Boadilla del Monte

spanische Gemeinde in der Autonomen Gemeinschaft Madrid

Boadilla del Monte ist eine Stadt und eine Gemeinde (municipio) mit insgesamt 54.570 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2019) in der Autonomen Gemeinschaft Madrid. Der alte Ortskern wurde wegen seiner Sehenswürdigkeiten als Kulturgut (Bien de Interés Cultural) in der Kategorie Conjunto histórico-artístico eingestuft.

Gemeinde Boadilla del Monte
Palacio del Infante don Luis
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Boadilla del Monte
Boadilla del Monte (Spanien)
Finland road sign 311 (1994–2020).svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Madrid
Provinz: Madrid
Koordinaten 40° 24′ N, 3° 53′ WKoordinaten: 40° 24′ N, 3° 53′ W
Höhe: 690 msnm
Fläche: 47,2 km²
Einwohner: 54.570 (1. Jan. 2019)[1]
Bevölkerungsdichte: 1.156,14 Einw./km²
Postleitzahl: 28660
Gemeindenummer (INE): 28022
Verwaltung
Website: Boadilla del Monte

Lage und KlimaBearbeiten

Die Stadt Boadilla del Monte liegt etwa 24 km (Fahrtstrecke) westlich der Stadt Madrid in einer Höhe von ca. 690 m. Die Linie ML-3 der Stadtbahn Madrid endet seit 2007 in Boadilla. Das Klima im Winter ist kühl, im Sommer dagegen gemäßigt bis warm; Niederschläge (ca. 440 mm/Jahr) fallen überwiegend im Winterhalbjahr.[2]

BevölkerungsentwicklungBearbeiten

Jahr 1857 1900 1950 2000 2018
Einwohner 553 778 905 20.686 52.626[3]

Boadilla del Monte gehört zu den seit der Mitte des 20. Jahrhunderts explosionsartig gewachsenen Vorstädten von Madrid.

Wirtschaft und InfrastrukturBearbeiten

Die Großbank Banco Santander hat ihren Unternehmenssitz in einem separaten Stadtviertel (Ciudad Grupo Santander) von Boadilla del Monte. Daneben existieren mehrere mittelständische und viele Kleinunternehmen. Die Polytechnische Universität Madrid verfügt hier über den Campus de Montegancedo.

GeschichteBearbeiten

Die Geschichte von Boadilla del Monte reicht möglicherweise bis in die Zeit der islamisch-maurischen Dominanz über weite Teile der Iberischen Halbinsel zurück. Aus dieser und aus mittelalterlicher Zeit fehlen jedoch eindeutige Nachweise. Die Grundherrschaft über die kleine Stadt (villa) gehörte in der frühen Neuzeit den Grafen von Toreno, im 18. Jahrhundert dann den Markgrafen (marqueses) von Mirabal. Josefa Micaela de Mirabal verkaufte Boadilla und angrenzende Ländereien im Jahre 1761 an den Bruder des regierenden Königs Karl III., den Infanten Luis de Borbón y Farnesio, der sich unverzüglich daran machte, einen Palast (Palacio del Infante don Luis) zu errichten. Etwa zehn Jahre nach dessen Fertigstellung (ca. 1765) zog er jedoch mit seiner Familie in den Palacio de la Mosquera in Arenas de San Pedro um.

Der Ort wurde bei der Belagerung von Madrid im Spanischen Bürgerkrieg nach schweren Kämpfen am 14. Dezember 1936 zum zweiten Mal von den Nationalisten eingenommen, ehe diese hier ihre Offensive auf Madrid vorübergehend einstellten.

SehenswürdigkeitenBearbeiten

 
Fuente de Ventura Rodríguez
  • Der im Jahr 1761 vom Architekten Ventura Rodríguez geplante und 1765 fertiggestellte Palacio del Infante don Luis gehört in die Zeit des Übergangs vom Barock zum Klassizismus. Auch die Architektur des Escorial hat in mehrfacher Hinsicht als Vorbild gedient.
  • Vor dem Palast steht ein – in eine Gebäudefassade integrierter – spätbarocker Brunnen (Fuente de Ventura Rodríguez), der in seinem architektonischen Aufbau einem antiken Triumphbogen oder einem neuzeitlichen Stadttor ähnelt (vgl. Puerta de Alcalá).
  • Der Convento de la Encarnación wurde im Jahre 1674 fertiggestellt und gehört bis heute zu einem Konvent der Unbeschuhten Karmelitinnen.
  • Die Pfarrkirche (Iglesia de San Cristóbal) zeigt mudéjare Reminiszenzen im Apsisbereich und gehörte – einer lokalen Überlieferung zufolge – zu einer arabischen Festung. Die wahrscheinlich im 13. Jahrhundert erbaute Kirche wurde im Spanischen Bürgerkrieg schwer beschädigt und im Jahre 1944 in großen Teilen rekonstruiert.
  • Das Museum der Fundación Grupo Santander zeigt Gemälde von Cranach, El Greco, Van Dyck, Zurbarán u. a.

SportBearbeiten

Der zweimalige spanische Eishockeymeister Club Hielo de Boadilla spielt in der Stadt.

StädtepartnerschaftenBearbeiten

  • Frankreich  Seit 1999 besteht eine Partnerschaft mit der französischen Gemeinde Saint-Cloud.

PersönlichkeitenBearbeiten

WeblinksBearbeiten

Commons: Boadilla del Monte – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. Boadilla del Monte – Klimatabellen
  3. Boadilla del Monte – Bevölkerungsentwicklung