Hudson Yards

Hochhaus in New York City

Hudson Yards ist ein Stadtviertel am Westrand des New Yorker Stadtteils Manhattan, das aus etwa 15 Wolkenkratzern bestehen wird, von denen einige bereits fertiggestellt sind. Der Name leitet sich vom Hudson River und vom West Side Yard, dem Abstellbahnhof der Long Island Rail Road (LIRR), ab.[1]

Hudson Yards
Hudson Yards
Hudson Yards im Oktober 2019
Basisdaten
Ort: New York City, Vereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Lage des Stadtviertels
Bauzeit: 2012–2024
Eröffnung: 15. März 2019 (erste Gebäude)
Status: teilweise im Bau/in Planung
Baustil: Postmoderne
Nutzung/Rechtliches
Nutzung: Büro/Wohnungen/Hotel
Anschrift
Stadt: New York City
Land: Vereinigte Staaten

LageBearbeiten

Das Stadtviertel wird im Süden von der 30th Street, im Norden durch die 43rd Street begrenzt. Im Westen grenzt das Gebiet an die Twelfth Avenue, die dem Hudson River entlang führt, im Osten bildet die Eighth Avenue die Grenze. Das Viertel schließt das Javits Convention Center ein und wird als westliche Erweiterung des Zentrums von Midtown Manhattan erachtet.[2]

GeschichteBearbeiten

Das Viertel entstand durch eine Umzonung von Land, in dem eine veraltete restriktive Zonenordnung herrschte. Im Rahmen der Kandidatur New Yorks für die Olympischen Sommerspiele 2012 war vorgesehen, ein Sportstadion auf dem Areal zu bauen. Das West Side Stadium wäre nach den Spielen das Heimstadion der New York Jets geworden.[3] Mit dem neuen Zonenplan von 2005 und seiner Ergänzung von 2009 wurde das Gebiet für den Bau von Wolkenkratzern freigegeben, gleichzeitig wurde es besser mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen, indem die U-Bahn-Linie 7 bis an das neue Viertel verlängert wurde. Der Zonenplan sieht ein acht Hektar großes Freiflächennetz vor, das durch die Mitte des neuen Geschäftsviertels führen soll.[4]

GebäudeBearbeiten

 
Skyline von August 2021
 
Karte der Hudson Yards und der 7 Subway Extension
 
Die Hudson Yards am 14. April 2017, gesehen vom Empire State Building
 
Die Hudson Yards (Eastern Yard) am 12. April 2017, von der „High Line“ aus gesehen

Das Kernstück des neuen Stadtviertels ist der Hudson Yards Complex,[5] der auf einer vier Hektar großen Stahlbetonplatte über dem West Side Yard aufgebaut ist.[6] Er besteht aus den sechs Wolkenkratzern:

Östlich an den Hudson Yards Complex anschließend befindet sich über der Einfahrt der Pennsylvania Station der Manhattan West Complex.[13] Er umfasst fünf Wolkenkratzer:

  • One Manhattan West
  • Two Manhattan West
  • 3 Manhattan West
  • 4 Manhattan West
  • 5 Manhattan West

Weitere Wolkenkratzer liegen nördlich der beiden Überbauungen:

  • Hudson Rise: 219 m, in Planung. Hotel und Wohnungen.[14]
  • The Spiral: sollte mit 549 m höchstes Gebäude des Komplexes sowie der Stadt werden. Seit 2016 wurden die Planungen in ein 317 m hohes Bürogebäude geändert, welches mit kaskadierenden Terrassen und hängenden Gärten eine beeindruckende Spirale bilden soll.[15]
  • 3 Hudson Boulevard, 301 m, Bürogebäude, seit 2017 im Bau, Fertigstellung geplant für 2022

Östlich der Penn Station ist ein markantes Bürogebäude vorgesehen:

Die Bauvorhaben sollen ein neues Geschäftszentrum bilden, ähnlich dem des World Trade Centers. Anfang Dezember 2012 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Am 15. März 2019 wurde die erste Phase eröffnet, die Fertigstellung von Phase II ist bis 2024 zu erwarten.

U-BahnBearbeiten

 
Der neue U-Bahn-Tunnel während der Bauarbeiten 2012

Parallel zur übrigen Entwicklung des neuen Gebiets wurde im September 2015 die Verlängerung der IRT Flushing Line der New Yorker U-Bahn in Richtung Hudson Yards eröffnet.[16] Die U-Bahn-Linie 7    wurde verlängert und so die Gegend direkt mit dem Grand Central Terminal, der East Side und Queens verbunden.

Entgegen der Planung aus dem Jahr 2007 wurde nur ein U-Bahnhof, die Endstation 34th Street–Hudson Yards errichtet. Ein Zwischenbahnhof im Bereich 41st Street/10th Avenue wurde lediglich vorbereitet, indem an der vorgesehenen Stelle die beiden Tunnelröhren ohne Gefälle gebohrt wurden.

