Julius Haimann

deutscher Filmproduzent

Julius Haimann (* 25. September 1887 in Eltville, Deutschland; † 30. Januar 1939 in London, Großbritannien) war ein deutscher Filmproduzent, Produktionsleiter und Filmkaufmann.

LebenBearbeiten

Haimann hatte die Branche als Filmkaufmann von der Pike auf kennengelernt. Mit seiner eigenen Produktionsfirma, der Super-Film GmbH, produzierte er seit der ausgehenden Stummfilmzeit eine Fülle von leichten Unterhaltungsproduktionen, überwiegend Romanzen und Komödien. Mehrfach inszenierte diese oft mit musikalischen Einlagen garnierten Geschichten Géza von Bolváry. Mit Ich küsse Ihre Hand, Madame landete Haimann im Januar 1929 einen der letzten Stummfilmerfolge -- nicht zuletzt, weil der mit Harry Liedtke und Marlene Dietrich prominent besetzte Streifen mit einer Gesangseinlage von Richard Tauber, der das Titellied intonierte, aufwarten konnte.

Zu Beginn der Tonfilmära gelang Haimann mit Bolvarys Das Lied ist aus und Der Raub der Mona Lisa zwei große Kassenschlager. Beide Filme hatten Willi Forst zum Star. Wenige Wochen nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten wurde Haimann zur Firmenaufgabe gezwungen und als Jude mit Berufsverbot belegt. Nach Abschluss der Dreharbeiten zu seinem letzten deutschen Film floh Julius Haimann im Juni 1933 von Berlin-Charlottenburg nach England, wo er 1935, nach nur drei Filmen, als Filmproduzent scheiterte. Im Juli 1936 versuchte er sich mit einer neuen Firmengründung, mit der er jedoch kein Projekt umsetzen konnte. Im Juni 1939 vom NS-Regime ausgebürgert, verstarb Haimann jedoch bereits Ende Januar desselben Jahres.

FilmografieBearbeiten

WeblinksBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Kay Weniger: „Es wird im Leben dir mehr genommen als gegeben …“. Lexikon der aus Deutschland und Österreich emigrierten Filmschaffenden 1933 bis 1945. Eine Gesamtübersicht. ACABUS Verlag, Hamburg 2011, ISBN 978-3-86282-049-8, S. 228.