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Die kanadischen Musikcharts werden im Auftrag von Music Canada, dem Vertreter der kanadischen Musikindustrie, ermittelt. Veröffentlicht werden die offiziellen Top 20 bei Liedern und Alben.

GeschichteBearbeiten

Die ersten Charts in Kanada wurden von Radiosendern erstellt und in ihrem Programm verwendet. Eine der populärsten frühen Charts waren die des Senders CHUM aus Toronto, die ihre Senderhitparade von 1957 bis 1986 veröffentlichten.

Unabhängige, landesweite Auswertungen von Airplay und die Einbeziehung von Plattenverkäufen gab es aber erst ab 1964. Am 24. Februar startete das RPM Magazine als Newsletter mit dem Ziel, die kanadische Musikindustrie zu fördern. Aus dem privaten Projekt wurde die führende Fachzeitschrift in Kanada und die Charts des Magazins, die am 1. September 1964 eingeführt wurden, entwickelten sich zu der maßgeblichen Hitparade des Landes. Nach US-Vorbild (Billboard-Magazin) wurden neben den Hauptcharts auch zahlreiche Genre- und Formatauswertungen eingeführt. Das Magazin existierte bis zum 7. November 2000.[1]

Weitere populäre Chartlisten wurden vom Magazin The Record veröffentlicht, das 1981 erstmals erschien. Auch dieses Magazin wurde 2000 erst in ein Onlinemagazin umgewandelt und wenig später ganz eingestellt. Grund war in beiden Fällen eine Krise der Musikindustrie und dadurch wegbrechende Werbeeinnahmen.[2][3]

Darüber hinaus hatten die Charts dieser Magazine für die Musikverlage an Bedeutung verloren, weil durch die Einführung der Datenerfassung direkt in den Musikgeschäften durch Nielsen SoundScan ab 1997 genauere Daten für die Marktanalyse verfügbar waren.[4] Die Charterhebung wurde von den Mitgliedern der Canadian Recording Industry Association (CRIA), der nationalen Vertretung der Musikindustrie, in Auftrag gegeben. Sie wurden im Magazin Canadian Music Network, der von der CRIA installierten Nachfolgepublikation von The Record,[3] sowie vom Onlinemagazin Jam! des Quebecer Canoe-Netzwerks veröffentlicht. Allerdings waren die Charts innerhalb der Musikindustrie umstritten.[4] Auch verloren sie an Aussagekraft wegen des Einbruchs bei den Verkäufen durch die illegale Verbreitung digitaler Musik im Internet. Die ursprünglich als Top 200 erstellten Singlecharts schrumpften auf Top 10, bevor der legale Musikdownload Fuß fasste.

Als Billboard 2007 für ihr Magazin die Canadian Hot 100 als inoffizielle Singlecharts nach dem Muster der US Hot 100 ins Leben riefen, bekamen diese immer mehr Bedeutung. Erst nach der Umorganisation und Umbenennung der CRIA in Music Canada wurden ab 2012 auf der eigenen Webseite wieder kontinuierlich eigene Single- und Albumcharts veröffentlicht.

Charts in KanadaBearbeiten

Folgende Charts wurden von 2014 bis 2018 wöchentlich offiziell auf der Music-Canada-Homepage veröffentlicht (mit Archiv):

  • Top 20 Tracks
  • Top 20 Albums

Von beiden Charts werden 200 Positionen ermittelt und auch als Vorwochenpositionen angegeben, offiziell veröffentlicht werden aber jeweils nur die ersten 20 Plätze.

Billboard veröffentlichen auf ihrer Seite die Top 50 Tracks unter der Bezeichnung Canadian Digital Song Sales.

Siehe auchBearbeiten

QuellenBearbeiten

  1. RPM, kommentiertes Archiv, Library and Archives Canada, abgerufen am 1. Oktober 2015
  2. Kanadische Musikcharts (englisch, französisch) In: Encyclopedia of Music in Canada herausgegeben von The Canadian Encyclopedia. 15. Dezember 2013. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  3. a b Bruce F. Mowat: The Record (englisch, französisch) In: Encyclopedia of Music in Canada herausgegeben von The Canadian Encyclopedia. 3. Juli 2014. Abgerufen am 17. Oktober 2019.
  4. a b CRIA, SoundScan At Odds; Labels Ponder New Chart von Larry LeBlanc, in Billboard Magazine, 6. März 2004, Seite 10/58 (Google Books)

WeblinksBearbeiten