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John Simm

britischer Schauspieler und Musiker

LebenBearbeiten

Simm wurde 1970 als Sohn von Brenda und Ronald Simm in Leeds geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Nelson, Lancashire, wohin seine Familie zog, als er fünf Jahre alt war. Sein Vater, ein Musiker, begeisterte ihn schon früh für die Musik und erteilte ihm Gitarrenunterricht. Gemeinsam traten sie später als Us2 auf, wo Simm als Sänger und Gitarrist den Elvis-Presley-Song Wooden Heart sang, der zugleich auch seine Debütsingle war.[1]

Schauspielerische KarriereBearbeiten

Während seiner Schulzeit an der Edge End School in Nelson entdeckte Simm seine Leidenschaft für das Schauspiel, als er an diversen Schulaufführungen teilnahm. 1986 besuchte er zunächst für drei Jahre das Drama College in Blackpool und später für weitere drei Jahre das Drama Centre London, wo er nach Konstantin Stanislawskis Method Acting die Schauspielerei erlernte. 1992 absolvierte er die Schauspielschule und debütierte noch im gleichen Jahr in kleineren Rollen in diversen Fernsehserien und -filmen. 1995 konnte er seine erste Hauptrolle in einem Film, dem Drama Boston Kickout, verbuchen, die ihm eine Auszeichnung beim Filmfestival in Valencia in der Kategorie Bester Schauspieler einbrachte.

Es folgten weitere Rollenangebote, wie die Rolle des Danny Kavanagh in Jimmy McGoverns BBC-Drama The Lakes, oder den Kinofilmen Human Traffic und Wonderland (1995). Seitdem gilt Simm als ein gefragter Darsteller für vorwiegend nationale Film- und Fernsehproduktionen.

In 24 Hour Party People spielte er 2002 Bernard Sumner, den Gitarristen von Joy Division und charismatischen Frontman von New Order.

Am bekanntesten ist Simm wahrscheinlich für seine Darstellung des Polizeiinspektors Sam Tyler in der Serie Life on Mars – Gefangen in den 70ern. Kurz darauf übernahm er in der britischen Science-Fiction Kultserie Doctor Who die Rolle des Erzbösewichtes The Master für fünf Folgen, welche er 2017 noch einmal aufnahm, um ein Zusammentreffen mit Michelle Gomez als die nächste Inkarnation des Masters (Missy) in den letzten beiden Episoden von Doctor Who Staffel 10 und somit ein großes Finale zu ermöglichen.

2007 kehrte Simm zum Theater zurück als der Titelcharakter in der Bühnenversion von Elling, einer Komödie über zwei Männer, die gerade aus einer psychiatrischen Klinik entlassen wurden und sich ans normale Leben gewöhnen. Nach positiven Presseberichten und ausverkauften Vorstellungen wurde Simm in der Rolle für einen Laurence Olivier Award nominiert.[2][3]

Außerdem war Simm in der Fernsehserie Mad Dogs im Jahr 2011 ein weiteres Mal neben Life on Mars-Co-Star Philip Glenister zu sehen. In Exile (2011), einer dreiteiligen BBC-Miniserie, spielte er einen erfolglosen Journalisten und den Sohn von Jim Broadbents Charakter, einem Journalisten mit Alzheimer.[4] In der Fernseh-Miniserie Prey – Die Beute von 2014 spielte er den Police Detective Marcus Farrow, der unter Mordverdacht gerät.

PersönlichesBearbeiten

Simm ist mit Schauspielkollegin Kate Magowan verheiratet, die mit ihm gemeinsam in 24 Hour Party People vor der Kamera stand. Das Paar hat zwei Kinder.[5]