Die Verlängerung wurde nicht von der staatlichen Metropolitan Transportation Authority bezahlt, sondern als erste U-Bahn-Strecke nach 1950 wieder von der Stadt selbst. Dazu nutzte sie in öffentlich-privater Partnerschaft die mit Steuerzuwachsdarlehen (Tax Increment Financing) ausgestattete Hudson Yards Infrastructure Corporation. Dies trug dazu bei, dass die Strecke neun Jahre nach Beginn der Planung in Betrieb gehen konnte, was für New Yorker Verhältnisse bemerkenswert schnell war.[17][18]

Überbauung der GleisharfeBearbeiten

 
Abstellgleise für die Pendlerzüge, die unter den Hochhäusern erhalten bleiben, sowie die begehbare, anders als die Hochhäuser nach oben breiter werdende Struktur „The Vessel“ (Bauarbeiten im November 2017)

Das Gelände der Hudson Yards wird von 30 Abstellgleisen genutzt, auf denen tagsüber Pendlerzüge abgestellt werden, welche die Penn Station bedienen, den meistgenutzten Bahnhof der Vereinigten Staaten. Die Gleise müssen weiterhin und auch während der gesamten Bauzeit in Betrieb bleiben.[19]

Dazu wird die Gleisharfe mit einer Plattform überdeckt, die auf rund 300 Stützen stehen wird, die zwischen den Gleisen bis zum massiven Gestein hinabgetrieben werden. Am östlichen Ende der Plattform, wo die Zufahrtsgleise zusammenlaufen, wird eine Brückenkonstruktion die Plattform und deren Bebauung abfangen.

Teil der Überbauung ist die Konstruktion Vessel, ein ca. 50 m hoher, von M.C. Escher inspirierter Aussichtsturm, der nur aus Treppen und Plattformen besteht. Das Bauwerk wurde im Dezember 2017 fertiggestellt und am 15. März 2019 eröffnet.[20] Mitte Januar 2021 wurde es nach drei Suizidfällen bis auf weiteres geschlossen.

Weil die Bauarbeiten im laufenden Betrieb der Bahnlinie stattfinden müssen, ist die Projektsteuerung von besonderer Bedeutung. Zu jedem Zeitpunkt können nur vier Abstellgleise gleichzeitig gesperrt werden; die Zufahrtsgleise können nur an Wochenenden und nur kurzzeitig für den Betrieb geschlossen werden.

Das Hudson Yards Projekt ist zwar das größte derartige Bauprojekt; die Technik wurde aber in New York schon in den 1960er Jahren angewendet. Die Park Avenue steht zu großen Teilen über den Gleisen der Grand Central Station.

Siehe auchBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Hudson Yards Redevelopment Project – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Haus, das weiß, was du wollen wirst in FAZ vom 17. Mai 2014, S. 9.
  2. Hudson Yards – Project Update. Presentation to the New York Building Congress. 12. September 2012 (buildingcongress.com [PDF]).
  3. Curbed Staff: How the New York Jets Very Nearly Got a West Side Stadium. 30. Januar 2015, abgerufen am 8. April 2020 (englisch).
  4. City of New York (Hrsg.): Hudson Yards. Creating Open Space Network, S. 3 (nyc.gov [PDF]).
  5. Hudson Yards Complex. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  6. David W. Dunlap: A Hudson Yards Garden Will Grow With Concrete, Coolant and High-Power Fans. In: The New York Times. 22. Juli 2015, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 2. April 2020]).
  7. 10 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  8. 15 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  9. 30 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  10. 35 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  11. 50 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020 (englisch).
  12. 55 Hudson Yards. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020 (englisch).
  13. Manhattan West Complex. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020.
  14. Hudson Rise Hotel. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020 (englisch).
  15. The Spiral. In: The Skyscraper Center. Abgerufen am 2. April 2020 (englisch).
  16. David A. Arnott: Finally, the 7 subway extension has an opening date. New York Business Journal, 28. August 2015, abgerufen am 2. April 2020 (englisch).
  17. Local Leaders Take First Ride on No. 7 Extension. (Nicht mehr online verfügbar.) The Related Companies, 20. Dezember 2013, archiviert vom Original am 19. September 2019; abgerufen am 12. Januar 2022 (englisch).
  18. David Halle, Elisabeth Tiso: New York's New Edge: Contemporary Art, the High Line, and Urban Megaprojects on the Far West Side. University of Chicago Press, Chicago 2014, ISBN 978-0-226-03254-2, S. 279 (englisch).
  19. How New York Is Building an Entire Neighborhood on Top of a Rail Yard, Atlantic Cities, 19. März 2014
  20. New York’s Next Big Landmark Is a $150 Million Stairway to Nowhere – RealClearLife. In: realclearlife.com. Abgerufen am 27. September 2016.