Helfta

Stadtteil von Eisleben

Helfta ist ein Stadtteil der Lutherstadt Eisleben im Landkreis Mansfeld-Südharz in Sachsen-Anhalt. Der historische Ort existiert seit dem 9. Jahrhundert und ist auch durch das 1999 revitalisierte Kloster Helfta und dessen Bildungshaus bedeutsam.

Helfta
Wappen von Helfta
Koordinaten: 51° 30′ 37″ N, 11° 34′ 36″ O
Höhe: 119 m ü. NHN
Eingemeindung: 1. Januar 1960
Postleitzahl: 06295
Vorwahl: 03475
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Über dieses Bild
Lage vom Stadtteil Helfta in Eisleben

GeografieBearbeiten

Helfta liegt im Südosten der Lutherstadt Eisleben, an der Straße nach Halle (Saale), südlich des „3E-Gewerbegebietes“. Im Süden befindet sich der Hornburger Sattel und im Osten der Süße See.

GeschichteBearbeiten

In einem zwischen 881 und 899 entstandenen Verzeichnis der Zehnten des Klosters Hersfeld wird Helfta als zehntpflichtiger Ort Helpide im Friesenfeld erstmals urkundlich erwähnt. Besondere Bekanntheit erlangt das Kloster Helfta. Gleichzeitig erwähnt wird die Burg Helfta als Helphideburc.[1] Helpidi wird 969 als villa in der Grafschaft Sigifrids im Hassegau bezeichnet. 1641 kommt der Ort durch Adam von Pfuel in den Besitz der Familie von Pfuel.[2]

Am 13. April 1945 errichteten Einheiten der 1. US-Armee ein Kriegsgefangenenlager an der Nord- und Ostseite der Halde des Hermannsschachtes bei Helfta. Auf einer Fläche von etwa 80.000 m² wurden deutsche Soldaten und Zivilisten unter freiem Himmel interniert. Zeitgleich befanden sich hier etwa 22.000 – 50.000, insgesamt aber 90.000 Gefangene, von denen 2.000 bis 3.000, vorwiegend an den unmenschlichen Verhältnissen, starben. Das Lager wurde am 23. Mai 1945 aufgelöst, die Gefangenen wurden in andere Städte gebracht. Die sterblichen Überreste der Verstorbenen konnten bis heute nicht gefunden werden. Am 20. Mai 1995 wurde im Gedenken an diese Menschen ein Kriegsgefangenen-Denkmal in Helfta aufgestellt und eingeweiht.[3][4]

VerkehrBearbeiten

Die Bundesstraße 80 und die Bundesstraße 180 führen auf der Ortsumfahrung Eisleben am Ort vorbei. Der Ort hatte einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden.

PersönlichkeitenBearbeiten

SonstigesBearbeiten

Nahe den Kriegerdenkmälern in der Hauptstraße steht eine der ältesten Kornelkirschen Deutschlands. Sie ist über 9 m hoch bei einem Stammumfang von 1,80 m und wird auf ein Alter von 250 Jahren geschätzt. Ursprünglich stand das als Naturdenkmal geschützte Exemplar hinter dem Pfarrhaus der St.-Georgskirche, das aber um 1970 wegen Einsturzgefährdung abgebrochen wurde.

WeblinksBearbeiten

 Commons: Helfta – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Reg. Thur. Nr. 287
  2. Maren Ankermann: Gertrud die Grosse von Helfta: eine Studien zum Spannungsverhältnis von religiöser Erfahrung und literarischer Gestaltung in mystischen Werken. Kümmerle Verlag, 1997, ISBN 978-3-87452-886-3.
  3. Robby Zeitfuchs, Volker Schirmer: Zeitzeugen. Der Harz im April 1945. Herausgeber: Volker Schirmer, Verlag: BoD – Books on Demand, 2000, ISBN 3-89811-654-9.
  4. Das Kriegsgefangenenlager von Helfta bei Eisleben und das Ende des Zweiten Weltkrieges in Eisleben, Blogbeitrag auf www.harz-saale.de, 8. Dezember 2012, abgerufen am 17. August 2015.