Herrera-Stil (spanisch: Estilo Herreriano, Herrerianismo oder auch Desornamentado-Stil genannt) ist die Bezeichnung für einen spanischen Architekturstil der Spätrenaissance in der Zeit der Gegenreformation (ca. 1560–1620). Benannt ist er nach dem Baumeister Juan de Herrera, der zwischen 1572 und 1584 die Bauarbeiten an der äußerst strengen – von Philipp II. mitkonzipierten – Schloss- und Klosteranlage des Escorial leitete.

El Escorial – Südseite

CharakteristikaBearbeiten

 
Dominikanerkloster in Caleruega (16. Jh., Architekt unbekannt)

Der Herrerianismo ist ein strenger und ornamentloser Stil, bei dem die Architektur der Bettelorden (Franziskaner, Dominikaner) Pate gestanden haben könnte. Baukörper sowie die Außen- und Innenwände sind weitgehend frei sind von kurvilinearen Linienführungen; auch auf horizontale Gesimse, vertikale Wandauflagen wie Lisenen und Pilaster oder die Hervorhebung einzelner Bauteile durch Mittel- oder Eckrisalite wird weitgehend verzichtet. Selbst Fenster und Türen sind oft nicht oder nur äußerst zurückhaltend gerahmt – sie wirken wie in die Wand eingeschnitten; auch Balkone oder Balustraden fehlen. Diese extreme Stilauffassung ist jedoch nur an wenigen Bauten strikt eingehalten worden (z. B. am Escorial oder am Palacio Ducal de Lerma); andernorts erscheinen durchaus einzelne Gliederungselemente, doch insgesamt bleibt der Stil – in deutlichem Gegensatz zum vorhergehenden, teilweise sogar gleichzeitigen plateresken Stil (plateresco) – weitestgehend ornament- und schmucklos. Architekten bzw. Architekturhistoriker sprechen auch von einem „reinen Stil“.

Wichtigste ArchitektenBearbeiten

Vorläufer
Hauptvertreter
Nachfolger

BautenBearbeiten

Vorläufer des Herrera-Stils
Herrera-Stil
Nachfolger

WeblinksBearbeiten

Commons: Herrera-Stil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien