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Johann Christian Hendel (* 7. Mai 1742 in Halle (Saale); † 7. Oktober 1823 ebenda) war ein deutscher Schriftsteller, Buchdrucker und Verleger.

Inhaltsverzeichnis

LebenBearbeiten

Johann Christian Hendel wurde als Sohn seines gleichnamigen Vaters Johann Christian Hendel (* 1692; † 8. Juni 1757 in Halle), Buchhändler und Buchdrucker, geboren. Sein Vater hatte bei einem Buchdrucker namens Johann Jacob Krebs († 1716) seine Lehre erhalten und dessen Witwe Gertraud († 8. Oktober 1739), geb. Krüger aus Rathenow, 1717 geheiratet. 1740 heiratete er in zweiter Ehe. Seine Mutter starb 1782 im Alter von 76 Jahren.

Er besuchte das lutherische Stadtgymnasium in Halle, bis sein Vater verstarb. Weil er seinen Vater bereits im Alter von acht Jahren zur Leipziger Buchmesse begleitete, entschloss er sich zu einer Lehre als Buchdrucker bei Johann Justinus Gebauer in Halle und arbeitete anschließend in den Buchdruckereien von König und Kunst in Berlin.

Nach Beendigung des Siebenjährigen Krieges kehrte er 1763 nach Halle zurück und übernahm die väterliche Buchdruckerei, die bis dahin von seiner Mutter mit Hilfe seines Stiefbruders Johann Philipp Krebs weitergeführt worden war. Nach seiner Scheidung gab er im darauffolgenden Jahr das Geschäft an seine Mutter zurück und begab sich nach Kassel, Marburg und Frankfurt am Main, dort arbeitete er bei Heinrich Ludwig Brönner (1702–1769) und dann nach Leipzig, wo er in der Buchdruckerei von Wilhelm Gottlob Sommer[1] tätig war und arabische und hebräische Werke setzte.

1768 kehrte er erneut nach Halle zurück und gründete einen eigenen Verlag und legte eine Musikalien- und Notendruckerei an.

Nach der Auflösung der beiden städtischen Gymnasien in Halle erwarb er das Schulgebäude des vorher bereits von ihm besuchten lutherischen Gymnasiums und baute es zu einem Wohnhaus um. Dieses Haus wurde nach der Völkerschlacht bei Leipzig zu einem Lazarett für russische Soldaten genutzt und in dieser Zeit versorgte er, gemeinsam mit zwei seiner Töchter, die verletzten Soldaten. Aufgrund der dort herrschenden Krankheiten verstarben seine Töchter innerhalb von acht Tagen. Weil das Haus abgerissen werden sollte, verkaufte er es später unter dessen Wert für 800 Taler.

Neben der Buchdruckerei war er auch im schriftstellerischen Bereich tätig und beschäftigte sich mit Geschichte und Naturkunde.

Als er starb hatte er 530 Werke, unter anderem diverse Dissertationen, verlegt und besaß eine Sammlung von Wappen- und Siegelabdrücken sowie Kupferstiche und Landkarten. Ein nicht unbedeutendes Mineralienkabinett verkaufte er noch vor seinem Tod.

Johann Christian Hendel heiratete am 3. Oktober 1763 die Tochter des Leipziger Kaufmanns Johann Friedrich Albrecht; kurz darauf wurde die Ehe allerdings wieder geschieden.

1770 heiratete er in zweiter Ehe die Tochter des Amtmanns Kästner aus Giebichenstein; gemeinsam hatten sie sechs Söhne und sechs Töchter. Allerdings waren von diesen, als er starb, lediglich noch sein Sohn Johann Friedrich Gottlob Hendel, der Nachfolger seines Geschäftes wurde und eine Tochter, die Witwe eines Predigers war, am Leben. Seine zweite Ehefrau war bereits am 15. Juli 1795 verstorben. Der Verlag wurde von seinem Enkel Otto Hendel (1820–1898) als Otto-Hendel-Verlag weitergeführt. 1918 kaufte Hermann Hillger aus Berlin den Verlag, der 1938 im Hermann-Hillger-Verlag aufging.

MitgliedschaftenBearbeiten

  • 1810 wurde er zum korrespondierenden Mitglied der Kameralistisch-Ökonomischen Sozietät[2] in Erlangen ernannt, zugleich war er auch Bibliothekar der Gesellschaft
  • Er war seit 1802 Mitglied der Naturforschenden Gesellschaft in Halle und hielt dort auch Vorlesungen.
  • Weiterhin war er Mitglied der Gesellschaft für angewandte Naturwissenschaften in Halle.
  • Er war Mitglied der hallischen Schützengesellschaft.

Druckwerke (Auswahl)Bearbeiten

Schriften (Auswahl)Bearbeiten

LiteraturBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Kurze Geschichte der Leipziger Buchdruckerkunst. S. 28. Teubner, 1840 (google.de [abgerufen am 4. März 2019]).
  2. Georg Wolfgang Augustin Fikenscher: Statistik des Fürstenthums Bayreuth. S. 351 f. Giel, 1811 (google.de [abgerufen am 4. März 2019]).