburtstag von Hinrich Siuts, Münster u. a. 1997, S. 229–237.

LiteraturBearbeiten