Hauptmenü öffnen

Wikipedia β

Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei

Industriemuseum in Kiel
Howaldtsche Metallgießerei, Museumsgebäude

Das Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei befindet sich an der Grenzstraße 1 am Nordufer der Schwentine in Kiel. Das Museum wurde im Mai 2007 eröffnet. Das historische Gebäude von 1884 steht seit 1992 unter Denkmalschutz.

Inhaltsverzeichnis

GeschichteBearbeiten

 
Howaldtswerke um 1880 mit der Gießerei in Bildmitte
 
Die Eingangsfassade

Die Alte Metallgießerei der „Kieler Schiffswerft“ von Georg Howaldt, 1884 an der Schwentine-Mündung erbaut, ist das älteste erhaltene Belegstück für die Werftindustrieentwicklung am Ostufer der Kieler Förde.

In der Metallgießerei wurden Gegenstände wie etwa Rahmen von Bullaugen, Schalttafeln, Armaturen, Hebel und Beschläge, sowie Teile der Technik und Ausstattung hergestellt, die aus Messing, Kupfer oder Bronze bestanden.

Den Entwurf für diese qualitätsvolle Industriearchitektur lieferte der namhafte Architekt Heinrich Moldenschardt (1839–1891), ein Schüler von Gottfried Semper. Das Gebäude ist ein gelber Backsteinbau mit roten Zierstreifen und quadratischem Grundriss, aus dessen Zentrum der Schornstein hervorragt. Die Fassaden sind von paarweise zusammengefassten, im Obergeschoss rundbogigen Fenstern durchbrochen und gegliedert. Der ehemalige Schonstein ist heute durch eine Metallgitter-Attrappe ersetzt.

Im Jahr 1980 wurde die Giesserei endgültig stillgelegt. 1985 erwarb die Stadt Kiel das alte Werftgelände und der Abriss der meisten Bauwerke erfolgte. Nur die Metallgießerei blieb erhalten. 1992 wurde das Gebäude in das Denkmalbuch des Landes Schleswig-Holstein eingetragen und steht somit unter Denkmalschutz.

Das Nutzungsrecht wurde am 1. Januar 2005 dem Industriemuseum Howaldtsche Metallgießerei e.V. übertragen. Die Sanierung und Renovierung erfolgten mit Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) in Höhe von 415.000 €, des URBAN II-Förderprogramms der Europäischen Gemeinschaft, sowie Spenden Kieler Bürger und der Vereinsmitglieder. Im Beisein von Ministerpräsident Peter Harry Carstensen wurde aus Anlass des Internationalen Museumstages das Museum am 20. Mai 2007 eröffnet.

InterieurbilderBearbeiten

MuseumsbetriebBearbeiten

Der Museumsbetrieb wird ausschließlich ehrenamtlich geführt. Das Museum zeigt im Obergeschoss eine komplett erhaltene Gießereiwerkstatt. Bildtafeln und Videofilme verdeutlichen den Produktionsprozess. Ausstellungsstücke und Gussformen zeigen, welche Produkte hier gefertigt wurden. Eine Kleingussanlage gibt die Möglichkeit, einen Gussvorgang mit Gussform und Formsand zu demonstrieren.

GussvorgangBearbeiten

LiteraturBearbeiten

  • Hermann Josef Held: 100 Jahre Howaldt. Howaldtswerke AG, Kiel und Hamburg 1938.
  • Gabriele Howaldt: Die Howaldtsche Metallgießerei. In: Gert Kaster (Hrsg.): Tradition und Aufbruch im Schwentinetal. (= Sonderveröffentlichungen der Gesellschaft für Kieler Stadtgeschichte, Band 38.) Husum 2001, ISBN 3-89876-035-9.
  • Christian Ostersehlte: Von Howaldt zu HDW. 165 Jahre Entwicklung von einer Kieler Eisengießerei zum weltweit operierenden Schiffbau- und Technologiekonzern. Koehler Verlag, Hamburg 2004, ISBN 3-7822-0916-8.

WeblinksBearbeiten