Intensivbett

Bett im intensivmedizinischen Umfeld
Intensivbett in einer Klinik (2011)

Ein Intensivbett ist ein Bett zur intensivmedizinischen Versorgung von Patienten in Krankenhäusern, Kliniken, Arztpraxen und Pflegeheimen. Intensivbetten zeichnen sich durch intensive medizinische Pflege und ärztliche Betreuung rund um die Uhr, sowie durch die Anschlussmöglichkeit klinischer Geräte wie z. B. EKG-Überwachung, Beatmungsmaschinen, Spritzenpumpen oder Dialysegeräten aus.[1] Menschen im Wachkoma liegen immer in Intensivbetten. Die Liegefläche ist, wie bei Krankenhausbetten üblich, in mehreren Achsen verstellbar. Das Wort Intensivbett gelangte während der COVID-19-Krise von 2020 in den allgemeinen Sprachgebrauch.

2018 führten in Deutschland 1160 Krankenhäuser insgesamt 28.031 Intensivbetten.[2][3] Bezogen auf die Einwohnerzahl sind dies die meisten in Europa. 25.000 davon verfügen über Beatmungsmöglichkeit. Die Einrichtung von Intensivbetten gilt in Deutschland für Krankenhäuser als besonders lukrativ.[4]

COVID-19Bearbeiten

Angesichts der COVID-19-Pandemie in Deutschland starteten Mitte März 2020 die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin DIVI, das Robert Koch-Institut (RKI) und die Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) die deutschlandweite Datenplattform DIVI für Intensivbetten, bei der fast alle der etwa 1200 deutschen Krankenhäuser mit Intensivstationen ihre belegten und freien Betten melden.[5] Die Datenbank unterscheidet drei für die Behandlung von Covid-19 relevante Kategorien:[3]

  • Low care: an dem Bett ist eine Beatmung mit einer Gesichtsmaske möglich, vor allem eine Unterstützung der normalen Atmung durch Sauerstoff.
  • High care bezeichnet ein Intensivbett mit einer Maschine, die über einen in die Luftröhre geschobenen Tubus Druck in der Lunge aufbaut und die Beatmung komplett übernimmt. Der Patient wird dazu in ein künstliches Koma versetzt.
  • ECMO (extrakorporale Membranoxygenierung), auch „künstliche Lunge“ genannt. Diese Maschine behandelt Blut des Patienten außerhalb seines Körpers (extrakorporal), d. h. sie entfernt Kohlendioxid und fügt Sauerstoff hinzu, und pumpt es dann in den Körper zurück. Patienten, deren Lunge stark geschädigt ist, brauchen diese aufwändige Behandlung.

SonstigesBearbeiten

In der Psychiatrie sind psychiatrische Intensivbetten im Gebrauch. Sie dienen im Wesentlichen der Fixierung des Patienten.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Intensivbetten. In: Infor­mations­system der Gesund­heits­bericht­erstat­tung des Bundes. 20. März 2019, abgerufen am 26. März 2020 (Glossar).
  2. Ute Bölt: Statistische Krankenhausdaten: Grunddaten der Krankenhäuser 2017. In: Krankenhaus-Report 2019. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 2019, ISBN 978-3-662-58224-4, S. 247–270, doi:10.1007/978-3-662-58225-1_17.
  3. a b Kai Biermann u. a.: Wie viele Intensivbetten gibt es in meiner Region? In: Zeit Online. 1. April 2020, abgerufen am 9. April 2020.
  4. Jörg Blech: Reichen die Notfallbetten? In: Der Spiegel. Nr. 12, 2020, S. 45 (online14. März 2020).
  5. Am 1. April 2020 lagen Meldungen von 912 Krankenhäusern vor. Demnach standen 10.340 belegte Intensivbetten bereit, davon waren 1.853 (18 %) mit schwer an Covid-19 Erkrankten belegt.