Hermann Jäckel

deutscher Politiker (SPD, USPD), MdR
Hermann Jäckel

Ernst Hermann Jäckel (* 30. Januar 1869 in Crimmitschau; † 2. November 1928 in Dresden) war ein deutscher Politiker (SPD, USPD).

Leben und WirkenBearbeiten

Als Kind besuchte Jäckel die Armenklasse der Einfachen Bürgerschule in Crimmitschau. Im Alter von 13 Jahren wurde er Halbtagsarbeiter in der Vigognespinnerei. Später arbeitete er in Streichgarnspinnereien der Tuchbranche, dann als Wollweber und Baumwollweber in verschiedenen Städte im Süden, Westen und Norden Deutschlands.

Um 1890 wurde Jäckel Mitglied der SPD. Fünf Jahre lang arbeitete er in Konsumvereinen als Angestellter, dann als Rendant in Krankenkassen und als Redakteur für eine sozialdemokratische Zeitung. Seit 1906 wurde Jäckel Mitglied des Hauptvorstandes des Textilarbeiterverbandes und seit 1913 Vorsitzender dieses Verbandes. Er spielte eine führende Rolle während des Crimmitschauer Streiks von 1903/04.

Als Stadtverordneter von Crimmitschau nahm Jäckel erstmals ein öffentliches politisches Amt wahr. Von 1912 bis 1918 saß er als Abgeordneter im Reichstag des Deutschen Kaiserreiches. Im Januar 1918, während des Ersten Weltkrieges, verließ Jäckel die SPD, um sich der weiter links stehenden USPD anzuschließen, für die er im Juni 1920 Mitglied des ersten Reichstags der Weimarer Republik wurde, in dem er den Wahlkreis 30 (Chemnitz-Zwickau) vertrat. Von Dezember 1920 bis November 1921 war er sächsischer Arbeitsminister.[1] 1922 kehrte er zu SPD zurück, deren Reichstagsfraktion er sich auch für den Rest seiner Abgeordnetenzeit, die bis zum Mai 1924 dauerte, anschloss.

SchriftenBearbeiten

  • Der Crimmitschauer Kampf um den Zehnstundentag, s.l.e.a.
  • Die Kämpfe der Krefelder Seidenarbeiter, s. l. e. a.
  • Die Hetze gegen das Koalitionsrecht, s. l. e. a.
  • Übergangswirtschaft in der Textilindustrie, s. l. e. a.
  • Auf dem Wege zur konstitutionell-demokratischen Fabrik, s. l. 1919.
  • Umfang der Frauenarbeit in der deutschen Textilindustrie, Berlin 1923.
  • Erwerbsarbeit, Schwangerschaft, Frauenleid, s. l. 1925.

LiteraturBearbeiten

  • Martin Schumacher (Hrsg.): M.d.R. Die Reichstagsabgeordneten der Weimarer Republik in der Zeit des Nationalsozialismus. Politische Verfolgung, Emigration und Ausbürgerung, 1933–1945. Eine biographische Dokumentation. 3., erheblich erweiterte und überarbeitete Auflage. Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5183-1. S. 228

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Jäckel, Ernst Hermann. In: Herrmann A. L. Degener (Hrsg.): Wer ist's? – Unsere Zeitgenossen. IX. Ausgabe. Verlag Herrmann Degener, Leipzig 1928, S. 725.