Hubertusorden (Herzogtum Bar)

Der Orden vom heiligen Hubert, kurz Hubertusorden, wurde im Mai 1416 von Ludwig von Bar als ritterliche Gesellschaft im Herzogtum Bar als Ordre de la fidelite gestiftet.[1] Er war gedacht zur Stärkung der gegenseitigen Liebe, der Treue und zur Verteidigung des Herzogtums. Die Ordensdekoration war ein goldenes Windspiel, was dem Orden den Namen Orden des Windspiels einbrachte. Auf dem Halsband war die kurze Ordensdevise: „Tout un“ aufgebracht. 1423 benannte man ihn in Orden vom heiligen Hubert, kurz Hubertusorden, um, Ordenszeichen war nun ein Medaillon mit dem Bild des heiligen Hubertus. Mit René von Anjou kam der Orden auch nach Lothringen. Zu den Pflichten der Ordensmitglieder gehörte neben der Treue zum Herzog auch die gemeinsame Jagd am Vortag des Hubertustags. Dieses und andere Privilegien wurden von Ludwig XIV. und Ludwig XV. bestätigt. Stanislaus I. Leszczyński benannte den Orden in Ordre noble des duchés de Lorraine et de Bar um.[2] Nach seinem Tod kamen Lothringen und Bar zu Frankreich und der Orden entwickelte sich nach und nach zu einer adligen Vereinigung, die sich insbesondere der Jagd widmete. Einige Ordensmitglieder zogen in das Heilige Römische Reich und bildeten dort einen eigenständigen Ordenszweig, der bis 1815 bestand, letzter Großmeister war Karl Theodor von Dalberg.[2] 1785 benannte Ludwig XVI. den französischen Zweig in Edler Orden des Heiligen Hubert von Bar um und änderte seine Insignien, um ihn vom bayerischen Hubertusorden besser unterschieden zu können. Das grün geränderte rote Band wurde dabei durch ein rot gerändertes grünes Band ersetzt.[3] 1792 wurde der Hubertusorden, wie alle anderen französischen Orden, aufgelöst.

Ordenskreuz seit 1785

1816 wurde der Orden von Ludwig XVIII. erneuert und in die Klassen Großkreuz, Komtur und Ritter eingeteilt. Sein Erlöschen am 29. Juli 1830 fiel mit der Revolution zusammen.

LiteraturBearbeiten

  • Gustav Adolph Ackermann: Ordensbuch sämtlicher in Europa blühender und erloschener Orden und Ehrenzeichen. Rudolf & Dieterici, Annaberg 1855.

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Das Staats-Lexikon: Enzyklopädie der sämtlichen Staatswissenschaften, Band 10, Carl von Rotteck, Karl Theodor Welcker, Hermann Rodecker von Rotteck, Verlag Johann Friedrich Hammerich, Altona 1848, Seite 153
  2. a b Histoire du duché de Bar. In: La Lorraine d'hier et d'aujourd'hui. Abgerufen am 18. März 2022 (französisch).
  3. Victor Servais: Notice historique sur l'Ordre de Saint-Hubert du duché de Bar. C. Lacour, 1868, ISBN 978-2-7504-0826-8 (google.fr [abgerufen am 18. März 2022]).