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Julius Schulhoff

österreichischer Pianist und Komponist
Julius Schulhoff, Lithographie von August Prinzhofer, 1850

Julius Schulhoff (* 2. August 1825 in Prag; † 13. März 1899 in Berlin[1]) war ein österreichischer Pianist und Komponist.

LebenBearbeiten

Schulhoffs Vater Israel Julius war ein wohlhabender Kaufmann in Prag, seine Mutter Coelestine, Tochter des Bankiers Gabriel Wallerstein, stammte aus Dresden. Schulhoff war in Prag Schüler von Václav Jan Křtitel Tomášek. Nach ersten Auftritten in Dresden lebte er seit Mitte der 1840er Jahre in Paris und war zunächst vornehmlich als ein anerkannter Klaviervirtuose aktiv. Es folgten erfolgreiche Konzertreisen nach Spanien, England und Russland. Nach wenigen Jahren gab er seine Solistenkarriere jedoch auf und wandte sich ganz dem Unterricht und der Komposition zu, zunächst in Paris, ab 1870 in Dresden und später in Berlin, wo er ein Jahr vor seinem Ableben zum Professor ernannt wurde.

Julius Cousin mütterlicherseits war Anton Wallerstein (1813–1892), Komponist, Violinist und Konzertmeister in der Königlich-sächsischen Hofkapelle in Dresden und am königlichem Hofe in Hannover.[2]

In Dresden heiratete er die verwitwete Bankiersfrau Emma Hilzheimer, geborene Herzberg, und adoptierte ihre beiden Töchter Melania und Else. Melania heiratete den polnischen Pianisten und Komponisten Józef Wieniawski, Else Schulhoff-Hilzheimer zog mit nach Berlin und arbeitete als Frauenrechtlerin an der Seiten von Alice Salomon und Maria von Bunsen, mit der sie den Deutschen Lyceum-Club gründete.

Er war Großonkel des Komponisten Erwin Schulhoff.

Von Schulhoff sind etliche Kompositionen für das Klavier überliefert, die zum Teil zur Salonmusik gerechnet werden, deren musikalische Qualität aber anerkannt ist.

Julius Schulhoff starb 1899 im Alter von 73 Jahren in Berlin und wurde auf dem Alten St.-Matthäus-Kirchhof in Schöneberg beigesetzt. Im Zuge der von den Nationalsozialisten 1938/1939 durchgeführten Einebnungen auf dem Friedhof wurden Schulhoffs sterbliche Überreste auf den Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin umgebettet.[3]

LiteraturBearbeiten

WeblinksBearbeiten

  Commons: Julius Schulhoff – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. 1899 nach ÖBL/OeML, ADB gibt 1898 an.
  2. http://www.lexikus.de/bibliothek/beruehmte-maenner-und-frauen-israels/Tonkuenstler/I-Komponisten/Anton-Wallerstein-(1813-1892)
  3. Hans-Jürgen Mende: Lexikon Berliner Grabstätten. Haude & Spener, Berlin 2006. S. 308, 478.