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Herbertshofen (Meitingen)

Ortsteil des Marktes Meitingen

Herbertshofen ist ein Pfarrdorf und größter Ortsteil des Marktes Meitingen im bayerisch-schwäbischen Landkreis Augsburg in Bayern (Deutschland). Herbertshofen liegt am Lech.

Herbertshofen
Markt Meitingen
Wappen von Herbertshofen
Koordinaten: 48° 31′ 42″ N, 10° 51′ 19″ O
Höhe: 435 (432–436) m
Einwohner: 2377 (30. Jun. 2015)
Eingemeindung: 1. Juli 1972
Postleitzahl: 86405
Vorwahl: 08271
Ortswappen

Herbertshofen ist mit einer eigenen Ausfahrt (Langweid-Nord/Meitingen-Herbertshofen) an die Bundesstraße 2 angebunden. Die Kreisstraße A 29 führt von Meitingen über Herbertshofen und mündet danach in die B 2. Herbertshofen liegt mit einem eigenen Bahnhof an der Bahnstrecke Nürnberg–Augsburg. Herbertshofen gehört zu den Grenzorten des alemannischen Dialektraums zum Bairischen hin.

GeschichteBearbeiten

 
Pfarrkirche St. Clemens

Der Ort Herbertshofen rechnet zu den frühesten Siedlungen der Kommune Meitingen. Dies ist abzuleiten von seinem Namen. Herbertshofen gehörte zur Urmark Erlingen. „Zu den Höfen des Heribalt“ war schon bei der alemannischen Landnahme besiedelt. Urkundlich wird Herbertshofen erstmals 1225 benannt, als Luitfried (Abt von St. Ulrich in Augsburg) und ein gewisser Ulricus Uebelinn wegen eines Hofes in Herbolzhofen anlässlich einer Eigentumsübertragung in Streit gerieten.

Um die Mitte des 13. Jahrhunderts unterstanden die meisten Höfe dem Reichsstift St. Ulrich und St. Afra in Augsburg. Herbertshofen fand aber auch in der Ausdehnung des Habsburgreiches im bayrisch-schwäbischen Raum überregionales Interesse. So wurde 1270 der damalige Graf von Habsburg, der spätere römisch-deutsche König Rudolf von Habsburg, mit dem Maierhof belehnt. Der Streit um die Eigentumsrechte setzte sich fort im Jahre 1346. Als der Augsburger Sebastian von Laber Ansprüche anmeldete, entzog sich der Bischof Markward von Randegg 1365 dieser Forderung, indem er aus Eigenbesitz Güter, Einkünfte, Rechte und Vogteien in Ehekirch, Herbertshofen, Erlingen und anderen Orten an das Domkapitel vermachte. Die Gegenleistung sollten Jahresgedächtnis und Gebetsgedenken für ihn sein.

Besonders heftig waren die Besitzauseinandersetzungen zwischen den Augsburgern und den Bayernherzögen. Um die Mitte des 15. Jahrhunderts wurden die Pappenheimer von Biberbach die Herrn von Herbertshofen, doch 1477 verkaufte Erasmus Erkinger von Biberbach fast das ganze Dorf für 415 Goldgulden an das Augsburger Domkapitel, das hier bereits „zehn Feuerstätten“ (Häuser) besaß. Das Ulrich Kloster nannte fünf, das Hospital zwei, das Sternkloster zwei und die St. Jakobspfründe eine ihr Eigentum. Auch die Fugger waren zeitweise hier begütert.

Eine besondere Bedeutung erlangte Herbertshofen kirchen- und kunstgeschichtlich. Im Jahre 1752 fasste das Domkapitel den Beschluss, eine neue Kirche in Herbertshofen zu bauen. Gewonnen wurde als Baumeister Johann Adam Dossenberger (1716–1759) aus Wollishausen, ein begabter Schüler von Dominikus Zimmermann. Der helle Bau Johann Adam Dossenbergers erhielt durch die Wand- und Deckengemälde des Meisters Johann Baptist Enderle eine besondere künstlerische Note. Die Kirche St. Clemens ist überregional bekannt und heute noch der Stolz der Herbertshofener.

Die Entwicklung des Ortes ging stetig voran. So hatte sich die Einwohnerzahl von 205 im Jahr 1823 bis 1868 auf 342 erhöht. Um die Jahrhundertwende registrierte die Pfarrei, allerdings mit den Bewohnern Meitingens, bereits 1100 Seelen. 1941 löste der Bischof die Meitinger von ihrer Mutterkirche und installierte die Pfarrei St. Wolfgang.

Bis 1803 stand Herbertshofen unter der Ortsherrschaft des Domstifts Augsburg. Bis zur Gebietsreform in Bayern gehörte die selbständige Gemeinde Herbertshofen zum Landkreis Wertingen. Am 1. Juli 1972 wurde sie nach Meitingen im Landkreis Augsburg-West (ab dem 1. Mai 1973 Landkreis Augsburg) eingemeindet.[1]

ReligionBearbeiten

Die katholische Pfarrei Sankt Clemens in Herbertshofen gehört zur Pfarreiengemeinschaft Meitingen im Dekanat Augsburg-Land im Bistum Augsburg.

WirtschaftBearbeiten

In Herbertshofen liegen die Lech-Stahlwerke, das einzige Stahlwerk in Bayern.

WeblinksBearbeiten

  Commons: Herbertshofen (Meitingen) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 594.