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Jahnsfelde

Ortsteil der Stadt Müncheberg, Brandenburg

Jahnsfelde ist einer von acht Ortsteilen der Stadt Müncheberg und befindet sich östlich von Berlin direkt an der Bundesstraße 1 im Landkreis Märkisch-Oderland.

Jahnsfelde
Koordinaten: 52° 30′ 39″ N, 14° 13′ 41″ O
Höhe: 59 m
Einwohner: 261 (31. Dez. 2011)
Eingemeindung: 1. März 2002
Postleitzahl: 15374
Vorwahl: 033477
Jahnsfelde (Deutschland)
Jahnsfelde

Lage von Jahnsfelde in Deutschland

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

Jahnsfelde befindet sich auf einem Gebiet, welches schon sehr früh besiedelt war. Körpergrabfunde aus der Jungsteinzeit im Jahnsfelder Gebiet belegen das. Sachfunde zeugen von der Anwesenheit jungslawischer Stämme im 11. und 12. Jahrhundert in der Umgebung.

Die Gründung des Ortes erfolgte 1244 - wie das benachbarte Trebnitz und Müncheberg - durch das schlesische Zisterziensernonnenkloster Trebnitz, dem Herzog Heinrich I. (1165–1238) im Jahre 1224 entsprechendes Land zur Verfügung stellte.[1] Bekannt ist, dass die Gemarkung 1449 durch das uradlige Geschlecht derer von Pfuel erworben wurde.

Am 31. März 2002 wurde Jahnsfelde nach Müncheberg eingemeindet.[2]

EinwohnerentwicklungBearbeiten

Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerentwicklung Jahnsfeldes (Gebietsstand 31. Dezember 2006).

Jahr Einwohner
1734 175
1772 202
1791 203
1798 208
1840 308
1864 409
1905 365
Jahr Einwohner
1925 348
1939 361
1946 445
1964 398
1971 386
2001 317
2006 312

SehenswürdigkeitenBearbeiten

Schlosskirche Neben dem Schloss steht die aus Feldsteinen im 13. Jahrhundert erbaute Schlosskirche. Die Umrahmungen der Fenster, ferner die Strebepfeiler an den Ostecken des Langhauses und an der Südwestecke des Turmes sind, wie alle späteren Abänderungen am Bau, aus Backstein und während einer umfangreichen Umbauphase 1869 entstanden. Ein Sandsteinepitaph für den am 25. Februar 1593 verstorbenen Christoph von Pfuel ist an der Innenwand neben dem Altar angebracht. Weitere Gedenktafeln zeugen von der fast 500-jährigen Geschichte derer von Pfuel in Jahnsfelde.

Schloss - Stammschloss derer von Pfuel Das Schloss besteht in seinem Kern aus einem zweigeschossigen massiven Putzbau. Der Bau ist teilweise von Räumen mit Kreuzgratgewölben aus dem 17. Jahrhundert (wohl um 1680) unterkellert. Das äußere Erscheinungsbild dieses ältesten überlieferten Gebäudeteils wurde wohl um 1831 klassizistisch überformt und weist an seiner südlichen Schaufassade einen leicht vorspringenden Mittelrisalit auf, dessen bekrönendes Giebelfeld unter anderem das in Sandstein gearbeitete Wappen derer von Pfuel schmückt. Zentrum der Südfassade ist der Altan mit beiderseitigem Treppenaufgang. Im Jahr der Kaiserreichgründung 1871 kam es zu einer großzügigen Erweiterung des Schlosses durch ziegelsichtige Backsteinanbauten in märkisch-neogotischen Formen. Diese sind geschmückt von reich gegliederten und von Zinnen bekrönten Staffelgiebeln, begleitet von zwei runden Treppentürmen und einem weiteren Turm mit pyramidalem ziegelsichtigen Helm, der den Haupteingang von der Nordseite aufnimmt. Über dem Haupteingang zeigt eine Inschrift den Bezug auf die lange Regentschaft derer von Pfuels in Jahnsfelde:

Glück herein, Unglück heraus,
Dies ist der Pfuelen ritterlich Haus seit vierhundert Jahren, –
Gott wolle bewahren in Glück und Gefahren
Geschlecht und Haus.

