Hauptmenü öffnen

Johann Michael Stumm

deutscher Orgelbaumeister

Leben und WerkBearbeiten

Sein Vater war Schmied. Aufgrund dieser Herkunft und offensichtlich auch wegen seiner Handfertigkeit absolvierte er zunächst eine Lehre als Goldschmied[1] und begegnete während seiner Wanderjahre – vermutlich in Straßburg – dem schon damals berühmten Orgelbaumeister Andreas Silbermann. Sein Bruder Johann Nikolaus war Begründer der Montanunternehmerfamilie Stumm.[2] Nach dem Gewinn einer kleinen Hausorgel in einer Lotterie, die er reparieren musste, wandte sich Johann Michael Stumm dem Orgelbau zu. Unklar ist, bei wem er seine Lehrjahre als Orgelbauer verbrachte und wer ihn maßgeblich beeinflusst hat. Infrage kommen beispielsweise Jacob Irrlacher, Johann Hoffmann, Johann Jakob Dahm und Otto Reinhard Mezenius, von denen jedoch niemand als Lehrmeister Stumms nachgewiesen ist. Als Meister wird er erstmals im Vertrag mit Münstermaifeld bezeichnet.[3] Am stärksten beeinflusst haben seinen Werksstil Johann Jakob Dahm und anfangs die französische Schule.[4]

Johann Michael Stumm heiratete Eulalia Gertraude Laux im Jahr 1706 in Sulzbach, wo er sich 1714 niederließ.[5] Den beiden wurden zwei Töchter und sechs Söhne geschenkt, von denen wiederum drei selbst Orgelbauer wurden und den väterlichen Betrieb fortführten.

Seine Instrumente erlangten nach und nach überragenden Ruf, zunächst im Hunsrück, dann in den rheinischen Landen und schließlich weit darüber hinaus. Von ihm stammen viele berühmte Barockorgeln im Hunsrück.[6]

Er war Gründer der Orgelbauerfamilie Stumm, die über sieben Generationen hinweg die Stumm-Werkstätten fortführte und über 370 Kirchenorgeln schuf, von denen etwa 140 erhalten sind.[2] Viele davon gelten als musik- und kunsthistorische Glanzstücke.

Seine letzte Orgel, die Johann Michael Stumm seiner Heimatgemeinde als Geschenk baute, wurde 1981 vorbildlich restauriert. Ein Stumm-Orgelverein in Sulzbach pflegt die Erinnerung an den großen Meister.[7]

LiteraturBearbeiten

  • Franz Bösken: Die Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. Ein Beitrag zur Geschichte des Orgelbaus am Mittelrhein. Mainzer Altertumsverein, Mainz 1981 (Sonderdruck aus Mainzer Zeitschrift. Jg. 55, 1960).
  • Franz Bösken: Stumm, Orgelbauerfamilie. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart. 1. Auflage. Band 12. Bärenreiter, Kassel 1965, ISBN 3-89853-160-0, S. 1639 f. (CD-Rom-Ausgabe der 1. Auflage, Directmedia, Berlin 2003).
  • Franz Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins (= Beiträge zur Mittelrheinischen Musikgeschichte. Band 6). Band 1: Mainz und Vororte – Rheinhessen – Worms und Vororte. Schott, Mainz 1967, ISBN 978-3-7957-1306-5.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Johann Michael Stumm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Bösken: Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. 1981, S. 9 f.
  2. a b Bösken: Stumm, Orgelbauerfamilie. 1965, S. 1639.
  3. Bösken: Orgelbauerfamilie Stumm aus Rhaunen-Sulzbach und ihr Werk. 1981, S. 11.
  4. stummorgel.de: Die Orgelbau-Dynastie Stumm, gesehen 8. Dezember 2013.
  5. SWR Fernsehen: Johann Michael Stumm – Virtuoser Orgelbauer aus dem Hunsrück, gesehen 8. Dezember 2013.
  6. Bösken: Quellen und Forschungen zur Orgelgeschichte des Mittelrheins. Bd. 1. 1981, S. 38.
  7. Stumm-Orgelverein Rhaunen-Sulzbach e.V., gesehen 8. Dezember 2013.