Kaiserliche Freie Ökonomische Gesellschaft zu Sankt Petersburg

Die Kaiserliche Freie Ökonomische Gesellschaft zu Sankt Petersburg (KFÖG) war eine freiwillige Vereinigung von Bürgern und Wissenschaftlern in Sankt Petersburg. Sie bestand von 1765 bis 1919.[1]

Gründung und ZweckBearbeiten

Vor dem Hintergrund der Aufklärung gründeten russische Aristokraten, in- und ausländische Gelehrte, Bürger mit Produktionsmitteln, Kaufleute und Bauern die KFÖG am 31. Dezember 1765. Katharina II. (Russland) stellte 6000 Rubel für den Kauf eines Hauses in St. Petersburg und die Bibliothek bereit.[1]

Zu den Gründern zählten Graf R. L. Woronzow, die Fürsten Grigori Grigorjewitsch Orlow, I. G. Tschernyschew, A. W. Olsufjew, die Barone A. I. Tscherkassow, G. von Pohlmann und Grigori Nikolajewitsch Teplow, die Akademiemitglieder I. I. Taubert, Timotheus von Klingstedt, A. A. Nartow, der Mediziner Peken, der Apotheker Johann Georg Model, Johann Gottlob Lehmann, Johan Peter Falck und Heinrich Jakob Eckleben. Die meisten Gründungsmitglieder waren Deutsche und deutschstämmige Russen.[1]

Ihre Arbeit zielte auf die Angleichung der russischen Ökonomie und besonders der Landwirtschaft an den europäischen Standard.[2] Sie befasste sich auch mit Gesundheit, Bildung und anderen Fragen des menschlichen Lebens.[1] 1867 setzte sich die „legendäre Gesellschaft“ mit Plänen für den Weißmeer-Ostsee-Kanal auseinander.[3]

Die KFÖG gab Literatur und eigene Mitteilungen heraus, organisierte Wettbewerbe und Ausstellungen und sammelte statistische Daten. Sie engagierte sich für die landwirtschaftliche Bildung und die Verbreitung neuer Pflanzensorten und Verfahren. Zu anderen wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Organisationen hielt sie rege Verbindungen. Zuletzt bestand sie aus den drei Abteilungen Landwirtschaft, handwerkliche und fabrikmäßige Verarbeitung landwirtschaftlicher Erzeugnisse sowie landwirtschaftliche Statistik und Politische Ökonomie. Vergeblich setzte sie sich für die Abschaffung der Leibeigenschaft ein.[1]

MitgliederBearbeiten

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. a b c d e A. A. Nikonov, E. Schulze: Drei Jahrhunderte Agrarwissenschaft in Russland – Von 1700 bis zur Gegenwart (IAMO 2004) (Memento vom 15. April 2007 im Internet Archive) (PDF; 2,5 MB)
  2. Ulrich Jost (2004)
  3. Osteuropa-Institut, FU Berlin (PDF; 2,2 MB)
  4. Friedrich Matthäi: Die deutschen Ansiedelungen in Russland (PDF; 218 kB)