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Heinrich von Aulock

deutscher Gutsbesitzer und Politiker, MdR

Heinrich Leopold Sylvius Franz von Aulock (* 12. Juli 1824 in Ober-Seichwitz; † 5. März 1885 in Kostau) war ein deutscher Mediziner, Gutsbesitzer und Mitglied des deutschen Reichstags.

LebenBearbeiten

 
Schloss Kostau um 1860, Sammlung Alexander Duncker

Er stammte aus dem schlesischen Adelsgeschlecht von Aulock und war der Sohn von Hyacinth von Aulock (1790–1873). Aulock besuchte das Mathias-Gymnasium und die Universität in Breslau und war seit 1847 Landwirt auf seinen Gütern in Kostau und Kochelsdorf im Kreis Kreuzburg. Seit 1864 war er Landesältester bei der Breslau-Brieger Fürstentumslandschaft und seit 1874 für den Kreis Pitschen-Kreuzburg Amtsvorsteher.

Zwischen 1863 und 1870 und von 1882 bis zu seinem Tode war er Mitglied des Preußischen Abgeordnetenhauses[1] und von 1881 bis 1882 des Deutschen Reichstages für die Deutsche Zentrumspartei und den Wahlkreis Regierungsbezirk Oppeln 1 (Kreuzburg, Rosenberg O.S.). Mit der Reichstagswahl 1881 begann ein ungewöhnliches Bündnis in diesem Wahlkreis. Dabei hatten Konservative und Zentrum vereinbart, die Landtagsmandate paritätisch zu teilen. Aulock hatte deshalb, nachdem er mehrere Male vergebens kandidiert hatte, bei der Wahl 1881 keinen konservativen Gegenkandidaten. Dafür versprach er, das Mandat nach einer erfolgreichen Kandidatur bei der Landtagswahl 1882 zurückzugeben, was er am 16. November 1882 auch tat.[2] Dieses Bündnis hielt bis zum Ende der Monarchie. In einer Nachwahl wurde Christian Kraft zu Hohenlohe-Öhringen 1883 für ihn in den Reichstag gewählt.

WeblinksBearbeiten

EinzelnachweiseBearbeiten

  1. Vergleiche Kurzbiographie in Mann, Bernhard (Bearb.) : Biographisches Handbuch für das Preußische Abgeordnetenhaus. Mitarbeit von Martin Doerry, Cornelia Rauh und Thomas Kühne. Düsseldorf : Droste Verlag, 1988, S. 50 (Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien : Bd. 3); zu den Wahlergebnissen siehe Thomas Kühne: Handbuch der Wahlen zum Preußischen Abgeordnetenhaus 1867–1918. Wahlergebnisse, Wahlbündnisse und Wahlkandidaten (= Handbücher zur Geschichte des Parlamentarismus und der politischen Parteien. Band 6). Droste, Düsseldorf 1994, ISBN 3-7700-5182-3, S. 344–347.
  2. Fritz Specht, Paul Schwabe: Die Reichstagswahlen von 1867 bis 1907. Eine Statistik der Reichstagswahlen nebst den Programmen der Parteien und einem Verzeichnis der gewählten Abgeordneten. 2. durch einen Anhang ergänzte Auflage. Nachtrag. Die Reichstagswahl von 1907 (12. Legislaturperiode). Verlag Carl Heymann, Berlin 1908, S. 84.