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Die Herzogliche Druckerei (lateinisch officina ducalis), auch Fürstliche Druckerei (lateinisch officina principis), bestand von 1582 bis zum Ende des 16. Jahrhunderts in Barth. Ihr bedeutendstes Werk ist die Barther Bibel.

Herzog Bogislaw XIII. von Pommern ließ 1582 in Barth eine Offizin einrichten. Obwohl aus dem Anfangsjahr noch ein Druckbogen vorhanden ist, lässt sich der früheste Druck erst für 1584 unter Andreas Seitner (auch Seytner oder Seydner) mit einer Schrift des Generalsuperintendenten Jacob Runge nachweisen. Ein Förderer der Einrichtung war Martin Marstaller, Erzieher des Herzogssohns Philipp II., der seine Schriften dort drucken ließ. In Barth befand sich die Druckerei zuerst an der Westseite der Hundestraße, dann in der Badstubenstraße. Schließlich wurde sie in einem Haus auf der südlichen Hälfte des Schlosshofes untergebracht.

1584 begannen unter Andreas Seitner die Vorbereitungen zum Druck einer niederdeutschen Bibelausgabe für Pommern. Nach Seitners Fortgang übernahm 1586 Hans Witte die Druckerei, unter dem 1586 die Fertigstellung der Bibel erfolgte. Die größte Produktivität erreichte die Druckerei zwischen 1586 und 1590. Es wurden neben Reden, Predigten, Traktaten und Gerichtsordnungen eine Genealogie und ein Stammbaum der pommerschen Greifen herausgegeben. Neben Werken Luthers erschienen unter anderem Schriften von Philipp Melanchthon und Erasmus von Rotterdam, Balthasar Rüssows Chronica der Provinz Lyfflandt, Werke von Nathan Chyträus, Lorenz Rhodomann, Konrad Schlüsselburg und Jakob Seidel. In den 1590er Jahren ging die Produktion deutlich zurück. Als einer der letzten firmierten Drucke gilt eine 1596 erschienene Ausgabe der Epistola von Johannes Caselius. Für 1597 wird der Druckerei noch eine Neue Zeitung zugeschrieben.

Als Jahr der Einstellung des Druckbetriebs in Barth wird in der Literatur meist das Jahr 1598 angegeben, jedoch erschien 1601 ein mit „in officina Ducali“ gekennzeichneter Druck. Bei der Verlegung des herzoglichen Hofes nach Stettin 1604 soll die Druckerei mitgenommen und da dort bereits eine Druckerei bestand, in die Oderburg verbracht worden sein. Nach anderer Auffassung gelangte sie erst 1632 in die Oderburg und dann 1634 in das Gebäude der Alten Münze. Eine erneute Aufnahme des Betriebs erfolgte nicht, stattdessen wurden die besten Lettern verliehen und gelangten so an die Ferbersche Druckerei und die Greifswalder Universitätsdruckerei. Davon abweichend gibt Gottlieb Mohnike an, dass die fürstliche Offizin auf der Oderburg durch die fürstlichen Beamten Samuel Eyrer und Johann Dübern betrieben und schließlich von Nicolaus Bartholdi erworben worden sein soll. Johannes Micraelius soll Bartholdi dazu bewegt haben, die Druckerei 1632 an den schwedischen König Gustav II. Adolf zu verkaufen. Der König schenkte sie der neugegründeten Academia Gustaviana Dorpatensis.

LiteraturBearbeiten

  • Gottlieb Mohnike: Die Geschichte der Buchdrucker-Kunst in Pommern. Bülow, Stettin 1840, S. 65–71 (Google Books).
  • Christoph Reske: Die Buchdrucker des 16. und 17. Jahrhunderts im deutschen Sprachgebiet. Auf der Grundlage des gleichnamigen Werkes von Josef Benzing. (=Beiträge zum Buch- und Bibliothekswesen. Band 51), Otto Harrassowitz, 2007, ISBN 978-3-447-05450-8, S. 59–60.

WeblinksBearbeiten