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Johannes Kästner

österreichischer Chemiker

Johannes Kästner (* 1978 in Wien) ist ein österreichischer Chemiker und Professor für Theoretische Chemie an der Fakultät für Chemie der Universität Stuttgart.

LebenBearbeiten

Von 1996 bis 2001 studierte Kästner technische Chemie an der Technischen Universität Wien. Er promovierte 2004 bei Peter Blöchl im Fachbereich Physik der Technischen Universität Clausthal mit der Simulation des Reaktionsmechanismus des Enzyms Nitrogenase. Es folgten Postdocaufenthalte von 2004 bis 2006 bei Walter Thiel am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung und 2006 bis 2008 am Daresbury Laboratory in Warrington, Großbritannien. 2008 wechselte Kästner auf eine Juniorprofessur an der Universität Stuttgart wo er sich 2014 habilitierte und im selben Jahr im tenure-track-Verfahren zum W3-Professor ernannt wurde.

SchaffenBearbeiten

Kästner forscht im Grenzgebiet zwischen theoretischer Chemie und Physik und untersucht chemische Reaktivitäten in der Chemie, Biochemie und Astrochemie. Dabei verwendet er hauptsächlich Methoden der Quantenchemie und der Molekulardynamik, Dichtefunktionaltheorie und QM/MM. Seine Arbeiten zum Tunneleffekt werden vom Europäischen Forschungsrat (ERC) mit einem Consolidator Grant gefördert.[1]

Ausgewählte Beiträge zur Methodenentwicklung:

  • Umbrella Integration,[2] ein Verfahren zur Analyse von Umbrella-Sampling-Simulationen, das Berechnung der freien Energie ermöglicht.
  • Zur Simulation des Tunneleffekts bei chemischen Reaktionen modifizierte er die Instantontheorie um deren Effizienz und Genauigkeit zu steigern.
  • Hauptautor des open-source-Pakets DL-FIND,[3] das neben Geometrieoptimierung und verschiedenen Pfad-Suchalgorithmen hauptsächlich die Berechnung von Reaktionsraten erlaubt.
  • Kästners Entwicklungen zur QM/MM-Methode fließen in das Paket ChemShell[4] ein.

Ausgewählte Anwendungen:

AuszeichnungenBearbeiten

  • 2012: Hans-G.A.-Hellmann-Preis
  • 2015: OYGA Award des Lise Meitner-Minerva Center for Computational Quantum Chemistry, Israel.

SchriftenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Stuttgarter Zeitung vom 12. April 2015
  2. J. Kästner: Umbrella Sampling. In: WIREs Computational Molecular Science 1, 932 (2011). doi:10.1002/wcms.66.
  3. DL-FIND
  4. ChemShell