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Kachexie

krankhafte, sehr starke Abmagerung
Klassifikation nach ICD-10
R64 Kachexie
E41 Alimentärer Marasmus
B22.2 Kachexie-Syndrom infolge HIV-Krankheit
ICD-10 online (WHO-Version 2019)

Unter Kachexie (altgr. κακός kakos ‚schlecht‘ und ἕξις hexis ‚Zustand‘)[1] versteht man eine krankhafte, sehr starke Abmagerung. In Deutschland versteht der Medizinische Dienst der Krankenversicherung (MDK) unter Kachexie einen Body-Mass-Index von unter 18 kg/m². In der von der Sozialmedizinischen Expertengruppe herausgegebenen Kodierempfehlung Nr. 16 definiert der MDK eine Kachexie mit einem BMI unter 18,5 kg/m².[2]

Inhaltsverzeichnis

UrsachenBearbeiten

Mögliche Ursachen sind:

FolgenBearbeiten

Im Gegensatz zur Inanition (Abmagerung) werden bei der Kachexie nicht nur die Speicherfettdepots, sondern auch das Baufett und die Muskulatur abgebaut. Symptome sind zunehmende Kraftlosigkeit und Lethargie. Das Knochenmark wandelt sich in Gallertmark um, auch bei anderen Organen kommt es zu Atrophien und Funktionsausfällen. Lebensbedrohlich wird der Zustand, wenn der Herzmuskel angegriffen wird. Kachexie führt damit bald zu unumkehrbaren (irreversiblen) Veränderungen und schließlich zum Tod („terminale Kachexie“ = Endstadium).

TherapieBearbeiten

Die Therapie besteht in einer Ernährungsbehandlung (insbesondere künstliche Ernährung) und Beseitigung der auslösenden Ursache, soweit diese behandelbar ist. Am unvermeidlichen Lebensende ist eine solche Therapie nicht immer geboten. Entscheidend ist der Wille des Patienten, ob der Patient überhaupt Hunger hat und ob sich Symptome mit einer forcierten Nahrungszufuhr tatsächlich lindern lassen.[3]

Siehe auchBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Renate Wahrig-Burfeind: Fremdwörterlexikon (= Wahrig. Bd. 2). Neuausgabe, 6., vollständig neu bearbeitete und aktualisierte Auflage. Wissen-Media-Verlag, Gütersloh u. a. 2007, ISBN 978-3-577-09030-8.
  2. Kodierempfehlungen des MDK 2012 (PDF; 1,0 MB).
  3. C. Bausewein et al.: Leitfaden Palliative Care. Palliativmedizin und Hospizbetreuung. Urban & Fischer, München 2010, S. 58/59, ISBN 978-3-437-23312-8.


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