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Joseph Laurent Demont, auch Joseph Laurent de Mont, (* 29. September 1747 in Sartrouville, Département Yvelines; † 5. Mai 1826 in Paris)[A 1] war ein französischer Général de division und Politiker mit schweizerischen Wurzeln.

Inhaltsverzeichnis

Leben und WirkenBearbeiten

Demont war der Sohn des Schweizer Gardisten Joseph Marie De Mont und dessen Ehefrau Marie Elisabeth Imhof. Er besuchte die Klosterschulen in Pfäfers und Disentis.

1764 trat Demont in seiner Heimat in die Armee ein und kam vier Jahre später im Rang eines Sous-lieutenants in das Regiment Waldner von Freundstein und diente dem französischen König Ludwig XV. Er wurde bald schon ausgezeichnet und 1782 kam er als Aide-major in das Regiment Vigier.

Begeistert von den Ideen der Revolution schloss er sich 1789 den revolutionären Milizen an und kam 1797 als Adjudant-général in den Stab von General Jean-Victor Moreau. 1798 wurde Demont vor Chur verwundet. Nach seiner Gesundung folgten weitere Beförderungen und 1799 nahm er im Rang eines Général de brigade an Napoleons Invasion nach Graubünden teil.

Demont nahm an der Schlacht bei Austerlitz (2. Dezember 1805) teil und wurde mit Wirkung zum 21. Dezember desselben Jahres zum Général de division befördert. Er wurde in der Schlacht bei Eggmühl (22. April 1809) verwundet und übernahm nach seiner Gesundung Aufgaben in der Militärverwaltung.

Nach der Schlacht bei Paris (30. März 1814) und dem Vertrag von Fontainebleau (11. April 1814) wurde Demont zum Anhänger der Bourbonen. Als Napoleon die Insel Elba verließ und dessen Herrschaft der Hundert Tage begann, schloss sich Demont dem Kaiser nicht mehr an. Er nahm auch nicht an der Schlacht bei Waterloo (18. Juni 1815) teil und verlor für kurze Zeit alle seine Ämter.

Während der Restauration bekam Demont alle seine Ränge und Ämter zurück. Für dessen Unterstützung bedankte sich König Ludwig XVIII. bei Demont mit der Ernennung zum Pair von Frankreich (→Chambre des Pairs). Als solcher wurde er Mitglied des Kriegsgerichts, das am 6. Dezember 1815 Marschall Michel Ney verurteilte; Demont stimmte für die Hinrichtung.

Joseph Laurent Demont starb am 5. Mai 1826 in Paris und fand auf dem Friedhof Père Lachaise seine letzte Ruhestätte (28. Division).

EhrungenBearbeiten

LiteraturBearbeiten

Belletristik
  • Maurus Carnot: General Demont. Chronik aus dem Grauen-Bund-Krieg und „Frieden tut sie kund“. 2. Aufl. Orell Füssli, Zürich 1916.
  • Toni Halter: General Demont. Drama en cinq acts. Edition Desertina, Munstér 1963.
Sachbücher
  • Ursus Brunold: Mont, Joseph Laurent de. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  • David G. Chandler: The campaigns of Napoleon. Weidenfeld, London 1993, ISBN 0-297-81367-6 (Nachdr. d. Ausg. London 1966).
  • Toni Halter: Joseph Laurent Demont. In: Bedeutende Bündner. Festgabe der Graubündner Kantonalbank zum Anlass de 100. Jahrestags ihrer Gründung 1870, Bd. 1. Calven-Verlag, Chur 1970.
  • Jean Hubert-Brierre: De la bure à l'argent. Histoire des Grisons, gardes suisses et suisses de porte. Mémoire d'Hommes, Paris 1999, ISBN 2-84367-001-2, S. 455–465.
  • Petra Märk: General Joseph Laurent Demont. Vom Bündner in fremden Diensten zum Pair de France. Verlag Desertina, Chur 2009, ISBN 978-3-85637-375-7.
  • Charles Mullié: Biographie des célébrités militaires des armées de terre et de mer de 1789 à 1850, Bd. 1. Poignavant, Paris 1851.
  • Adolphe Robert und Gaston Cougny: Dictionnaire des parlamentaires français, Bd. 2: Cay–Fes. Slatkine, Genf 2000, ISBN 2-05-101711-5 (unveränd. Nachdr. d. Ausg. Paris 1889)
  • Georges Six: Dictionnaire biographique des généraux & amiraux français de la Revolution et de l'Émpire. 1792–1814. Saffroy, Paris 1999, ISBN 2-901541-06-2 (unveränd. Nachdr. d. Ausg. Paris 1934)

WeblinksBearbeiten

AnmerkungenBearbeiten

  1. Das Historische Lexikon Schweiz gibt als Geburtsdatum den 28. September 1747 und als Todesdatum den 8. Mai 1826 an