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Inklusivismus
Plenitudo-Ekklesiologie: Inklusivistische Sicht der katholischen Kirche in Bezug auf andere Konfessionen wie auch andere Religionen

Der Inklusivismus ist eine Form der theologischen Beurteilung anderer Religionen.

Er erkennt an, dass auch andere Religionen Heilsbedeutsamkeit besitzen können, dass aber diese Heilsbedeutsamkeit erst in der eigenen Religion zu ihrer vollen Entfaltung und Bedeutung gelangt. Die eigene Position wird als unüberbietbare Heilswahrheit verstanden. Die eigene Religion ist daher allen anderen überlegen.

Der Inklusivismus stellt einerseits eine Gegenposition zum Exklusivismus dar, der die eigene Religion als einzig wahre oder heilbringende Religion sieht, aber andererseits auch eine Gegenposition zum Pluralismus, der zumindest einige andere Religionen als gleichwertig ansieht.

Eine theoretische Möglichkeit zur Eigenpositionierung im interreligiösen Dialog bietet das Modell des mutualen Inklusivismus. Superioritäts- und Absolutheitsanspruch der Religionen stehen hierbei unharmonisiert nebeneinander und das je eigene Geltungs- und Selbstverständnis bleibt uneingeschränkt bestehen. Durch diese Theorie wird der Relativierung und damit auch der Verzerrung der jeweiligen Innenperspektive vorgebeugt.

Siehe auchBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Reinhold Bernhardt: Ende des Dialogs? Die Begegnung der Religionen und ihre theologische Reflexion (Beiträge zu einer Theologie der Religionen 2), Zürich 2006. ISBN 978-3-290-17391-3; ISBN 3-290-17391-7
  • Reinhold Bernhardt: "Mutualer Inklusivismus", in: Ders.: Ende des Dialogs? Die Begegnung der Religionen und ihre theologische Reflexion, Zürich: Theologischer Verlag, 2005, S.206-219.
  • Christian Danz: Einführung in die Theologie der Religionen (Lehr- und Studienbücher zur Theologie, Band 1), Wien 2005. ISBN 3-8258-7058-8
  • John Hick et al.: Four Views on Salvation in a Pluralistic World, Zondervan Pub. House: Grand Rapids, 1996, ISBN 0310212766 Kontradiktorische Behandlung von exklusiver, inklusiver und pluralistischer Sicht.
  • Bernd Irlenborn: Religionstheologischer Inklusivismus. Eine philosophische Rechtfertigung. In: Theologie und Philosophie 86 (2011), S. 161–181.