Theaterstücke (Auswahl)Bearbeiten

Jahr Titel Rolle Theater Regie Anmerkungen
1996 Goldhawk Road Colin Bush Theatre Paul Miller
2007 Elling Elling Bush Theatre
Trafalgar Studios 1
Paul Miller Adaption des gleichnamigen Films;
Oliviernominierung – Bester Schauspieler
2009 Speaking in Tongues Leon[6] Duke of York’s Theatre
2010 Hamlet Hamlet[7] Crucible Theatre Paul Miller
2012 Betrayal Jerry Crucible Theatre
2013 The Hothouse Gibbs Trafalgar Studios
2015 Three Days in the Country Rakitin National Theatre, London (Lyttelton-Auditorium) Patrick Marber
2015 The Homecoming Lenny Trafalgar Studios
2018 Party Time / Celebration Harold Pinter Theatre - Pinter at the Pinter Season
2019 Macbeth Macbeth[8] Chichester Festival Theatre Paul Miller Festivalsaison September/Oktober 2019

Filmografie (Auswahl)Bearbeiten

  • 1992: Rumpole of the Bailey (Fernsehserie, Gastauftritt)
  • 1993: Heartbeat (Fernsehserie, Gastauftritt)
  • 1995: Here Comes the Mirror Man (Fernsehfilm)
  • 1994: A Pinch of Snuff (Fernsehfilm)
  • 1994: Meat (Fernsehfilm)
  • 1995: Boston Kickout
  • 1995: Für alle Fälle Fitz (Cracker)
  • 1997: Diana & ich (Diana & Me)
  • 1997: The Locksmith (Fernsehserie)
  • 1997: The Lakes (Fernsehfilm)
  • 1998: Understanding Jane
  • 1999: Human Traffic
  • 1999: Wonderland
  • 1999: The Lakes (Fernsehserie)
  • 2000: Never Never (Fernsehfilm)
  • 2000: Forgive and Forget (Fernsehfilm)
  • 2002: White Teeth (Fernsehfilm)
  • 2002: 24 Hour Party People
  • 2002: Crime and Punishment (Fernsehfilm)
  • 2002: Miranda
  • 2002: Magic Hour (Fernsehfilm)
  • 2003: Mord auf Seite eins (State of Play, Fernsehserie)
  • 2004: Sex Traffic (Fernsehfilm)
  • 2004: Nero – Die dunkle Seite der Macht (Imperium: Nerone, Fernsehserie)
  • 2004: London (Fernsehfilm)
  • 2004: The All Star Comedy Show (Fernsehfilm)
  • 2004: Ten Minute Movie
  • 2005: Brothers of the Head
  • 2005: Blue/Orange (Fernsehfilm)
  • 2006: Life on Mars – Gefangen in den 70ern (Life on Mars, Fernsehserie)
  • 2006: Devilwood
  • 2007–2010, 2017: Doctor Who (Fernsehserie, 7 Episoden)
  • 2008: The Devil’s Whore (Miniserie)
  • 2011: Mad Dogs (Miniserie)
  • 2011: Exile (Miniserie)
  • 2013: The Village (Fernsehserie)
  • 2014: Prey – Die Beute (Miniserie, 3 Episoden)
  • 2014: Intruders – Die Eindringlinge (Intruders, Fernsehserie, 8 Episoden)
  • 2015: Code of a Killer (Miniserie)
  • 2016: The Catch (Fernsehserie, 5 Episoden)
  • 2018: Collateral (Fernsehserie, 4 Episoden)
  • 2018: Strangers (Fernsehserie, 8 Episoden)

WeblinksBearbeiten

  Commons: John Simm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. John Simm UnOfficial WebSite. In: johnsimm.tripod.com. Abgerufen am 1. Mai 2011 (englisch).
  2. Theatre review: Elling. In: The Guardian. 1. Mai 2007, abgerufen am 6. Mai 2011 (englisch).
  3. BBC One Programmes: Exile. In: BBC. 2011, abgerufen am 6. Mai 2011 (englisch).
  4. "Exile": Press PAck. In: BBC Press Office. 2011, abgerufen am 1. Mai 2011 (englisch).
  5. Charlotte Williamson: The man who fell to earth. In: The Daily Telegraph. 5. August 2007, abgerufen am 1. Mai 2011 (englisch).
  6. Speaking in Tongues, Duke of York’s Theatre, London, In: The Independent
  7. [1], The Independent vom 23. September 2010. Abgerufen am 27. September 2010.
  8. Macbeth, Chichester Festival Theatre. 14. Februar 2019. Abgerufen im 14. Februar 2019.