Hauptmenü öffnen

Jürgen G. Nagel

deutscher Historiker und Hochschullehrer

Jürgen G. Nagel[1] (* 1966) ist ein deutscher Historiker. Seine Forschungsschwerpunkte sind die politische, Wirtschafts- und speziell Fernhandelsgeschichte der Kolonialzeit, v. a. im südostasiatischen Raum.

Wissenschaftliche LaufbahnBearbeiten

Jürgen G. Nagel[2] studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Ethnologie an der Universität Trier. Von 1997 bis 2001 war er dort als wissenschaftlicher Mitarbeiter eines Forschungsprojektes zur rheinischen Frühindustrialisierung im Rahmen des Sonderforschungsbereiches Zwischen Rhein und Maas tätig. Im Jahr 2003 wurde er in Trier mit der Arbeit Der Schlüssel zu den Molukken. Makassar und die Handelsstrukturen des Malaiischen Archipels im 17. und 18. Jh.promoviert. Betreut wurde die Arbeit von Klaus Gerteis. Seit 1997 nahm Nagel an der Universität Trier verschiedene Lehraufträge zur Wissenschaftsgeschichte, Überseegeschichte und historischen Ethnologie wahr. Von 2004 bis 2005 war er dort Assistent am Lehrstuhl für Neuere Geschichte. Von 2005 bis 2015 war er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrgebiet „Neuere Europäische und Außereuropäische Geschichte“ der Fernuniversität Hagen. Dort legte er 2013 seine Habilitationsschrift über Die Kolonie als wissenschaftliches Projekt. Forschungsorganisation und Forschungspraxis im deutschen Kolonialreich vor. 2015 wurde Nagel zum Universitäts-Professor und Leiter des Lehrgebiets "Geschichte Europas in der Welt" ernannt.

Veröffentlichungen (Auswahl)Bearbeiten

  • Der Missionar und die andere Religion. Einige Überlegungen zu ethnologischen Beiträgen deutscher Missionare. In: Ulrich van der Heyden, Andreas Feldtkeller (Hrsg.): Missionsgeschichte als Geschichte der Globalisierung von Wissen. Transkulturelle Wissensaneignung und -vermittlung durch christliche Missionare in Afrika und Asien im 17., 18. und 19. Jahrhundert (Missionsgeschichtliches Archiv Bd. 19). Stuttgart 2012, S. 233–248.
  • Abenteuer Fernhandel. Die Ostindien-Kompanien. Darmstadt 2007, 2. Aufl. Darmstadt / Mainz 2011.[3]
  • zusammen mit Christine Kracht: Ein grandioses Missverständnis. Pietisten und Buddhisten in Westtibet. In: Damals, 42, 2010, 5, S. 60–66.
  • Scheitern und Überleben der portugiesischen Expansion in Südostasien. In: Michael Kraus, Hans Ottomeyer (Hrsg.): Nouos Mundos – Neue Welten. Portugal und das Zeitalter der Entdeckungen. Dresden 2007, S. 175–189.
  • The Company and the Port City. Trading Centres of the Malay Archipelago and their Role in Commercial Networks During the 17th and 18th Centuries. In: Margit Schulte Beerbühl, Jörg Vögele (Hrsg.): Spinning the Commercial Web. International Trade, Merchants and Commercial Cities, c. 1640–1939. Frankfurt am Main 2004, S. 249–273.
  • Formal or Informal? Private Trade in Maritime Asian Towns under the Rule of the Dutch East India Company, 17th and 18th Centuries. In: World History Bulletin, 29, 2003, 1, S. 17–22.
  • Der Schlüssel zu den Molukken. Makassar und die Handelsstrukturen des Malaiischen Archipels im 17. und 18. Jahrhundert – eine exemplarische Studie (Schriften zur Sozial und Wirtschaftsgeschichte Bd. 3), zugl. Diss. Universität Trier, Hamburg 2003.
  • Kota, Kampung und fließende Grenze. Einige Überlegungen zur frühneuzeitlichen Stadtgeschichte Indonesiens. In: Angela Giebmeyer, Helga Schnabel-Schüle (Hrsg.): „Das Wichtigste ist der Mensch“. Festschrift für Klaus Gerteis zum 60. Geburtstag (Trierer Historische Forschungen Bd. 41). Mainz 2000, S. 153–180.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vollständig eigentlich: Jürgen Günther Nagel. Er publiziert jedoch grundsätzlich als Jürgen G. Nagel.
  2. Lebenslauf Nagels inkl. Publikationsliste. Website der Fernuniversität Hagen
  3. Rezension. In: Die Zeit, Nr. 11/2008; zu Abenteuer Fernhandel. Die Ostindien-Kompanien. Darmstadt 2007.