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Jacques Demy (* 5. Juni 1931 in Pontchâteau; † 27. Oktober 1990 in Paris) war ein französischer Filmregisseur.

Jacques Demys Grab auf dem Pariser Friedhof Montparnasse

Inhaltsverzeichnis

Leben und WerkBearbeiten

Sein größter Erfolg war der Film Die Regenschirme von Cherbourg, der für die Hauptdarstellerin Catherine Deneuve den internationalen Durchbruch bedeutete und 1964 bei den Filmfestspielen von Cannes den Grand Prix gewann. „Demys schamlose Bevorzugung fröhlicher Nostalgie steht im Gegensatz zu den Überzeugungen seiner Zeitgenossen, deren Werk viel politischer ist, aber er teilt mit ihnen die kenntnisreiche Liebe zum Kino, die in seinem Werk in Zitaten ihren Niederschlag findet ..., und seine Beherrschung der Filmtechnik ist vollkommen.“[1]

Auf Die Regenschirme folgt 1967 ein weiteres Filmkunstwerk, zu dem erneut Michel Legrand die Musik komponierte, der Jazz-Musikfilm Die Mädchen von Rochefort, in dem erneut Catherine Deneuve spielte, diesmal mit ihrer damals berühmteren Schwester Françoise Dorléac, die noch vor der Premiere bei einem Autounfall starb. Neben den beiden Schwestern agierten unter anderem Jacques Perrin, Michel Piccoli, Danielle Darrieux und die Amerikaner George Chakiris, Grover Dale und Gene Kelly. Bis auf Darrieux wurden alle Schauspieler beim Gesang synchronisiert. Perrin und Deneuve spielten bald darauf in einem weiteren Demy-Legrand-Film, Eselshaut und Darrieux und Piccoli später in Ein Zimmer in der Stadt.

Jacques Demy war von 1962 bis zu seinem Tod mit der Regisseurin Agnès Varda verheiratet und ist der Vater von Mathieu Demy. Er starb 1990 an AIDS.

FilmografieBearbeiten

B = Drehbuch, D = Darsteller, R = Regie, P = Produktion

  • 1960: Lola, das Mädchen aus dem Hafen (Lola) – (R, B)
  • 1961: Die sieben Todsünden (Les sept péchés capitaux) – (B, R einer Episode)
  • 1962: Die blonde Sünderin (La baie des anges) – (B, R)
  • 1964: Die Regenschirme von Cherbourg (Les parapluies de Cherbourg) – (B, R)
  • 1967: Die Mädchen von Rochefort (Les demoiselles de Rochefort) – (B, R)
  • 1968: Das Fotomodell (The Model Shop) – (R, B, P)
  • 1970: Eselshaut (Peau d’âne) – (R, B)
  • 1971: Der Rattenfänger von Hameln (The Pied Piper) – (B, R)
  • 1973: Die Umstandshose (L’événement le plus important depuis l’homme a marché sur la lune) – (B, R)
  • 1978: Lady Oscar – (R)
  • 1982: Ein Zimmer in der Stadt (Une chambre en ville) – (R, B)
  • 1989: Trois places pour le 26 (Filmmusical; Hommage an den Schauspieler und Chansonnier Yves Montand, der sich selbst spielt)
  • 1991: Jacquot (Jacquot de Nantes) – Regie: Agnès Varda – (D; seine Autobiografie diente als Vorlage für das Drehbuch)

LiteraturBearbeiten

Astrid Ofner (Hrsg.): Retrospektive Demy / Varda. Viennale, Wien 2006. ISBN 978-3-89472-433-7.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Jacques Demy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

QuellenBearbeiten

  1. rororo Filmlexikon. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg 1978, Band 4, S. 917, ISBN 3-499-16233-4