Jörn Schütrumpf

deutscher Historiker, Autor, Verleger und Editor

Jörn Schütrumpf (* 1956) ist ein deutscher Historiker, Autor, Verleger und Editor. Er war von 2003 bis 2017 Geschäftsführer des Karl Dietz Verlags Berlin und gilt als Experte für Person und Werk von Rosa Luxemburg.[1]

LebenBearbeiten

Der 1956 geborene Schütrumpf studierte an der Karl-Marx-Universität Leipzig Geschichte. 1982 begann er am Zentralinstitut für Geschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR zu arbeiten, dessen Mitarbeiter er bis zum Ende der DDR 1990 blieb; die Akademie wurde 1992 aufgelöst.

Seit den 1990er Jahren arbeitet Schütrumpf auch journalistisch zu Themen der jüngeren Geschichte und war Redakteur der Periodika UTOPIE kreativ und Das Blättchen. 2003 übernahm er für fast anderthalb Jahrzehnte die Geschäftsführung des Karl Dietz Verlag Berlin; in der eng mit dem Dietz-Verlag kooperierenden Rosa-Luxemburg-Stiftung ist er Leiter der Fokusstelle Rosa Luxemburg. Neben den Schriften Luxemburgs editiert er unter anderem Texte von Paul Levi und Angelica Balabanoff.[2]

Sein Tätigkeitsschwerpunkt als promovierter Historiker ist die Geschichte der DDR sowie der deutschen Linken und Arbeiterbewegung. Buchprojekte veröffentlicht er vorrangig als Herausgeber und Editor, aber auch als Autor im Karl Dietz Verlag, weiterhin publiziert er zudem kürzere Texte wie Artikel und Aufsätze zu seinen Arbeitsschwerpunkten in verschiedenen Sammelbänden und Zeitschriften.[3][4]

RezeptionBearbeiten

Der Leipziger Slawist Erhard Hexelschneider schrieb 2017 über die Arbeit von Jörn Schütrumpf:

Er „zählt heute gewiss zu den wichtigsten deutschen Historikern, die sich mit den Beziehungen zwischen der deutschen und russischen Revolution und ihrer führenden Repräsentanten im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts intensiv beschäftigen. Eine respektable Publikationsliste weist ihn nicht nur als Kenner der Literatur von und über Rosa Luxemburg aus, sondern auch als kompetenten Verfasser von Biografien über Angelica Balabanoff, Paul Levi, Jenny Marx und andere sowie als Verleger und Editor vergessener, seltener oder auch entlegener sozialistischer Schriften aus, die zumeist im Karl Dietz Verlag Berlin erschienen sind.“[5]

Wilfried Gaum bescheinigt Schütrumpf in einer im Prager Frühling erschienenen Rezension zu seinem Buch Freiheiten ohne Freiheit, er habe in diesem einen „wichtigen Beitrag zu einer Historisierung der DDR und einer Phase der sozialen Bewegungen, die wir als Arbeiterbewegung kennen“ geleistet.[6] In den Massenmedien wird er vor allem als Luxemburg-Experte vorgestellt und gehört.

Werk (Auswahl)Bearbeiten

AutorBearbeiten

  • Ein Held Polens. In: Akademie der Wissenschaften der DDR. Zentralinstitut für Geschichte (Hrsg.): Dietz-Geschichtskalender 1986. Dietz Verlag, Berlin 1985, S. 217.
  • Freiheiten ohne Freiheit – Die Deutsche Demokratische Republik, Karl Dietz Verlag, Berlin 2010, ISBN 978-3-320-02177-1

Herausgeber, EditorBearbeiten

  • Jenny Marx – oder: Die Suche nach dem aufrechten Gang, Karl Dietz Verlag, Berlin 2008, ISBN 978-3-320-02147-4
  • Diktatur statt Sozialismus – Die russische Revolution und die deutsche Linke 1917/18, Karl Dietz Verlag, Berlin 2017, ISBN 978-3-320-02331-7
  • Rosa Luxemburg – oder: Der Preis der Freiheit, Karl Dietz Verlag, Berlin 2018 (3. überarbeitete Auflage), ISBN 978-3-320-02351-5
  • Ohne einen Tropfen Lakaienblut – Schriften, Reden, Briefe von Paul Levi:
  • Spartakusaufstand. Der unterschlagene Bericht des Untersuchungsausschusses der verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung über die Januar-Unruhen 1919 in Berlin, Karl Dietz Verlag, Berlin 2018, ISBN 978-3-320-02357-7

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Winfried Dolderer (Deutschlandfunk): Der Mord an Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht
  2. Jörn Schütrumpf im oxiblog
  3. literaturkritik.de: Lexikon-Literaturwissenschaft: Jörn Schütrumpf
  4. Unrast Verlag – Bücher der Kritik: Autorinformation: Jörn Schütrumpf
  5. Erhard Hexelschneider: Diktatur statt Sozialismus in Leipzigs Neue, Juli 2017
  6. Wilfried Gaum: „Genossinnen und Genossen, was haben wir noch mit der DDR zu schaffen?“, Rezension zu Jörn Schütrumpfs Buch Freiheiten ohne Freiheit, erschienen in Prager Frühling