Schlosspark Im 19. Jahrhundert von Fürst von Pückler gestaltet. Zahlreiche Bäume im Gutspark, u. a. Hängebuche, Holländische Linde, Eiche, Schwarzkiefer, Gurkenmagnolie, Platane, Schwarznuß, Lebensbaum, Ginko.[3]

Einklassenschule Die ehemalige Einklassenschule wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als ein für diese Zeit typisches Backsteingebäude errichtet. Bis 1965/1966 wurde der Schulunterricht gehalten. 1980 wurde das Objekt umgebaut und dadurch eine erhebliche Veränderung der Innen- und Außenansicht herbeigeführt. Der Urzustand des ehemaligen Schulgebäudes wurde durch eine umfangreiche Restaurierung im Jahr 2004 hergestellt. Genutzt wird es als Gemeindezentrum, Jugendclub und Veranstaltungsort des Ortsteils.

PersönlichkeitenBearbeiten

  • Alexander von Pfuel (1825–1898), preußischer Offizier, Ritterschaftsdirektor, Herr auf Jahnsfelde
  • Johannes Mildbraed (1879–1954), deutscher Botaniker
  • Christian Friedrich von Pfuel (1653–1702), preußischer Oberst, Herr auf Gielsdorf, Wilkendorf und Jahnsfelde
  • Christian Ludwig von Pfuel (1696–1756), preußischer Generalmajor der Infanterie, Herr auf Jahnsfelde
  • Curt-Christoph von Pfuel (1907–2000), preußischer Assessor, leitendes Mitglied des DVB, sowie deutscher Repräsentant der Presse- und Informationsabteilung des Europarat, letzter Fideikommiss Herr auf Jahnsfelde
  • Ernst von Pfuel (1779–1866), preußischer General der Infanterie, Reformer des Militärsports, Kommandant der Stadt Köln, sowie des preußischen Sektors von Paris, Gouverneur des Fürstentums Neuchâtel und kurzzeitig Gouverneur von Berlin sowie preußischer Ministerpräsident und Kriegsminister
  • Friedrich von Pfuel (1460–1527), Ritter und kurfürstlich brandenburgischer Amtshauptmann, Herr auf Jahnsfelde, Altranft, Vichel, Heiligensee, Gielsdorf, Wilkendorf und Eggersdorf, Pfandherr auf Schloss Jerichow, Groß Schönfeld, Hohenfelde (Mecklenburg), und Bärenwalde
  • Friedrich Heinrich Ludwig von Pfuel (1781–1846), preußischer Generalleutnant, Kommandant von Saarlouis, Spandau und Stettin, Herr auf Jahnsfelde, Wilkendorf und Gielsdorf
  • Hempo Ludwig von Pfuel (1690–1770), preußischer Major, Direktor der Breslauer Kriegs- und Domänenkammer, Geheimer Rat sowie Präsident der Kriegs- und Domänenkammer Halberstadt, Herr auf Jahnsfelde, Gielsdorf und Wilkendorf
  • Ludwig von Pfuel (1718–1789), preußischer Generalmajor und Hofmarschall, Herr auf Jahnsfelde

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Historisches Ortslexikon f. Brandenburg, Teil VII, Lebus, 1983, S. 196 ff.
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2002
  3. Administrator Herr Reichelt: Forschungsstadt - Tor zur Märkischen Schweiz - : Tourismus-Info. 11. Januar 2016. Abgerufen am 7. April 2017.

LiteraturBearbeiten

  • Marco Schulz: Jahnsfelde. In: Freundeskreis Schlösser und Gärten der Mark, Sibylle Badstübner-Gröger (Hrsg.): Schlösser und Gärten der Mark. L&H Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-941675-00-1.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jahnsfelde – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien