Julio Cobos

argentinischer Politiker

Julio César Cleto Cobos (* 30. April 1955 in Godoy Cruz, Provinz Mendoza) ist ein argentinischer Politiker (UCR, später FPV). Er war zwischen 2007 und 2011 der Vizepräsident der Regierung Cristina Fernández de Kirchner.

Julio Cobos (2008)

LebenBearbeiten

Cobos studierte Ingenieurwissenschaften an der Universidad Tecnológica Nacional und arbeitete nach seinem Examen 1979 als Dozent in der UTN, der Universidad Nacional de Cuyo (UNCu) und der Universidad de Mendoza. 1997 wurde er in der regionalen Fakultät Mendoza der UTN zum Dekan gewählt.

Politische KarriereBearbeiten

1991 trat Cobos in die UCR ein. 1994 begann er als Funktionär im Sekretariat für Stadtplanung des Bürgermeisteramtes in Mendoza. 1999 wurde er Minister für Umwelt und öffentliche Bautätigkeit in der Provinzregierung unter Roberto Iglesias. 2003 wurde er zum Gouverneur der Provinz gewählt.

Cobos hatte ein gutes, auf gegenseitigem Dialog basierendes Verhältnis mit der Kirchner-Regierung, so dass er 2007 zum Vizepräsidentschaftskandidaten in der Formel von Cristina Fernández de Kirchner aufgestellt wurde, um auch UCR-Wähler für das Frente para la Victoria zu gewinnen. Daraufhin wurde er aus der UCR ausgeschlossen.[1] Fernández und Cobos gewannen die Wahl deutlich mit 45,29 %[2] der gültigen Stimmen, so dass er das Amt am 10. Dezember 2007 antrat.

Am 18. Juli 2008 erregte Cobos Aufsehen, als er inmitten einer Regierungskrise wegen eines Konflikts zwischen Fernández und den Agrarverbänden in seiner Funktion als Senatspräsident gegen eine von der Regierung initiierte Erhöhung der Exportsteuern für einige landwirtschaftliche Produkte (v. a. Sojabohnen) stimmte[3] und damit das Vorhaben zu Fall brachte, was den Konflikt deutlich entschärfte, aber das Verhältnis mit Fernández verschlechterte. Nach dieser Aktion gehörte er in der zweiten Hälfte 2008 zu den beliebtesten Politikern Argentiniens.[4]

Im September 2008 initiierte Cobos Verhandlungen mit Politikern verschiedener Parteien, um für die Wahlen 2009 eine Wahlplattform namens „Consenso Federal“ aufzubauen.[5]

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Julio Cobos, expulsado de por vida de la UCR. 26noticias.com.ar, abgerufen am 5. März 2009.
  2. Escrutinio definitivo. (Nicht mehr online verfügbar.) Argentina Elections, archiviert vom Original am 22. April 2009; abgerufen am 5. März 2009.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.argentinaelections.com
  3. Crisis política: con el voto negativo de Cobos, el Senado rechazó las retenciones. Clarín, 17. Juli 2008, abgerufen am 5. März 2009.
  4. Cristina sigue con fuerte rechazo: el 65% no aprueba su gobierno. (Nicht mehr online verfügbar.) Perfil, 5. Oktober 2008, archiviert vom Original am 8. Dezember 2008; abgerufen am 5. März 2009.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.diarioperfil.com.ar
  5. Para consenso nadie como Cobos. Página/12, 5. September 2008, abgerufen am 5. März 2009.

WeblinksBearbeiten

Commons: Julio Cobos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
  • Biografie auf der Webpräsenz des argentinischen Senats