Indian Deep Space Network

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Das Indische Deep-Space-Network (englisch Indian Deep Space Network, kurz IDSN) ist eine Einrichtung der indischen Raumfahrtbehörde ISRO für die Bahnverfolgung, Telemetrie und Steuerung (TT&C) von Raumsonden zum Mond und zum Mars. Es ist Teil des ISRO-Antennennetzwerkbetriebs ISTRAC (Telemetry Tracking and Command Network), dessen kleinere Trackingantennen für entsprechende Aufgaben bei Satelliten in Erdumlaufbahnen eingesetzt werden. Das IDSN dient dem Mission Operations Complex (MOX) des ISTRAC für die Steuerung der Sonden, sowie dem Indian Space Science Data Center (ISSDC) zur Auswertung der wissenschaftlichen Daten. Alle diese Einrichtungen befinden sich im Großraum Bangalore im südindischen Bundesstaat Karnataka.[1]

BeschreibungBearbeiten

Die Anlagen des Indischen Tiefraum-Netzwerks entsprechen den Standards des Consultative Committee for Space Data Systems (CCSDS) und können auf dieser Basis mit den Einrichtungen von anderen Weltraumagenturen zusammenarbeiten. Das IDSN wurde ab 2006 eingerichtet und war bereit für die Chandrayaan-1-Mission zum Mond, die am 22. Oktober 2008 startete. Das ISDN verfügt über eine eigene Deep-Space-Station in Byalalu bei Bangalore,[2] dazu ist die 64-Meter-Antenne in Medvezhi Ozera („Bear Lakes“) bei Moskau eingebunden. Im Bedarfsfall kann das Netzwerk auch andere Deep-Space-Stationen einbinden, die dem APL und dem JPL unterstehen und von anderen Stellen der Erdkugel aus Verbindung zu interplanetaren Missionen herstellen können. Obwohl das Netzwerk zeitweise auf die Unterstützung durch Deep-Space-Stationen anderer Weltraumagenturen angewiesen war, konnte doch damit die gesamte Chandrayaan-1-Mission vom Start bis Ende inklusive Einschwenken in den Mondorbit unter der Führung von ISRO durchgeführt werden.

ByalaluBearbeiten

Die Station in Byalalu südlich von Bangalore wurde im Dezember 2007 fertiggestellt. Die Baukosten betrugen 1 Milliarde Rupies, damals etwa 17,5 Millionen Euro. Sie befindet sich auf einem Gelände des IDSN und verfügt über zwei Antennen, die über Glasfaser und Satellitenempfang an die Missionskontrolle angeschlossen sind und von dort aus gesteuert werden. Der Standort befindet sich in einer Talsenke, wodurch Störungen durch Rundfunk, Fernsehen und Fernmeldeeinrichtungen bis zu einem gewissen Grad abgeschirmt werden.[2]

18-Meter-AntenneBearbeiten

 
18-Meter-Antenne in Byalalu

Diese, von der Vertex Antennentechnik GmbH in Duisburg hergestellte Antenne wurde zugeschnitten auf die Chandrayaan-1-Mission.[3] Sie hat einen 2-kW-Sender für S-Band und Empfänger für X-Band und S-Band. Es können zugleich zwei Signale im S-Band und eines im X-Band empfangen werden. Die Antenne konnte auch Daten von Mars Orbiter empfangen.

32-Meter-AntenneBearbeiten

 
32m IDSN Antenne

Diese, von der staatlichen Electronics Corporation of India in Zusammenarbeit mit dem Bhabha Atomic Research Centre gebaute und 2007 installierte Antenne wurde zur Unterstützung der Chandrayaan-1 Mission errichtet, war aber von Anfang an auf einen weiteren Einsatzbereich wie die Mars Orbiter Mission ausgelegt[3] und wird zeitweise auch von anderen Deep-Space-Netzen genutzt. Sie kann mit 20 oder 2 kW im S-Band senden und hat einen 2,4-kW-Sender für X-Band. Es können zugleich zwei Signale im S-Band und eines im X-Band empfangen werden. Die beiden Antennen dienen sich gegenseitig als Backup.

Unterstützte MissionenBearbeiten

Zu den unterstützten Missionen gehören Mars Orbiter Mission, Chandrayaan-1, Chandrayaan-2, Chandrayaan-3

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. ISRO Telemetry Tracking and Command Network. In: istrac.gov.in. Abgerufen am 24. April 2021 (englisch).
  2. a b Srinivas Laxman: Byalalu set to rocket to fame. In: timesofindia.indiatimes.com. 18. Mai 2006, abgerufen am 24. April 2021 (englisch).
  3. a b India gears up, sets up space network. In: hindustantimes.com. 15. Dezember 2007, abgerufen am 24. April 2021 (englisch).